Kommt Österreich ohne Russengas aus?

Kommt Österreich ohne Russengas aus?

"Sa was, sa nas, sa gas" - Der Trinkspruch der Gazprom-Leute ist so einfach wie selbstbewußt: "Auf euch, auf uns, aufs Gas!“ Sie wissen rund 18 Prozent der weltweiten Erdgasvorkommen in ihrem Land, Präsident Wladimir Putin hinter sich und einen Milliardenmarkt vor der Haustür, der in Summe zu mehr als einem Drittel von ihnen abhängig ist.

Doch das Feiern könnte dem halbstaatlichen russischen Energieriesen trotzdem bald vergehen. Denn Europa beginnt seit der Eskalation der Ukraine-Krise über Alternativen nachzudenken. Zu lange hat Russland seine Quasi-Monopolstellung raushängen lassen. Und die Entwicklung in der Ukraine könnte Transportwege in den Westen gefährden. Dazu kommt, dass sich etwa durch den Schiefergasboom in den USA neue Optionen für die Europäer auftun. Auch die erneuerbaren Energien werden wettbewerbsfähig. Selbst Österreich könnte mit einem Mix aus verschiedenen Maßnahmen seine Abhängigkeit von Russland - derzeit 60 Prozent - deutlich reduzieren.

Die Frage ist aber: Wollen wir das überhaupt? Manche sehen in der engen Verflechtung mit Russland eher eine Chance für eine halbwegs friedliche Entwicklung in Europa. Marc Hall etwa, Energiechef der Wiener Stadtwerke und ausgewiesener Gaswirtschaftsexperte, beschwört die Europäer fast poetisch: "Da sind wir auf eine wundersame Weise gefangen, sodass wir unbedingt eine gemeinsame Lösung finden müssen.“ OMV-Chef Gerhard Roiss lässt bereits Taten sprechen. So bekräftigte er kürzlich die Partnerschaft mit Gazprom durch ein neues, gemeinsames Pipelineprojekt: Verlängerung von South Stream. Gleichzeitig bot er der Gazprom auch rund eine Milliarde Kubikmeter der OMV-Untergrundspeicher zur Nutzung an (13 Prozent des Gesamtvolumens in Österreich). Die Gazprom besitzt aber schon rund 23 Prozent. Und sie bekommt dieser Tage von der deutschen Wintershall weitere elf Prozent dazu. Und so könnte letztlich bald die Hälfte der heimischen Gasspeicher in der Hand Putins sein. Ein Grund mehr für ein freudiges "Sa was, sa nas, sa gas!“

Aber das ändert nichts daran, dass Europa - und etwas weniger auch Österreich - über Konzepten brütet, sich aus Putins Klauen zu befreien und die Gasversorgung abzusichern. trend skizziert und analysiert im Folgenden acht Szenarien, wie das funktionieren könnte.

1. Projekt South Stream

Das derzeit heiß diskutierte Pipelinevorhaben könnte zwar die Versorgung absichern und der OMV nützen. Eine Alternative zum Russengas bringt die geplante Milliardenröhre nicht.

South Stream. Der Name fällt immer dann, wenn von Problemen mit russischen Gaslieferungen die Rede ist. Also alle paar Jahre einmal. Er meint eine geplante Pipeline, die durchs Schwarze Meer über Bulgarien, Serbien und Ungarn - also auf einer klassischen "Gastarbeiterroute“ - bis nach Österreich führen könnte. Vor wenigen Wochen hat OMV-Boss Gerhard Roiss mit dem Betreiber Gazprom eine Absichtserklärung zum Ausbau bis zum österreichischen Erdgasspeicher Baumgarten unterzeichnet: South Stream sichere die Versorgung Österreichs und der EU, so das Argument der OMV.

Diesem Ziel dient das Projekt. Klar ist aber auch: Mit dieser Pipeline lässt sich die Abhängigkeit vom russischen Erdgas keineswegs mindern. Der Hauptlieferant Russland bliebe der gleiche. Brüssel hat das Projekt daher in seiner jetzigen Form auch für EU-rechtswidrig erklärt. Zumindest so lange, bis sich Betreiber Gazprom zur Öffnung der Pipeline für andere Lieferländer bereit erklärt.

Dazu kommt, dass die hohen Errichtungskosten zwangsläufig zu langfristigen Abnahmerverträgen, und damit größerer Abhängigkeit führen werden. Russland muss nämlich auch einen Großteil der Zuleitung am eigenen Territorium neu bauen. Der Zubringerteil ist aber noch länger als das Teilstück bis nach Europa. Schließlich befinden sich die Gasvorkommen im hohen Norden, South Stream allerdings beginnt im tiefsten Süden von Russland. Die Gesamtkosten des Projekts steigen für die Gazprom damit auf über 50 Milliarden Euro.

