Wohnskulptur: Strenge Liebe Sichtbeton

Intensive Beschäftigung mit innovativen Bauten führte das Ehepaar Hackenbuchner zu den Architekten Pichler & Traupmann. Das Resultat ihrer Architekturleidenschaft steht auf einem Hietzinger Hügel: Sockel, Hülle, Glasmembrane, die Innen und Außen ineinanderfließen lassen.

Der Lainzer Tiergarten ist nicht weit. Der Hügel, auf dem die Granichstaedtengasse endet, hat Dorfcharakter. Alles da für Kinder und Mütter, um sich verankert zu fühlen: Kirche, Schule, Pfadfindergruppe. Nach Westen sieht man ins Lainzer Grün, nach Osten auf die Businesstürme der Stadt. Das Wohnhaus liegt am Hang, verläuft quer dazu – das zu Sichtbeton materialisierte Resultat eines brennenden Interesses an zeitgemäßem Bauen.

Schuld daran ist die Schweiz. Konkret: Ihre innovative Architektur. Solange Jörg Hackenbuchner als Marketingdirektor der Firma Schwarzkopf & Henkel in Basel stationiert war, gehörten Freizeitausflüge zu interessanten Bauwerken zum bevorzugten Hobby des Betriebswirtschafters und seiner Frau Andrea, einer Neurologin. Auch Tochter Clara und Sohn Maximilian wurden frühzeitig in die Welt modernen Wohnens eingeführt, etwa auf einer Reise zur Weißenhofsiedlung bei Stuttgart, wo 1927 siebzehn Architekten aus fünf europäischen Ländern unter Leitung von Ludwig Mies van der Rohe eine herausragende Mustersiedlung der Moderne errichtet hatten.

Als klar war, dass Hackenbuchner die Belange von Henkel-Kosmetik in Mittel- und Osteuropa leiten sollte, wurde der Grund in Wien-Hietzing gekauft und nach einem Architekten gefahndet. Im Fachmagazin „architektur.aktuell“, das in der TU Wien auflag, wurden die Bauherren fündig: Chris­toph Pichler und Hannes Traupmann erschienen ihnen als kongeniale Wunscherfüller ihrer Wohnvorstellung. Zur Sicherheit bastelte das Ehepaar aber selbst ein Modell seines Traumhauses. Das Architektenduo nahm es – „charmant“, sagt Hackenbuchner – entgegen, präsentierte jedoch bald seine eigenen Vorschläge, „die rein gar nichts mit unserem Modell zu tun hatten. Am Urlaubspool in der Toskana besprachen wir 14 Tage lang unser künftiges Heim – und akzeptierten Pichler-Traupmanns Konzept fast ohne Veränderung.“

Wie steht das Haus am Hang nun wirklich da?

Die Architekten beschreiben ihr Bauwerk auf 224 Quadratmeter Nutzfläche so: „Die Spannung der unterschiedlichen Grundstücksebenen setzt sich im Inneren des Hauses dynamisch fort. Innen- und Außenraum fließen ineinander, die Trennung wird nur thermisch durch Glasflächen vollzogen. Sämtliche Gebäudeöffnungen entstehen durch die räumliche Verschiebung der Flächen von oberem und unterem Bauteil. Der untere Teil ist als Sichtbetonsockel formuliert, dort tritt man ein, kocht, isst und ,wohnt‘. Die spezielle Geometrie des Obergeschosses besteht nur aus einer einzigen Fläche: Sie entwickelt sich von der Ostwand des Car-Ports zu einer z-förmigen Deckenplatte, die als Nordwand des Bade- und Schlafbereichs in die Vertikale kippt und als umhüllende Decken-, Wand- und Bodenplatte des Kinderbereichs endet. Die konstruktive Eigenständigkeit und die zum Beton des Sockelgeschosses unterschiedlich weiß verputzte Oberfläche lassen das obere Geschoß einer Skulptur ähnlich schweben.“

Der Bauherr lässt die Schlieren des Sichtbetons statt der Bilder – die er eingelagert hat – auf sich wirken. Entspannt sich bei den Nichtfarben Grau und Weiß. Ließ nur Schiefer und steirische Eiche als Materialien für das Innendekor zu, möblierte reduziert mit klassischem Design. Die Familie genießt die beiden Terrassen – die obere vom Elternschlafzimmer zu betreten, die untere vom Essplatz. Da sind die Getränke nicht weit, wenn im Sommer am Pool gesonnt und gepritschelt wird. Falls Weite und Luftigkeit zu viel werden, schmiegen sich nebst ausgedehnten Wirtschaftsräumen im Untergeschoß zwei Rückzugskammern in den Hang: ein großzügig verglastes Büro und ein „Kuschelzimmer“, nur mit Sofa und Fernsehapparat..

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