Ex-Stürmer Hrubesch und Völler lobten deutsche Leistung

Horst Hrubesch würdigte Leistung der DFB-Elf

Horst Hrubesch würdigte Leistung der DFB-Elf

Der deutsche Ex-Europameister Horst Hrubesch und der ehemalige DFB-Teamchef Rudi Völler haben sich trotz des Ausscheidens im Halbfinale in Interviews angetan über die Leistung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft gezeigt. "Die Mannschaft hat auch so gezeigt, dass sie eine eigene Klasse hat", sagte Hrubesch zum 0:2 gegen Gastgeber Frankreich der "Welt am Sonntag".

Völler lobte die Mannschaft in der "Bild am Sonntag": "Spielerisch war die Mannschaft jetzt in vielen Dingen noch besser als 2014 in Brasilien", sagte der Sportchef von Bayer Leverkusen und ergänzte: "Ich habe selten erlebt, dass eine deutsche Mannschaft anderen Teams gegenüber so überlegen war." Deutschland sei die beste Mannschaft des Turniers gewesen.

Für Hrubesch habe es bei dieser EM nur ein Manko gegeben: "Entscheidend war, dass wir die Tore nicht erzielt haben. An Möglichkeiten mangelte es nicht", urteilte der einstige Mittelstürmer, dem 1980 beide Treffer zum 2:1-Sieg im EM-Finale über Belgien gelangen. Ein Stürmerproblem im deutschen Fußball sieht der jetzige Trainer der deutschen U21-Auswahl dennoch nicht. Hrubesch verwies auf Mario Gomez, Mario Götze und Leroy Sane, demnächst werde Davie Selke von RB Leipzig dazukommen. Auch mit Blick auf weitere Talente wie Leon Goretzka, Julian Weigl, Jonathan Tah oder Yannick Gerhardt ist Hrubesch für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland optimistisch.

Auch Völler glaubt nicht, dass es nun einen großen Umbruch geben wird. Er könne sich nicht vorstellen, dass der deutsche Teamchef Joachim Löw über einen Rücktritt nachdenke. Dazu gebe es keinen Grund. "Jogi hat es doch vor zwei Jahren schon bewiesen - mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft hat er alles erreicht. Leider ist ihm das i-Tüpfelchen nun nicht vergönnt gewesen", sagte der Weltmeister von 1990.

Der ehemalige Sportdirektor von Red Bull Salzburg, Ralf Rangnick, warf der deutschen Nationalmannschaft im Viertelfinale und Halbfinale der Fußball-EM unterdessen fehlendes Tempo und mangelnden Spielwitz vor. Gegen Nordirland und vor allem die Slowakei habe der Weltmeister auf diese Weise seine besten Spiele gemacht, so der Sportdirektor von RB Leipzig, dem Aufsteiger in die deutsche Bundesliga.

"Wir haben es leider nicht mit der gleichen Zielstrebigkeit und mit dem gleichen Tempo nach vorne gegen Italien und auch gegen Frankreich geschafft zu spielen. Deswegen hatten wir in diesen beiden Spielen auch nicht so viele glasklare Torchancen", sagte der ehemalige Trainer am Samstagabend im ZDF.

Rangnick hält die Diskussion über fehlende Torjäger für verfehlt. Stattdessen plädierte er für mehr Tempospiel. "Ich glaube, dass die Diskussion bezüglich der Mittelstürmer ein bisschen am Ziel vorbei führt", erklärte der 58-Jährige.

Zur Selbstkritik mahnte auch der ehemalige DFB-Teamkapitän Michael Ballack DFB-Teamchef Joachim Löw. "Löw ist Weltmeistertrainer. Er genießt große Sympathien in der Öffentlichkeit und auch in seinem Arbeitsumfeld. Kritische Stimmen hört man hier allerdings eher selten. Das darf nicht zur Bequemlichkeit führen", schrieb Ballack in seiner Kolumne für die Zeitungen "Express" und "TZ".

Zudem riet Ballack dem aktuellen DFB-Kapitän Schweinsteiger zum Rücktritt. "Er hat Deutschland 2014 zum Weltmeister gemacht. Er hat Großartiges für den Fußball geleistet. Er kann jetzt erhobenen Hauptes durch die Vordertür abtreten. Ich denke, es ist jetzt ein guter Zeitpunkt für ihn, zurückzutreten", meinte Ballack.

Das sieht der frühere Teamchef Berti Vogts anders: Schweinsteiger habe mit dem Handspiel im Halbfinale gegen Frankreich, das zu einem Elfmeter führte, einen Fehler gemacht. "Das weiß er selbst. Ansonsten kann ich nur sagen: Er ist nach wie vor ein klasse Spieler. Es wäre zu schade, wenn er so seine Nationalmannschafts-Karriere beenden würde", sagte Vogts dem Magazin "Sport Bild".

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