Richtig ist, dass South Stream das bislang unsichere Haupttransitland für Europa, die Ukraine, umgehen würde. So wie bereits auch die russische Pipeline North Stream durch die Ostsee. Der politische Kollateralschaden für die Ukraine: Russland könnte das wankende, ehemalige Bruderland mit Lieferstopps unter Druck setzen, ohne gleichzeitig die Vertriebswege nach Europa aufs Spiel zu setzen.

Profitieren würde vor allem die börsennotierte OMV als Unternehmen: Man könnte sich als Haupthandelspartner von Gazprom etablieren und würde die eigenen Erdgasdrehscheibe Baumgarten zur wichtigsten in Europa pushen. Nicht zuletzt deswegen hat die OMV der Gazprom auch Anteile an der bislang mehrheitlich von ihr betriebenen europäischen Gashandelsbörse CEGH angeboten.

2. Fokus auf Asien

Auch andere Länder haben Erdgas. Und nicht nur die OMV baut Pipelines. Das eröffnet neue Möglichkeiten.

Russland ist beileibe nicht der einzige Lieferant für Pipeline-Gas. Ein Teil kommt aus Norwegen oder Afrika. Hier ließen sich die Transportmengen durchaus noch ausweiten. Allerdings sind die innereuropäischen Pipelinekapazitäten zum Weitertransport beschränkt, warnt Energieregulator Walter Bolz: "Wir müssten die West-Ost-Verbindungen in Europa ausbauen.“

Weil das aber nicht so einfach ist, hoffte die OMV lange Zeit auf das Pipelineprojekt Nabucco. Es sollte eigentlich Gas aus Zentralasien und dem Iran bis nach Österreich bringen. Aus Sicht der Diversifizierung keine schlechte Idee, doch das Projekt scheiterte.

Keinswegs ist damit aber schon die europäische Energiepolitik gescheitert. Denn Europa setzt nun auf das Konkurrenzprojekt TANAP-TAP, das im Vorjahr den Zuschlag für die Gasvorkommen etwa aus Aserbaidschan bekommen hat. Die aus zwei Teilstücken bestehende Pipeline führt durch die Türkei, Griechenland und Albanien bis nach Italien. Betreiber sind neben den lokalen Energieversorgen auch BP, Statoil oder E.On, aber nicht die OMV.

Die Kapazitäten liegen in einer Grundausbaustufe bei zehn Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr und ließen sich leicht auf 20 verdoppeln. Zusätzliche Lieferländer wären Iran, Turkmenistan oder Usbekistan. Das Potenzial ist hoch, relativ gesehen: Der Erdgasverbrauch Österreichs liegt bei rund acht Milliarden Kubikmeter. Das Handelsvolumen, das über Österreich zur Versorgung Europas abgewickelt wird, beträgt allerdings etwa 45 Milliarden Kubikmeter. Immerhin sind die Ausbaukosten im Vergleich zu Konkurrenzprojekten wie Nabucco deutlich geringer.

3. Biomasse vergären

Kuhfladen, Grasschnitt, Maiskolben: Ein paar harmlose Bakterien verwandeln landwirtschaftliche Produkte oder Grünabfall zu Methangas, das statt Erdgas einsetzbar ist.

Zu Beginn der Entwicklung half ein Vergleich. Das Ding funktioniere wie ein Kuhmagen, pflegten die Ingenieure zu formulieren. Vorne komme Futter hinein, hinten Methan heraus. Das überzeugte viele Landwirte, und mittlerweile sind Biogasanlagen mit ihren kleinen und größeren Fermentiertürmen in der Landschaft keine wirkliche Überraschung mehr. Dank ausgereifter Technologie liefern sie in einem kontrollierbaren Umwandlungsprozess Methangas, das, aufbereitet, direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden kann.

Üblicher ist bislang allerdings die sofortige Umwandlung über einen mit Gasmotor betriebenen Generator in elektrische Energie. In Deutschland etwa stammen - hoch gefördert - bereits sieben Prozent der Stromproduktion aus derartigen Biogaskraftwerken. Sie besitzen in Summe ein Leistungsvermögen von rund sechs Gigawatt (GW), das entspricht etwa der Power von vier mittelgroßen Atomkraftwerken.

