Poker von Wales-Stürmer Robson-Kanu ging auf

Robson-Kanus Agent ist jetzt schwer beschäftigt

Robson-Kanus Agent ist jetzt schwer beschäftigt

Aus der Arbeitslosigkeit zum EM-Helden: Mit seinem waghalsigen Transferpoker ist Hal Robson-Kanu jetzt schon der große Gewinner im walisischen Team. Vor dem Turnier ließ der Stürmer seinen Vertrag beim englischen Zweitligisten Reading auslaufen - und freut sich nach starken Auftritten nun über reichlich Angebote. "Das war ohne Zweifel die beste Entscheidung meines Lebens", sagte der 27-Jährige.

Im größten Spiel seiner Karriere will Robson-Kanu nun im Halbfinalduell mit Portugal und Superstar Cristiano Ronaldo am Mittwoch (21.00 Uhr) in Lyon neuerlich glänzen. Besonders der vorentscheidende Treffer in der Runde der besten Acht zum 2:1 gegen Belgien, als er drei Abwehrspieler mit einer feinen Drehung aussteigen ließ, sorgte bei der EM bisher für Aufmerksamkeit. Am selben Tag, dem 1. Juli, war er erstmals auch offiziell ohne Job. Neben Meister Leicester City sollen dem Pay-TV-Sender Sky zufolge nun drei weitere Premier-League-Clubs an ihm interessiert sein.

Sein Agent sei schwer beschäftigt, bestätigte er im EM-Quartier von Dinard. "Das ist eine der Sachen, die es zu einer einzigartigen Situation für mich machen." Den Großteil seiner Karriere verbrachte Robson-Kanu abseits des Scheinwerferlichts in der Unterklassigkeit, bis auf zwei Ausleihen blieb er zwölf Jahre lang in Reading. Seine Quote ist mit 24 Toren bei knapp 200 Partien in den beiden obersten britischen Ligen eher mäßig, zwei seiner vier Länderspieltreffer erzielte er bei der EM in Frankreich.

Diese Entwicklung beschreibt sein Nationaltrainer Chris Coleman als "die verrückte Natur des Fußballs". Und erinnert daran, wie wankelmütig das Schicksal sein kann. Vor gut einem Monat verletzte sich Robson-Kanu im Trainingslager in Portugal, für mehr als einen Tag lang zitterte der bullige Angreifer um seine EM-Teilnahme. "Wir hatten große Sorgen, ob er dabei sein kann", berichtete Coleman. "Er hätte das Turnier verpassen können und dazu noch keinen Vertrag haben - das ist keine Position für einen Spieler, in der er sich wirklich wohlfühlt. So schnell kann es sich im Fußball ändern."

Doch die Wohlfühl-Story darf auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Robson-Kanu mit 27 keineswegs ein lange übersehener Rohdiamant ist. Im Alter von 15 Jahren wurde er von Arsenal als zu klein, zu langsam, zu schwach befunden und weggeschickt. Nach mehreren schweren Knieverletzungen schaffte es Robson-Kanu zwar in die U19 und U20 Englands - entschied sich aber wegen der Perspektivlosigkeit bei den "Three Lions" für das Geburtsland seiner Großmutter.

Nun sind seine Aussichten auf die ersehnte Premier-League-Anstellung glänzend. "Ich hatte vor dem Turnier Angebote, gute Angebote von guten Clubs - aber ich habe die Entscheidung getroffen, zu warten", erklärte er. "Ich habe meine Zukunft jetzt in meinen eigenen Händen." Schon am Mittwoch soll ein neues Kapitel folgen.

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