Schaeffler-IPO: Aktien leicht über Ausgabepreis

Schaeffler-IPO: Aktien leicht über Ausgabepreis

Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld (rechts), Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg Schaeffler beim Börsendebüt in Frankfurt.

Die Aktien des deutschen Autozulieferers Schaeffler haben bei ihrem Börsendebüt zugelegt. Der erste Kurs wurde am Freitag an der Frankfurter Börse mit 13,50 Euro festgestellt. Das Familienunternehmen hatte am Donnerstag 75 Millionen Vorzugsaktien zu je 12,50 Euro zugeteilt. CEO of German car parts supplier Schaeffler Klaus Rosenfeld (R) Maria-Elisabeth Schaeffler (C) owner of German company Schaeffler Group and her son Georg Schaeffler, stand next to the bull sculpture outside the Frankfurt stock exchange

Schaeffler und die gleichnamige Eigentümerfamilie nehmen mit dem Börsengang zusammen 937,5 Mio. Euro ein. Mit dem Geld soll der fast 10 Mrd. Euro schwere Schuldenberg abgetragen werden. Georg Schaeffler und seine Mutter Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann, wollen nach einem halben Jahr weitere Aktien im Milliardenvolumen platzieren. Damit könnte der Streubesitz auf 25 von bisher nur 11 Prozent steigen.

Schaeffler hatte seine Börsenpläne wegen des Abgasskandals beim Großkunden Volkswagen und der Talfahrt an den Aktienmärkten kurzfristig eingedampft. Eigentlich hatte das Unternehmen auf einen Erlös von 2,5 Milliarden Euro gehofft. Nun muss die Entschuldung der Schaeffler AG und der Holding der Eigentümerfamilie noch etwas warten. Beide zusammen sitzen nach der Übernahme des Autozulieferer Conti auf einem Schuldenberg von fast zehn Milliarden Euro.

Schaeffler will weitere Aktien auf den Markt werfen

Die beiden Eigentümer, Georg Schaeffler und seine Mutter Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann, wollen nach einer Schonfrist von sechs Monaten aber weitere bis zu 91 Millionen Aktien für einen Milliardenbetrag auf den Markt werfen - voraussichtlich in mehreren Schritten. Damit soll der Streubesitz auf 25 Prozent steigen. Zur Erstnotiz sind nur elf Prozent in neuen Händen. Das könnte allerdings schon reichen, um über kurz oder lang in den Nebenwerteindex MDax aufzusteigen. Die Schaefflers gehören mit einem geschätzten Vermögen von 20 Milliarden Euro zu den reichsten Familien in Deutschland.

Schaeffler hatte die Aktien nur institutionellen Investoren angeboten, um den Prozess zu beschleunigen. Die Zeichnungsfrist dauerte nur vier Tage. Privatanleger blieben außen vor. Sie können die Papiere erst an der Börse kaufen. Zu sagen haben die neuen Anteilseigner allerdings nichts - Vorzugsaktien haben keine Stimmrechte.

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