In Österreich sind erst 0,1 GW dieser Biogaskraftwerksleistung installiert, sie wird aber ebenfalls gefördert. Zur Erhöhung der Unabhängigkeit von Russland interessanter wäre aber die Möglichkeit, das solcherart produzierte Methan direkt ins Gasnetz einspeisen zu können, ohne Umwandlung in Strom. Dafür gäbe es einiges Potenzial, errechnete die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach im Jahr 2013. Es wird zwar sowohl vom Biomasseaufkommen als auch von den Möglichkeiten im Gasnetz begrenzt - und liegt langfristig bei 4,6 Terrawattstunden. Das entspricht aber immerhin etwa 18 Prozent der österreichischen Gasverbrauchs.

Freilich gilt dies alles nur für die technische Seite. Erstens ist die nötige Menge an Biomasse nicht leicht aufzubringen. Und die Kosten derartig erzeugten Gasersatzes liegen - beim Rohstoff Mais mit dem höchsten Energiegehalt - mit etwa fünf bis sechs Cent je Kilowattstunde deutlich über dem originalen Rohstoff aus Russland, wo nur zwei bis drei Cent anfallen. Andere mögliche Biogasquellen wie Gülle liefern weniger spezifischen Ertrag und sind daher noch teurer. Ohne deutlichen Aufpreis ist die Unabhängigkeit von Russland hier also kurzfristig nicht zu haben.

4. Gas per Schiff ordern

Es müssen nicht immer Pipelines sein. Verflüssigtes Erdgas, LNG genannt, ist zur frei verschiffbaren Handelsware geworden.

Das Ärgerliche an Erdgas: Wer die Röhre hat, bestimmt über die Energie. Doch seit wenigen Jahren gibt es LNG, Liquified Natural Gas: bei minus 162 Grad verflüssigtes und somit ohne Pipeline transportierbares Erdgas. Dabei schrumpft das Volumen auf ein Sechshundertstel, was den weltweiten Transport per Spezialschiffen ermöglicht. Immerhin 30 Prozent des globalen Erdgasverbrauchs werden bereits als LNG gehandelt, in Europa rund 15 Prozent.

Das Problem an der Sache liegt zum einen in der Verflüssigung und Regasifizierung. Die Terminals sind teuer und daher selten. Die meisten stehen in Spanien, Portugal, Frankreich und England an der Küste - der Transport bis nach Österreich wäre mangels Pipeline-Kapazitäten eine aufwendige Sache.

Ein zweites Problem sind die Anbieter; viele befinden sich in politisch instabilen Regionen. Einer der größten ist wiederum Russland, jener Lieferant, von dem man sich emanzipieren will. Die USA könnten Europa zwar versorgen, dürfen es gesetzlich erst ab 2017. Und um die wenigen stabilen Anbieter wie etwa Australien und Katar matchen sich bereits asiatische Länder. Österreich müsste also einen deutlich höheren Preis in Kauf nehmen.

Die direkten österreichischen LNG-Beiträge sind bislang Forschungsprojekte: Der europäisches LNG Masterplan Rhein-Main-Donau versucht, die Donauschifffahrt zu LNG-betriebenen Schiffen zu überreden. Außerdem will die OMV seit Jahren zusammen mit Partnern auf der kroatischen Insel Krk ein Regasifizierungsterminal errichten. Bislang ohne Erfolg. Fazit: Ohne größeren Leidensdruck wird Österreich wohl weiter lieber in die Röhre schauen.

5. Windstrom in Gas verwandeln

Aus Wasser lässt sich elektrisch Wasserstoff extrahieren und zum Erdgas beimischen. Eleganter geht es nicht. Teurer auch nicht.

Wer einen Audi A3 g-tron kauft, der kauft auch die Energiezukunft. Der Wagen fährt nämlich indirekt mit sogenanntem "Windgas“. Der deutsche Premiumautobauer hat dafür vor einem halben Jahr eine der ersten Pilotanlagen für die "Power-to-Gas“-Technologie errichtet: Strom aus Windkraftwerken wandelt Wasser mittels Elektrolyse in Wasserstoff um. Dieser lässt sich - in kleinen Mengen - direkt dem Erdgas beimischen. Entweder zum Weitertransport (was letztlich indirekt eben auch in einem Audi A3 g-tron landen könnte) oder zur Speicherung. Siehe etwa das jüngste Pilotprojekt zur Untertagespeicherung von Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde: Underground Sun Storage des österreichischen Speicherunternehmens RAG (EVN).

Die Technologie schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie macht den für die Endverbraucher vorerst eher ungeeigneten, volatilen Windstrom speicherbar. Sie stabilisiert damit den Energiefluss. Und sie kann direkt Erdgas ersetzen. In einem zweiten Schritt lässt sich nämlich der Wasserstoff unter Zuhilfenahme von Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre zu synthetischem Methan veredeln (siehe Grafik oben). Der Umwelteffekt: Das solcherart erzeugte Gas ist CO2-neutral und könnte das bestehende Erdgasnetz einfach mitbenutzen.

