Alpine Bau: Anleihen wegen Pleite vom Handel ausgesetzt

Alpine Bau: Anleihen wegen Pleite vom Handel ausgesetzt

Das 2016er-Papier der Alpine Bau handelte zuletzt bei einem Kurs von 33 Prozent. Aktuell sind aber alle Forderungswertpapiere des Baukonzerns vom Handel ausgesetzt – der außerbörsliche Handel lässt Böses erahnen.

Die Alpine Bau hat drei Unternehmensanleihen im Volumen von 290 Mio. Euro auf dem Markt, die sie seit 2010 aufgelegt hat - die jüngste davon läuft erst seit Mai 2012. Zwei Bonds haben ein Volumen von je 100 Mio. Euro, eine Anleihe umfasst 90 Mio. Euro. Die Anleihen haben eine Laufzeit von fünf Jahren und sind mit 5,25 bzw. 6 Prozent hoch verzinst.

Hier die Kurse von Comdirect der Alpine Bau-Anleihe 2015 und der Anleihe mit Laufzeitende 2016

Für die Bond-Gläubiger sind die Aussichten jedenfalls düster. Nach aktuellem Stand kann man bestenfalls auf eine Quote von 20 Prozent hoffen, völlig unabhängig davon, welche der drei ausstehenden Anleihen man sich ins Depot gelegt hat. Voraussetzung dafür ist, dass der Antrag auf Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung auch angenommen wird. Dazu muss die Mehrheit der Gläubiger und das Gericht dem Sanierungsplan zustimmen und innerhalb von zwei Jahren müssen 20 Prozent der Schulden bezahlt werden können.

Die Anleihen wurden am Mittwoch zwar vom Handel ausgesetzt (Schlusskurs: 33 Prozent, siehe Comdirect), außerbörsliche Kurse werden aber immer noch gestellt. Hat der Markt recht, dann blüht Gläubigern sogar noch Schlimmeres: Wer seine 2017er-Anleihe aktuell verkaufen will, bekommt lediglich 15 Prozent dafür. Der Markt spekuliert also darauf, dass das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung abgelehnt wird, es womöglich zur Zerschlagung samt Verkauf der Alpine Bau in Teilen kommt und am Ende noch weniger als die 20 Prozent zu holen sind. Wer jetzt noch Alpine Bau-Gläubiger ist, muss sich wohl oder übel mit dem Desaster abfinden. Auch allen Zockern, die auf eine höhere Quote spekulieren wollen, indem sie sich die Anleihen ins Depot legen, sei abgeraten: Den Kurs von 15 Prozent gibt’s leider nur für alle Verkäufer, wer kauft, blättert mindestens 25 Prozent hin.

Das Online-Portal Bondcube vermittelt Anleihenhändler untereinander. Die deutsche Börse sieht darin ein lukratives Geschäftsmodell.
 

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