Alpine Bau – spärliche Informationen sind Gift für die Anleihen

Alpine Bau – spärliche Informationen sind Gift für die Anleihen

Wie das FORMAT berichtete, hatten sich die Alpine Anleihen kurzzeitig zwar auf knapp über 70 Prozent erholt, rasselten zuletzt aber wieder gnadenlos nach unten. Aktuell handeln die Anleihen nun laut Daten der Wiener Börse mittlerweile wieder im Bereich von 55 Prozent.

So kommt etwa die 5,25 Prozent Alpine-Anl. 10-15 (ISIN: AT0000A0JDG2) aktuell auf einen Mid-Kurs von 56,5 Prozent.

Zwecks Vollständigkeit hier die Kursentwicklung der 5,25 Prozent Alpine-Anl. 11-16 (ISIN: AT0000A0PJJ0) und des erst im Mai 2012 emittierten Bonds mit Kupon von sechs Prozent und Fälligkeit 2017 (ISIN: AT0000A0V834) .

Wie die RBI in einer Aussendung mitteilt, dürfte die spärliche Versorgung der Anleihen-Investoren mit Informationen von Seiten des Unternehmens ein gewichtiger Grund für die Volatilität der Anleihen sein und eben auch den neuerlichen Abverkauf. Die letzte Ad-Hoc Aussendung der Alpine liegt bereits ca. drei Wochen zurück – die Mitteilung stammt vom 18. Oktober, Inhalt: FCC-Spitze sichert volle Unterstützung zu. "Damit stehen nur schwer verifizierbare Informationsbrocken aus diversen öffentlichen Medien zur Verfügung", so die RBI-Analysten. Entsprechend sei eine seriöse Einschätzung des Finanzprofils und damit auch der Ausfallswahrscheinlichkeit weiterhin nicht möglich.

Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum der Wirtschaftsinformationsdienstleister Creditreform und der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) die Bonitätsbewertung der Alpine ausgesetzt haben. Genau deshalb wird die weitere Vergabe von Aufträgen an Alpine laut dem Asfinag-Vorstand Schierhackl derzeit von den Vergaberechtsexperten geprüft. Denn ein gewisses Rating vom KSV1870 ist Voraussetzung um Aufträge für die Asfinag durchzuführen. Die RBI-Experten fürchten nun, dass sich abgesehen von der Asfinag künftig auch andere Auftraggeber zögerlich zeigen könnten.

Das Fazit der RBI fällt daher entsprechend zurückhaltend aus: "Solange die, unserer Einschätzung nach für eine Analyse wichtigen Punkte, welche insbesondere konkrete Ergebnisse aus den Gesprächen mit den Banken und den Eigentümern sowie die genaue Höhe der notwendigen Wertberichtigungen enthalten, nicht bekannt sind, ist mit einer weiterhin volatilen Entwicklung der Anleihen zu rechnen."

Strabag-Anleihen im Negativsog der Alpine

Bedingt durch den Newsflow um die Alpine haben auch die Anleihen des
Baukonzerns Strabag etwas an Boden verloren, wobei der Großteil der Kursverluste in den vergangenen beiden Wochen wieder gutgemacht werden konnte. Aufgrund des soliden Finanzprofils und der konservativen Finanzpolitik der Strabag rät die RBI aus jetziger Sicht trotz der sich verschlechternden Stimmung in der europäischen Bauwirtschaft nicht zu Verkäufen. Im Gegenteil: Für Investoren, die die Anleihen bis zur Fälligkeit halten, könnte sich den Analysten zufolge insbesondere die 4,25 Prozent Strabag 2015er-Anleihe (ISIN: AT0000A0DRJ9) zu einer interessanten Anlagemöglichkeit entwickeln.

Relativ unbeeindruckt von den Schwierigkeiten bei Alpine zeigen sich derweil die Anleihen von Wienerberger. Nach Meinung der RBI besteht die Gefahr eines negativen Drucks auf das Rating und damit auch auf die Anleihen. Nächste Woche berichtet Wienerberger die Ergebnisse für das dritte Quartal 2012.

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