Allianz wirft weiter spanische Anleihen auf den Markt

Der Münchener Allianz Konzern baute seinen Bestand an Staatsanleihen im vergangenen Jahr um rund die Hälfte auf 2,6 (Ende 2011: 5,1) Milliarden Euro ab, wie aus einer Präsentation des neuen Investment-Vorstands Maximilian Zimmerer vom Donnerstag hervorgeht.

Allianz wirft weiter spanische Anleihen auf den Markt

In Italien, wo die Allianz als Versicherer selbst in großem Stil aktiv ist, machte sie sich dagegen die hohen Zinsaufschläge zunutze und stockte ihre Staatsanleihen-Bestände im Frühjahr vorübergehend sogar auf 33,1 Milliarden Euro auf. Ende 2012 lag das Portfolio mit 29,8 (29,3) Milliarden Euro leicht über dem Bestand von Ende 2011, nachdem die Spreads sich eingeengt hatten.

Die Verwerfungen am Markt für Staatsanleihen in Europa ließen die Bewertungsreserven für festverzinsliche Wertpapiere bei der Allianz 2012 deutlich anschwellen. Ende des Jahres standen dort nicht realisierte Gewinne von 7,7 Milliarden Euro zu Buche - ein Jahr zuvor waren es erst 2,3 Milliarden. Diese Bewertungsreserven sind in Deutschland ein Problem: Denn sie müssen nach dem geltenden Recht an Lebensversicherungs-Kunden zum Teil ausgeschüttet werden, obwohl sie nicht von Dauer sind und bis zum Ende der Laufzeit auf Null zusammenschmelzen. Die Allianz müsste die Papiere also vorzeitig verkaufen, um die Gewinne zu realisieren. Eine Gesetzesänderung steht angesichts des Widerstands von Verbraucherschützern vor dem Aus.

Abgebaut hat die Allianz im vergangenen Jahr auch ihre Engagements in Finanztiteln. Obwohl die Kurse ihrer Aktien von Unternehmen wie dem US-Versicherer The Hartford, der Commerzbank und der UniCredit in Summe um 700 Millionen Euro stiegen, standen zum Jahresende 2012 statt fünf Milliarden nur noch 2,7 Milliarden Euro in den Büchern. Papiere im Marktwert von drei Milliarden Euro seien entweder verkauft oder abgesichert worden.