Andritz-Kunden bestellen weniger - Auftragslage rückläufig

Andritz-Kunden bestellen weniger - Auftragslage rückläufig

Andritz baut unter anderem auch Turbogeneratoren, die in Gas- und Dampfkraftwerken eingesetzt werden.

Der Grazer Anlagenbauer Andritz hat angesichts der mauen Wirtschaftsentwicklung in einigen Teilen der Welt weniger Aufträge erhalten. Der Ordereingang ging nach Angaben von Freitag im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um sieben Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zurück und lag damit unter den Erwartungen von Analysten.

Andritz baut Anlagen für die Papierindustrie sowie Turbinen und Generatoren für Wasserkraftwerke und beliefert damit Kunden in aller Welt. In einigen Ländern hätten sich die Abnehmer jedoch mit neuen Bestellungen zurückgehalten, sagte Firmenchef Wolfgang Leitner. Daher werde das Unternehmen den Sparkurs der vergangenen Jahre weiter fortsetzen. Details nannte er nicht.

In den Erträgen spiegelte sich die Auftragsdelle bislang nicht wider: Der Gewinn stieg im zweiten Quartal um gut die Hälfte auf 70 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr erzielte Andritz einen Umsatz von mehr als 3 Milliarden Euro - ein Plus von 13 Prozent. Das Konzernergebnis stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 70,8 Prozent auf 113,9 Millionen Euro.

Die Andritz-Aktie steht unter Druck: Am Freitag gehörte sie mit Abschlägen von bis zu 1,5 Prozent zu den schwächeren Werten im prime market.

Umsätze und Gewinne sollen 2015 weiter anziehen

Für das laufende Jahr geht Andritz weiterhin von steigenden Umsätzen und Erträgen aus. Allerdings unter einem Vorbehalt: Sollte sich die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft China weiter schwach entwickeln, sei "mit negativen Auswirkungen" auf das Geschäft der Österreicher zu rechnen. Dies gelte auch bei einer Eintrübung der Weltwirtschaft oder bei Verwerfungen an den Finanzmärkten.

Erst Ende Juli zog Andritz einen Großauftrag in Brasilien an Land. Es geht um die Ausrüstung zur Errichtung eines riesigen Zellstoffwerks. Zum Auftragswert gab Andritz keine Auskunft. Es wurde aber darauf verwiesen, dass der übliche Auftragswert für vergleichbare Referenzprojekte bei rund 600 Millionen Euro liege. Der Vertrag soll im 3. Quartal 2015 in Kraft treten, die Anlage voraussichtlich im 4. Quartal 2017 in Betrieb gehen.

Finanzen

Schon 75 Millionen Kunden: Netflix revolutioniert das Fernsehen

Börse

US-Konzerne: Quartalsgewinne brechen ein - Droht Rezession?

Finanzen

Zalando steigert Umsatz um ein Drittel - Gewinn ist aber noch unklar