Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber über langfristige Erfolge und Berufseinstieg

Im Vorweihnachtstrubel, begleitet von den ersten Schneeflocken, besuchte der Vorstandsvorsitzende des Verbund, Wolfgang Anzengruber, die Schülerinnen und Schüler der Maturaklasse 5BHBTH in der HTL Mödling. Anzengruber erzählte in einer kurzen Einführung Informationen über das Unternehmen, die Stromproduktion durch Wasser- und Windkraftwerke, die Spotmarktbörsen sowie die Liberalisierung des österreichischen Strommarktes und den damit einhergehenden Wettbewerb. "Seit 2005 beschäftigen wir uns daher nicht nur mit dem Stromvertrieb anWiederverkäufer, sondern auch mit dem direkten Verkauf an Endkunden", erklärt Anzengruber die Auswirkungen der Liberalisierung des österreichischen Strommarktes im Jahr 2001 auf den Verbund. Und mittlerweile zähle der Verbund nicht nur zu den günstigsten Stromanbietern, sondern auch zu einem der nachhaltigsten für klimabewusste Verbraucher, da auf Basis von Wasserkraft gearbeitet werde. Denn:

"Kohle ist kein Thema mehr für die Zukunft"
"Gas ist zwar doppelt so gut – oder halb so schlecht – wie Kohle hinsichtlich der CO2-Emissionen", erklärt der Energieexperte den Schülern, aber die beste Energiequelle sei – nicht nur wegen der aktuellen Klimakonferenz in Kopenhagen – Wasser. "Klimaerwärmung und CO2-Thematik werden Sie Ihr ganzes Leben lang begleiten", gibt Anzengruber zu bedenken und appelliert gleichzeitig an Verantwortungsbewusstsein und Vernunft der nächsten Generation. Von da an ging es in medias res und die Schüler konnten ihre Fragen stellen:

Wie wird man Vorsitzender des Vorstands?
"Ich habe mich für diesen Job nicht beworben, sondern wurde vom Aufsichtsrat des Verbund zu einem Hearing eingeladen – ich weiß auch nicht warum… Aber offenbar wurde man auf mich aufmerksam und hat mich daher gefragt, ob ich diesen Job machen wolle. Der darauf folgenden Bestellung zum Vorsitzenden ging ein ganz klarer, sauberer Prozess voran, obwohl natürlich im Vorfeld in den Medien und der Politik viel gemunkelt wurde. Ich bin aber kein Parteimitglied und daher war die Entscheidung zu meinen Gunsten auch nicht parteipolitisch motiviert."

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
"Meine Tätigkeit besteht im Wesentlichen darin die Unternehmensbereiche zu führen und gemeinsam mit den Führungskräften eine Strategie zu definieren. Und natürlich auf der anderen Seite zu kontrollieren, ob diese auch eingehalten wird. Ich bin aber nicht nur CEO sondern auch CFO (Chief Financial Officer) und daher für Finanzen und Betriebswirtschaft zuständig. Als börsennotiertes Unternehmen wird man periodisch dazu aufgefordert so genannte Roadshows an internationalen Finanzplätzen – London, New York, Paris – durchzuführen. Dort stehe ich in Meetings Analysten Rede und Antwort über die Firmenentwicklung und aktuelle Begebenheiten. Weiters bin ich für die Unternehmenskommunikation zuständig. Kurzum: Kein Tag gleicht bei mir dem anderen."

Wie sehr hat der Verbund unter der Krise gelitten?
"Der Verbund ist heuer unmittelbar nicht so stark betroffen gewesen. Aber natürlich mittelbar, da unsere Kunden aus der erzeugenden Industrie weniger Aufträge hatten, wodurch der Energiebedarf kleiner wurde und dadurch die Preise – und damit unser Cashflow – gesunken sind. Aufgrund unserer Hedgingpolitik – das bedeutet dass wir ein Jahr im Voraus die Produktion des nächsten Jahrs verkaufen – haben wir die Auswirkungen der Krise nicht so sehr gespürt. Durch die Hedgingstrategie arbeiten wir zeitverzögert und das bedeutet: nächstes Jahr werden die Auswirkungen stärker sein. Jedoch in keiner Weise dramatisch."

Ist es sinnvoll, in Verbund-Aktien zu investieren?
"Wenn Sie Aktien kaufen, müssen Sie wissen, was Sie überhaupt wollen: Schnelle Erträge durch Kursbewegungen an der Börse oder eine langfristige, sichere Dividende. Das heißt: Wenn Sie ein Zocker sind, der schnelles Geld machen will – dann kaufen Sie keine Verbund-Aktien. Wenn Sie aber mittelfristig eine sichere Entwicklung haben möchten, mit wenig Risiko, dann gehen Sie in konservative Werte und kaufen Sie unsere Aktien. Denn Strom wird man immer brauchen."

Worauf wird beim Bewerbungsgespräch geachtet? Auch auf Profile in sozialen Netzwerken wie Facebook?
"Es ist natürlich wichtig Schule oder Studium gut zu absolvieren, aber – und das sollte ich vor Ihrem Lehrer wahrscheinlich gar nicht sagen: das ist nicht einmal die halbe Miete! Ein wesentlich bedeutenderer Aspekt sind Engagement, Interessen und soziale Kompetenzen. Ich habe oft erlebt, dass Menschen mit exzellenten Noten sich im Berufsleben extrem schwer getan haben. Und zu Facebook: zwei Partyfotos werden Ihre berufliche Zukunft bestimmt nicht zerstören. Aber vielleicht hundert…"

Damit entlässt der Verbund-Chef die sichtlich erleichterten Schüler, die vielleicht das eine oder andere Facebook-Foto doch noch löschen werden…

Von Dina Elmani

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