Italien verlässt Frankreich erhobenen Hauptes

Die Italiener mussten sich im Elfer-Krimi geschlagen geben

Die Italiener mussten sich im Elfer-Krimi geschlagen geben

Italien hat am Samstag den Traum vom zweiten Titel bei einer Fußball-EM begraben müssen. Die "Squadra Azzurra" unterlag Weltmeister Deutschland in Bordeaux erst im Elfmeterschießen (5:6). Damit riss eine stolze Serie von zuvor acht Spielen bei Großereignissen, in denen man gegen Deutschland nicht verloren hatte. "Es ist schade auf diese Weise auszuscheiden", befand Italiens Trainer Antonio Conte.

Der scheidende Trainer, er wechselt zu Chelsea, zog dennoch zufrieden Bilanz. "Wir hinterlassen unverwischbare Spuren und ich hoffe, dass die eines Tages Früchte tragen." Zudem ließ Conte eine mögliche Rückkehr zum italienischen Team offen. "Es ist ein Auf Wiedersehen, kein Abschied", betonte der 46-Jährige. "Ich werde die Jungs immer in meinem Herzen haben, es waren zwei fantastische Jahre mit diesen eineinhalb Monaten, in denen wir etwas Magisches geschafft haben."

Der Kapitän der "Azzurri" Gianluigi Buffon konnte seine Enttäuschung im Moment der Niederlage nicht verbergen. Der 38-jährige Schlussmann hatte Italien mit einer Glanzparade gegen Mario Gomez beim Stand von 0:1 noch im Spiel gehalten, im Elfmeterschießen musste auch er sich geschlagen geben. "Eine solche Niederlage ist hart, das war ein Schock für uns. Im Elfmeterschießen auszuscheiden, wenn der Gegner so oft vergibt, das tut wirklich weh. Das ist wirklich schade", kommentierte Buffon den Krimi.

Dabei hätte Buffon den entscheidenden Penalty von Jonas Hector beinahe noch gehalten, doch der Ball rutschte unter ihm ins Tor. "Buffon, ein Phänomen, auch unter Tränen", urteilte die Zeitung "Tuttosport" und würdigte den starken EM-Auftritt des Routiniers, der womöglich seine Karriere im Team beenden wird. Weniger freundlich ging die italienische Presse mit den Fehlschützen, allen voran Simone Zaza und Graziano Pelle, um.

"Was waren das für Schüsse?", fragte am Sonntagmorgen die "Gazzetta dello Sport" und lieferte gleich selbst die Antwort: "Was für peinliche Elfmeter." Zunächst blamierte sich Zaza. Der in der 121. Minute eingewechselte Angreifer schoss weit über das Tor, nachdem er mit kuriosen Trippelschritten angelaufen war. Kurze Zeit später ging es Pelle nicht besser. Der Stürmer von Southampton provozierte vor seinem Versuch Manuel Neuer im Tor der Deutschen, indem er ihm gestisch einen "Lupfer" in Panenka-Manier ankündigte, nur um wenige Sekunden später den Ball am Tor vorbeizurollen.

Weitere Fehlschüsse von Leonardo Bonucci und Matteo Darmian machten das Desaster perfekt. Damit gingen die Italiener in ihrem neunten Elfmeterschießen bei Großereignissen zum sechsten Mal als Verlierer vom Platz.

Abgesehen vom enttäuschenden Elfmeterschießen war man in Italien von der gezeigten Leistung während des gesamten Turniers angetan. So schrieb etwa die Sportzeitung "Gazzetta dello Sport": "Kopf hoch. Nach 18 Elfmetern gewinnt dieses Mal Deutschland. Ein unbezwingbares Italien bringt den Weltmeister ins Elfmeterschießen. Wir sind draußen, aber darauf kann man aufbauen. Herz und Organisation sind unsere Waffen. Trotzdem Helden!"

Fanmeile am Eiffelturm zählte 1,2 Mio. Besucher

EURO 2016

Frankreichs Organisatoren zufrieden mit EM-Ablauf

Noel Le Graet: "Wir haben gezeigt, dass Frankreich zurückkommt"

EURO 2016

Frankreichs Verbandschef Graet sieht noch Luft nach oben

Joachim Löw wird seinen bis 2018 laufenden Vertrag erfüllen

EURO 2016

Joachim Löw bleibt deutscher Teamchef