Alpine-Bau: Bedenklicher Prospekt-Tourismus

Nach einem Kurssturz der Alpine-Anleihe schöpfen Anleihenzeichner letzte wieder leise Hoffnung.

Alpine-Bau: Bedenklicher Prospekt-Tourismus

Auch wenn sich der Kurs der jüngsten Alpine-Anleihe (2012–2017) nach einem Absturz wieder einigermaßen stabilisiert hat, die Bedenken unter Anleihezeichnern, ob hier alles mit rechten Dingen zugegangen ist, bleiben. „Ich hatte schon einige besorgte Anrufe von kleinen Investoren“, berichtet Anlegervertreter Wilhelm Rasinger. Er schätzt, dass stattliche 50 Prozent der 100 Millionen Euro beim Retail-Publikum platziert wurden.

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) fühlt sich dennoch nicht zuständig für Aussagen, die in dem Prospekt von Mai dieses Jahres getroffen wurden, denn der Prospekt sei in Luxemburg gebilligt worden. Dies werde immer üblicher, weiß Rasinger. „Es ist eine Unart, die sich in Europa breitmacht, dass die Unternehmen dorthin gehen, wo die Bestimmungen am lockersten sind.“ Er rät deshalb dazu, Prospekte, die in Luxemburg zugelassen wurden, doppelt genau zu lesen.

Kommt es zu einem Ausfall bei der Anleihe, könnte es nicht nur für die Alpine, sondern auch für die Emissionsbanken Bawag PSK und RBI sowie für Prüfer Deloitte und Rechtsberater CHSH eng werden.