Viele Topstars lassen Abschied nach EM offen

Ibrahimovic sagte mit Schwedens EM-Aus Adieu

Ibrahimovic sagte mit Schwedens EM-Aus Adieu

Die große Rücktrittswelle bleibt (noch) aus. Schwedens Zlatan Ibrahimovic nutzte gleich die EM-Bühne für seinen Team-Abschied, ansonsten zierten sich zahlreiche Alt-Stars direkt nach dem EM-Aus mit dem finalen Schritt. In den kommenden Tagen wird noch von einigen Routiniers ihre Entscheidung erwartet - ein Überblick über kryptische Videobotschaften, tränenreiche Auftritte und schweigsame Abgänge.

FRANKREICH: Beim Gastgeber will nach dem Turnier wohl keiner der 23 Profis im EM-Kader aufhören. "Ich lebe in der Gegenwart. Zu sagen, dass das mein letztes Turnier ist, wäre nicht richtig", sagte der mit 35 Jahren älteste Nationalspieler Patrice Evra. "Meine Vorbilder sind Zanetti, Maldini, Giggs. Ich bin noch jung", ergänzte der Verteidiger selbstbewusst mit Blick auf die langen Karrieren der drei Ex-Profis.

SPANIEN: Zwar hat noch keiner der spanischen Stars seinen Rücktritt aus dem Nationalteam offiziell verkündet, doch zumindest Torhüter Iker Casillas wird wohl nicht mehr für "La Furia Roja" spielen. Kurz nach dem EM-Aus veröffentlichte der 35-Jährige, der bei dem Turnier nur noch die Nummer zwei war, auf Twitter eine Szene aus dem Film "Rambo II". "Ich weiß nicht wohin, aber ich gehe", sagt Rambo in der Szene. Andere spanische Stars wie Andres Iniesta haben sich nach dem Achtelfinal-Aus gegen Italien noch nicht zu ihren Plänen geäußert.

ITALIEN: Andrea Barzagli hatte vor der EM angekündigt, die Nationalelf nach dem Turnier verlassen zu wollen. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Deutschland brach der 35-Jährige zwar in Tränen aus - allerdings überzeugte der neue Nationalcoach Giampiero Ventura den Routinier, doch noch weiterzumachen. Auch der 38-jährige Kapitän Gianluigi Buffon denkt noch nicht ans Karriereende und will bis 2018 für die Azzurri spielen. Andere Routiniers wie der 2006er-Weltmeister Daniele De Rossi haben sich noch nicht zu ihrer Zukunft geäußert.

SCHWEDEN: Zlatan Ibrahimovic schaffte frühzeitig Klarheit. Schon vor dem letzten Gruppenspiel erklärte er, dass nach der EM in Schwedens Team Schluss für ihn sei. Und dann war es früher zu Ende als erhofft. Nach dem Scheitern in der Vorrunde gegen Belgien stand der 34-Jährige einsam am Mittelkreis, nahm sich die Kapitänsbinde vom Arm und verabschiedete sich von jedem seiner Mitspieler. "Es wird keinen neuen Zlatan geben", verkündete Nationaltrainer Erik Hamren.

TSCHECHIEN: Im Moment der Enttäuschung wollte Petr Cech sich nicht festlegen. Er müsse sich erstmal sammeln, bevor er über seine Zukunft befinde, erklärte der 34-jährige Keeper nach dem enttäuschenden Aus in der Vorrunde. "Ich denke, ich werde in den nächsten zwei Wochen eine Entscheidung treffen, also rechtzeitig vor dem Beginn der WM-Qualifikation." Auch Tomas Rosicky hatte nach seiner Verletzung offengelassen, ob er noch einmal ins Nationaltrikot zurückkehrt.

ISLAND: Als Eidur Gudjohnsen nach dem Ende des isländischen EM-Märchens im Viertelfinale gegen Frankreich durch die Mixed Zone strebte, verkündete er direkt: kein Wort zur Zukunft. Eigentlich wird das Karriere-Ende des 37-jährigen Rekordtorschützen Islands erwartet, doch auch Trainer Heimir Hallgrimsson wollte da nicht vorgreifen: "Wir haben noch nicht gesprochen, aber das ist seine Entscheidung."

IRLAND: Arm in Arm verabschiedeten sich Robbie Keane und Shay Given von den irischen Fans. Das Farewell von der EM darf als Symbol für den Generationswechsel bei den "Boys in Green" gelten - auch wenn weder der 35-jährige Kapitän noch der fünf Jahre ältere Keeper endgültig ihren Rücktritt erklärt haben. "Die Entscheidung liegt voll bei den Spielern", erklärte Nationaltrainer Martin O'Neill.

DEUTSCHLAND: Angekündigt hat keiner seinen Abschied beim Weltmeister. Bei den seit 2004 für die DFB-Elf spielenden Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski könnte ein EM-Triumph das Kalkül beeinflussen. Podolski ließ schon durchklingen, dass der Titel die Entscheidung für ihn einfacher mache. Beim im EM-Jahr wiederholt verletzten Kapitän Schweinsteiger dürfte in die Zukunftsplanung hineinspielen, wie sein Körper die weiteren Strapazen mitmacht.

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