TV-Technik: OLED schlägt alle

Im Sommer werden die ersten Fernsehgeräte in Österreich erhältlich sein, die mit organischen Leuchtdioden arbeiten. Die neue OLED-TV-Technologie verspricht scharfe Bilder, satte Farben und hauchdünne Displays.

Es ist ein neues Kapitel der TV-Technik, eine Revolution, ein Quantensprung. Nach Jahren der Diskussionen, ob denn nun LCD oder Plasma besser sei, nach Jahren des aufwändigen Feilens an Soft- und Hardware, um den Flachen endlich wirklich scharfe Bilder mit jetzt aber wirklich naturgetreuen Farben zu entlocken, und nach Jahren der Ankündigungen, dass in naher Zukunft etwas kommen werde, was all diese Bemühungen mit einem Schlag übertrumpfen werde, ist es nun so weit: Im Sommer dieses Jahres kommen die ersten so genannten OLED-Fernseher auf den Markt - und das auch in Österreich.

OLED steht für Organic Light-Emitting Diode, winzig kleine Leuchtelemente, die in der Lage sind, selbstständig in den Primärfarben zu leuchten, dabei kaum Energie verbrauchen und extrem flach verbaut werden können. Sechs Millionen dieser Halbleiterelemente, die aus organischen Kunststoffen bestehen, bilden durch eine spezielle Anordnung ein Full-HD-Display eines Fernsehers mit beeindruckenden Vorteilen:

> OLED-TV-Geräte sind nur wenige Millimeter dünn und besonders leicht, benötigen kaum einen Rahmen und punkten durch ihr auffallendes, ungewohntes Design sowie ihren geringen Energieverbrauch.

> Erstmals kann echtes Schwarz dargestellt werden, da es keinerlei Hintergrundbeleuchtung wie bei LCDs gibt. Das Kontrastverhältnis ist unvergleichlich höher als bei allen bisherigen TV-Technologien, die Bilder wirken plastischer und echter.

> Die Farbwiedergabe ist unverfälscht und naturgetreu; die Farben sind intensiver und lebendiger.

> Und die Reaktionsgeschwindigkeit der OLED-Pixel ist tausendmal schneller als alles bisher Dagewesene, womit Bewegungsunschärfen - zum Beispiel bei Sportübertragungen - endgültig der Vergangenheit angehören.

Für TV-Marktführer Samsung ist dies jedenfalls die Zukunftstechnologie schlechthin. Über vier Milliarden Dollar investierte der koreanische Konzern im vergangenen Jahr in die OLED-Entwicklung, sechs Milliarden werden es 2012 sein. Geplant sind alleine heuer 26.000 neue Mitarbeiter, ein Großteil davon soll sich dabei OLED widmen. "Es ist dies das ultimative Flat-TV“, frohlockt Samsung-USA-Chef Tim Baxter bei der Präsentation seines 55-Zoll-Modells, das auf der Consumer Electronics Show (CES) Anfang Jänner in Las Vegas das OLED-Zeitalter für den Massenmarkt endgültig einläutete. Das serienreife Gerät mit 1,4 Meter Diagonale ist nur zwölf Kilo schwer, 7,6 Millimeter tief - und soll bereits im Spätsommer erhältlich sein.

"Die deutschsprachigen Länder sind sogar die ersten in Europa, da wir die anspruchsvollsten Konsumenten haben“, erklärt Gerald Reitmayr, der für Unterhaltungselektronik zuständige Manager bei Samsung Österreich. Preis könne er noch keinen nennen, "aber das ist für uns sicher kein Ultraluxusprodukt“. Dennoch werden die Geräte in dieser Dimension anfangs wohl noch zwischen 5000 und 7000 Euro kosten; das liegt unter anderem an der noch recht teuren Produktion, die erst mit den nächsten Modellen, die für 2013 erwartet werden, langsam effizienter werden wird. Reitmayr: "Wir gehen davon aus, dass wir zu Beginn einige hundert Stück pro Monat verkaufen können.“

Auch andere große Hersteller wie Sony und Panasonic arbeiten an OLED, dessen Technik für alle Entwickler eine Herausforderung darstellt. Vor allem die unterschiedliche Haltbarkeit der verschiedenen Farbpixel - blaue OLEDs altern ein wenig rascher - kann nach einigen Jahren zu Farbverfälschungen des TV-Bilds führen. Doch mittlerweile hat man auch dieses Problem halbwegs im Griff; beim Samsung-Fernseher soll dieser schleichende Prozess frühestens nach fünf, sechs Jahren überhaupt erst beginnen.

LG, der zweite Produzent, der auf der CES einen großen OLED-Fernseher präsentierte, löst dieses Problem auf seine Weise: Vier weiß leuchtende OLED-Elemente bilden ein Pixel, von denen drei dieser Subpixel mit Farbfiltern in den Primärfarben ausgestattet sind, eines bleibt weiß, um den Lichtausstoß zu verstärken. Ob dies zu einer vergleichbaren Bildqualität führt, werden erst technische Tests zeigen, billiger in der Herstellung ist diese Technik aber auf jeden Fall, und die Farbtreue ist langfristig garantiert.

Das erste LG-Modell - ebenfalls ein 55-Zöller - wird auch schon im Sommer erhältlich und mit vier Millimetern Bautiefe sogar noch dünner sein. "Unser OLED-Fernseher spricht sowohl den typischen TV-Konsumenten als auch Kinofreaks an, die ihre Filme völlig unverfälscht sehen wollen“, erklärt LG-Marketingmanager Reinhard Hübner und setzt auch auf den 35 Prozent geringeren Energieverbrauch gegenüber modernen LCD/LED-Fernsehern als Kaufargument. Das größte Asset für den Verkauf sei aber die Bildqualität selbst: "Auch technisch wenig bewanderte Konsumenten werden den deutlichen Unterschied sofort erkennen und zudem vom extrem dünnen Design fasziniert sein.“ Für Hübner ist OLED die Zukunftstechnologie schlechthin am Fernsehmarkt: "Das wird langfristig das absolut zentrale Massenmarktthema.“

Von Oliver Judex

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