Italiens "Unbekannte" spielten sich in Vordergrund

Graziano Pelle wurde erst mit 29 Jahren in die Nationalelf einberufen

Graziano Pelle wurde erst mit 29 Jahren in die Nationalelf einberufen

Graziano Pelle, Emanuele Giaccherini, Eder - mit diesen Namen konnten selbst die Tifosi vor der Fußball-EM nicht viel anfangen. Italiens Offensivspieler kannte kaum jemand, niemand hatte sie so richtig auf der Rechnung. Doch bei der Endrunde hat sich das Trio nicht nur wegen seiner wichtigen Tore in den Vordergrund gespielt. Großen Anteil daran hat Trainer Antonio Conte, der die Profis antreibt.

Das beste Beispiel dafür ist Pelle. 30 Jahre ist der Stürmer alt, sein Debüt in der Nationalelf gab er mit 29 Jahren. Zuvor spielte er lange bei kleineren Vereinen, verdiente sein Geld im Ausland bei Feyenoord Rotterdam und Southampton. In Italien wusste man wenig über den kräftigen Mittelstürmer, doch Conte berief ihn in seine Nationalelf und schenkte ihm das Vertrauen.

"Pelle ist ein bisschen das Symbol dieser Mannschaft", lobte Conte. "Er ist der Typ Spieler, den ich in ihr haben will, Spieler, die sich aufopfern, die die anderen mitreißen, die Leidenschaft und Stolz zeigen, wenn sie das Nationaltrikot tragen." Das Vertrauen zahlt der wie Conte aus Apulien stammende Stürmer nun bei der EM zurück. Gegen Spanien war er einer der stärksten Azzurri, hielt und verteilte Bälle im Sturmzentrum, kämpfte, rannte, ackerte und erzielte ein Tor.

Sieben Tore in 16 Länderspielen hat Pelle, der in seiner Jugend ein Turniertänzer war, bisher für die "Squadra Azzurra" erzielt. "Ich bin immer positiv, es passiert selten, dass ich kein Vertrauen in mich habe", berichtete Pelle nach dem Spiel gegen Spanien, seinem bisher wohl besten im Nationaltrikot.

Eine ähnliche Geschichte hat Sturmpartner Eder, der ebenfalls erst mit 28 Jahren das erste Mal für Italiens Nationalelf auflief. Der in Brasilien geborene Profi konnte dank eines italienischen Urgroßvaters eingebürgert werden, doch daran gab es viel Kritik. Conte aber hielt auch nach einer schwachen Rückrunde in der Serie A unbeirrt an Eder fest, nun glänzt der Angreifer in Frankreich. "Ich war überzeugt, hatte immer das Vertrauen des Trainers", sagt der Angreifer.

Der Glauben an sich selbst, das Vertrauen des Trainers - das hilft den unbekannten Leistungsträgern in Italiens Nationalelf zu starken Leistungen. So war es auch bei Emanuele Giaccherini, gegen Belgien Torschütze zum 1:0 und gegen Spanien ebenfalls einer der überragenden Spieler. Der 31-Jährige stand zwar schon bei der EM 2012 im Kader, erlebt aber erst jetzt seine beste Phase. Der Mittelfeldspieler sagte bescheiden: "Ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft und gebe alles. Wenn ich gute Leistungen bringe, freut mich das umso mehr." Die nächste Chance bietet sich am Samstag (21.00 Uhr) in Bordeaux im Viertelfinalschlager gegen Weltmeister Deutschland.

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