Volles Rohr

Volles Rohr

Der Kärntner Anlagenbauer Piplan veredelt Wasser- und Abwasseranlagen.

Es gibt wohl wenige Menschen, die den inneren Wert eines Kanalrohrs richtig einschätzen können. Harald Matzka ist einer von ihnen. Besonders wichtig sind ihm die Schweißnähte zwischen den einzelnen Rohrstücken. Der 45-jährige Miteigentümer des Kärntner Anlagenbauers Piplan steht in der kleinen Montagehalle am Dorfrand, zwei Mitarbeiter richten gerade ein beindickes Aluminiumrohr am Schweißgerät ein. Matzka kramt unter den säuberlich am Hallenrand geschlichteten Rohrmuffen ein kleines Demo-Werkstück hervor. Die Schweißnaht muss innen im Rohr genauso glatt sein wie außen, erklärt er. Ist sie scharfkantig und ausgefranst, dann zeugt das von schleißiger Arbeit. Matzka: "Das ist Qualität, die man nicht gleich sieht, die aber eine kleine Firma wie unsere anbieten muss, um im Konkurrenzkampf bestehen zu können.“

Der Familienbetrieb aus Feistritz an der Drau hat sich auf den Bau und die Sanierung von kommunalen Wasser- und Abwasseranlagen spezialisiert. Theoretisch ein schier unerschöpfliches Betätigungsfeld in Österreich, wo ein Gutteil der Infrastruktur bereits dreißig bis vierzig Jahre alt ist und nun so nach und nach ersetzt werden muss. Statt alter Blei- oder Eisenrohre sollte heute Edelstahl für moderne Hygieneverhältnisse sorgen. Mit Betonung auf sollte. Denn die Finanzen der Kommunen und Länder seien schwer angeschlagen, klagt Matzka: "Die ganz großen Bauvorhaben werden derzeit auf die lange Bank geschoben.“

Solche wie etwa die Sanierung des Trinkwasserspeichers der Stadt Villach vor zwei Jahren. Dieser fasst statt der üblichen 100 bis 200 Kubikmeter Volumen gleich 5000. Und besteht aus einer komplexen Schneckenarchitektur. Diese Konstruktion machte zwar bei der Errichtung geringere Wandstärken möglich und sorgt seither für zusätzliche Klärwirkung. Doch der Austausch der Rohrleitungen wurde dadurch zu einem hochriskanten Unterfangen, das Piplan allerdings bravourös meisterte. Die Trinkwasserversorgung der Stadt war keine Sekunde unterbrochen.

Öffentliche Auftraggeber

Dass solche Großprojekte seltener werden, ist eine Herausforderung für Piplan. Man hängt zu 80 Prozent von öffentlichen Aufträgen ab. Allerdings macht auch Kleinvieh Mist. Und die von Matzkas Vater gegründete Firma ist flexibel genug, um sich auf die vielen kleineren Aufträge einzustellen, die nach einer sommerlichen Flaute nun wieder für volle Auftragsbücher sorgen. So wie sie vor mittlerweile bereits 13 Jahren flexibel genug war, um weiterzumachen, als ein Unfall den Firmengründer ausgerechnet beim Neubau des Firmengebäudes aus dem Leben riss und seine beiden Söhne Harald und Michael jäh an die Führungsspitze im elterlichen Betrieb brachte.

Seither wissen die Matzkas, was eine wirkliche Krise ist. Den kurzfristigen Unwägbarkeiten des täglichen Geschäfts hingegen begegnet man in der Geschäftsleitung mit einer ausgeklügelten Rollenverteilung unter den Brüdern, mit gut geschulten, handverlesenen Mitarbeitern - und viel Improvisationstalent. So werden etwa aus Edelstahlreststücken Spezialleitern geschweißt oder Dichtungsgummis mangels williger Lieferanten einfach selbst gegossen. Eine Aufgabe, die übrigens die Mutter erledigt, die, obwohl in Pension, auf diese Weise doch noch hin und wieder im Betrieb mitmischt. "Das Gummigießen“, sagt Matzka augenzwinkernd, "kann Mutti inzwischen fast genauso gut wie Kuchenbacken.“

PIPLAN
Gesellschafter: Harald und Michael Matzka
Firmensitz: 9710 Feistritz/Drau
Umsatz 2011: 1,32 Mio. Euro; EBIT-Marge 2011: 14,28%
Umsatz 2012e: 1,35 Mio. Euro; EBIT-Marge 2012e: 14,5%
Exportanteil am Umsatz: 5,5%
Mitarbeiter 2011: 10
Mitarbeiter 2012: 10
Gewerbeberechtigung: Wasserleitungsinstallation
Internet: www.piplan.at

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