Freilich: So elegant der Ansatz, so teuer ist er auch. Das liegt daran, dass derzeit maximal die Hälfte der eingesetzten Energie hinterher als Gas herauskommt. Würde dieses in Strom zurückverwandelt, sinkt der Effizienzgrad auf 30 Prozent. Im günstigen Fall, so rechnet die österreichische Energieagentur, kostet derart gewonnener Wasserstoff neun Cent je Kilowattstunde; Erdgas ist derzeit etwa um zwei bis drei Cent zu haben.

Das deutsche Institut für Gas- und Umwelttechnik hat 2013 das theoretische Potenzial für die Aufnahme von Wasserstoff im österreichischen Erdgasnetz berechnet. Die Experten kommen dabei auf 1,5 Terrawattstunden, das sind umgerechnet etwa 113 Millionen Kubikmeter Erdgas. Was viel klingt, sind gerade einmal 1,4 Prozent des aktuellen Verbrauchs in Österreich.

6. Weniger Gas, mehr Atom

Viel Gas wird weniger zum Heizen oder Kochen als zur Stromerzeugung verwendet. In ihren Autarkiebemühungen setzen manche europäische Länder deswegen auf durchaus umstrittene Technologien wie Atom- oder Kohlekraft. Beides funktioniert. In Deutschland etwa boomt Kohlestrom (plus 23,5 GWh von 2010 auf 2013), während Erdgaskraftwerke heruntergefahren werden. Auch der heimische Verbund-Konzern legt vorübergehend seine Gaskraftwerke still.

In Japan wiederum hat die Regierung den Wiedereinstieg in die Atomkraft angekündigt. Auch England und Ungarn setzen auf den Neubau von Kernreaktoren.

Für Österreich ist zumindest die Atomstrategie nicht denkbar. Nicht nur die Kernenergie an sich ist verboten, auch Atomstromimport wurde erschwert. Und eben erst hat die Verbundgesellschaft auch die Stilllegung eines Kohlekraftwerks angekündigt. Nur die EVN hält an ihren Kohlekraftwerken Dürnrohr und Duisburg-Walsum fest - aus Diversifizierungsgründen.

Schiefergas "fracken“

Die USA machten es vor: Die Förderung sogenannter unkonventioneller Gasvorkommen (Schiefergas) durch hydrochemische Verfahren ("Fracking“) steigert die verfügbaren Gasmengen, senkt die Marktpreise und macht die energieintensive Industrie glücklich. Warum nicht auch in Europa? In Summe, so Berater A.T. Kearney, gibt es auf dem alten Kontinent 13 Billionen Kubikmeter: etwa in Polen oder in Niederösterreich. Damit ließe sich viel russisches Gas ersetzen.

Die Haken daran: "Fracking“ ist in Europa wegen befürchteter Umweltschäden (es werden giftige Flüssigkeiten in den Boden gepresst) eher unerwünscht. Selbst die Forschung dazu. Außerdem werden die Lagerstätten für derartige Gasvorkommen weit tiefer vermutet als in Amerika: 5000 statt ab 1000 Metern Tiefe. Sie sind damit wegen höherer Förderkosten weit weniger lukrativ, um nicht zu sagen: nicht konkurrenzfähig.

Energieverbrauch einschränken

Energiesparen macht tatsächlich unabhängig. Und zwar relativ rasch. Deswegen zwingt die EU ihre Mitglieder zu Umsetzung von Energieeffizienzstrategien, aktuell auch Österreich. Wie hoch das Potenzial dabei ist, zeigt die eigentlich bereits 2009 verkündete Energiestrategie Österreichs. Da berechneten Wirtschaft- und Umweltministerium ein Sparvolumen von 288 Petajoule. Das wäre rechnerisch mehr als der gesamte Gasverbrauch Österreichs im Jahr 2013.

In der Realität liegen die größten Sparpotenziale eher beim Verkehr (Treibstoffe). Dann allerdings kommen schon die Haushalte. Etwa 45 Petajoule an Erdgas verheizen (oder verkochen) die Österreicher jährlich, das sind 1,7 Milliarden Kubikmeter oder 22 Prozent des Gesamtgasverbrauchs. Knapp die Hälfte davon ließe sich laut Umweltdachverband durch Gebäudesanierungen (Dämmung) holen. Weitere fünf Prozentpunkte wären erzielbar, würde man alle Gasheizungen auf Holz (Pellets) umstellen.

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