Deutschland nach Premierensieg gegen Italien Titelfavorit

Die Freude bei den Deutschen ist groß

Die Freude bei den Deutschen ist groß

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist nach dem ersten Sieg gegen Italien bei einem Großereignis im Viertelfinale der Europameisterschaft (6:5 i. E.) Titelfavorit Nummer eins. Dabei musste das Team von Joachim Löw am Samstag in Bordeaux im Elfmeterschießen gehörig Zittern. Erst der 18. Versuch von Turnier-Debütant Jonas Hector brachte die Entscheidung zugunsten des amtierenden Weltmeisters.

Der erste Sieg im neunten Anlauf gegen die "Squadra Azzurra" bei einem Großereignis lässt Deutschland naturgemäß von mehr träumen. "Wenn man im Halbfinale steht, heißt das Ziel, auch das Finale zu erreichen", zeigte sich Teamchef Joachim Löw selbstbewusst. Im Semifinale trifft Deutschland am kommenden Donnerstag in Marseille auf Frankreich oder Island, wobei Löw keine Zweifel daran offen ließ, dass er mit dem Gastgeber als kommenden Gegner rechnete. Löw feierte auch in seinem fünften Turnier als Cheftrainer der Deutschen den Einzug unter die besten vier Nationen.

Besonders angetan war der ehemalige Trainer der Wiener Austria diesmal von der Leistung seines Teams gegen den "Angstgegner". "Am Ende haben wir Italien ein bisschen glücklich niedergerungen, aber wir waren die überlegene Mannschaft." Tatsächlich hatte Deutschland das Spiel über weite Strecken im Griff und ging durch Mesut Özil völlig verdient in Führung (65.). Ohne einen durch Jerome Boateng verursachten Handselfmeter, den Leonardo Bonucci verwandelte (78.), hätte man sich das Nachspiel vermutlich erspart.

"Was die Mannschaft geleistet hat, ist eines Champions würdig. Sie hat Italien komplett dominiert", urteilte auch der früh verletzte Sami Khedira. Er droht im Halbfinale neben dem gesperrten Innenverteidiger Mats Hummels auszufallen.

Im siebenten Elfmeterschießen bei Großereignissen behielten die Deutschen zum sechsten Mal die Oberhand. Das erste und einzige Mal hatte man beim EM-Finale 1976 gegen die Tschechoslowakei das Nachsehen, als Antonin Panenka den entscheidenden Elfmeter lässig in die Mitte lupfte.

Gegen Italien verschossen mit Thomas Müller, Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger durchwegs arrivierte Spieler. "Normalerweise haben wir sichere Schützen, heute haben uns die jungen Spieler gerettet. Es ist großartig, wie sie ihre Nerven in einem so wichtigen Moment unter Kontrolle hatten", lobte Löw neben dem Siegschützen Hector etwa auch Joshua Kimmich. Den letzten Elfmeter bei einem Großereignis verschoss Deutschland davor übrigens bei der Weltmeisterschaft 1982.

Durch den Aufstieg in das Halbfinale hat jeder der 23 Kaderspieler eine Prämie von 100.000 Euro sicher. Im Falle des Titelgewinns würde sich diese Summe verdreifachen.

Fanmeile am Eiffelturm zählte 1,2 Mio. Besucher

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