Trio des Jahres als immergrüne Ikone

Der glanzvollste Event des unternehmerischen Mittelstands ist auch der älteste. Er feiert jetzt seinen Zwanziger.

Trio des Jahres als immergrüne Ikone

"Das Alter eines Menschen ist oft Glück und Geschenk.
Das Alter einer guten Institution ist immer auch Verdienst.“

Prof. Horst Knapp (1925-1996)
Verleger, Publizist, trend-Kolumnist und Initiator der einst legendären österreichischen Sozialpartnerschaft

Frühere, höflichere Zeiten kannten das Legitimationsgebot. Wer die Ehre hatte, eine Jubiläums-Geschichte schreiben zu dürfen, musste sich als würdig legitimieren. Wir greifen diese noble Übung hier auf.

Die trend-Chefs bestimmten mich aus drei Gründen zum Autor einer Vogelschau über "20 Jahre Trio des Jahres“: Erstens war ich von Anfang an dabei. Zweitens begleitete ich den Event in jedem Jahr als Schreiber und Festredner. Drittens bin ich der letzte Aktive unter den Urgründern des Trios.

Dies heißt allerdings, dass jede meiner feierlichen Jubiläumszeilen ein Lob auch in eigener Sache ist. Ich gab dies den trend-Verantwortlichen zu bedenken. Andreas Lampl (Chefredakteur), Andreas Weber (Chefredakteur) und Reginald Benisch (Mitglied der Chefredaktion und Trio-verantwortlich) wischten dieses Bedenken beiseite. Die Vorteile der Authentizität seien wichtiger als die Nachteile der Befangenheit. Zumal sie mir zutrauen, mit dieser Befangenheit besonnen umzugehen.

Das Vertrauen ehrt, ist aber waghalsig. Eher als ich meine Begeisterung für das Trio-Jubiläum zügeln kann, bringt man "einen Pudel dazu, sich eine Wurstsammlung anzulegen“ (Joseph Alois Schumpeter).

Beginnen wir damit, flussaufwärts zur Trio-Quelle zu wandern, mit der alles begann. Frühe trend-LeserInnen und Trio-SiegerInnen kennen die Urgeschichte schon. Sie soll hier als grobe Skizze wiederholt werden, für 100.000 junge Leser, die seither zur trend-Familie stießen.

Man schreibt 1992, ein nebeliger Herbstabend, nach Dienstschluss. Ort der Handlung: Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Wiedner Hauptstraße in Wien, ein hoch gelegenes Chefbüro mit ziegelteichgroßem Konferenzraum. Nebendarsteller: eine Espressomaschine, Wasserkaraffen und eine Auswahl österreichischer Edelbrände. Hauptdarsteller: Werner Hutschinski, Bundesobmann der Sektion Gewerbe, Hans Leitner, Syndikus der Bundessektion Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung, und meine Wenigkeit, damals trend-Herausgeber & Chefredakteur.

Die beiden Wirtschaftskammer-Gentlemen formulierten das Konferenzziel. Erstens: wirksame Image-Aufwertung und Motivation des Mittelstands. Zweitens: den Medien-Wunschpartner trend als Partner zu gewinnen. Die trend-Zustimmung kam binnen fünf Sekunden. Und keineswegs unerwartet. Denn das größte Wirtschaftsmagazin Österreichs hatte in den 22 Jahren seit seiner Gründung im Jahr 1970 wie kein anderes Medium den Wert der kleinen und mittleren Unternehmen für Österreichs Wirtschaftswunder besungen.

Es blieb ein Abend der hohen Geschwindigkeiten. Noch vor Mitternacht fand man die Lösung einer öffentlich wirksamen Aufwertung der österreichischen KMUs: jenes "Trio des Jahres“, das wir heute in seiner 20. Auflage feiern - ein rauschender Jahres-Event mit drei Siegern in je drei Kategorien: Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung.

Später fragten sich die drei Gründer behaglich, wie sie in sechs Stunden eine standfeste Pyramide bauen konnten (das Wort "nachhaltig“ war noch unbekannt). Hutschinski, ein feiner Bescheidenheitsdarsteller, tippte auf das Glück einer gleichen Chemie der Erfinder. Ich tippte auf die spirituelle Wucht der Edelbrände von Holzapfel, Gölles und Reisetbauer. Leitner bot zwei Erklärungen. Als typischer Syndikus von keinem Selbstzweifel gequält, tippte er auf "Genialität“, anderseits nüchtern-analytisch auf zwei Übereinkünfte: "kein Strohfeuer“ und "nicht kleckern, sondern klotzen“.

Die schnelle und staubfreie Grundidee des Trios war eine Freude. Sie war das stabile Fundament. Nun aber wartete die Arbeit. Und hoher Einsatz von Geistkapital und Geldkapital.

Gold, Silber und Bronze in drei Kategorien klingt einfach, fordert aber die Logistik eines Hochhausbaus. Und so wie dieser unendlich viel Mühe hinter den Gerüsten. Seitens der Wirtschaftskammer forderte er viele Mannstunden für Organisation, Bewerbungsaufklärung, Bewerbungssichtung, Vorjury, Hauptjury, Auswertung und Event-Beitrag. Seitens des trend viele Mannstunden für Siegerporträts, Event-Zeremonie und artgerechte Publicitiy.

Und der bald gewonnene, ideale dritte Partner Bank Austria war gefordert, den Mittelstand endlich so elitär zu feiern, wie es ihm leistungsgerecht zusteht und wie dies vorher nur in der Industrie üblich war. Was der Bank Austria/UniCredit vortrefflich gelang, zunächst in der Ex-Länderbank Am Hof, nun im prächtigen Oktogon der Ex-Creditanstalt am Schottentor.

Ich wurde gefragt, was mir nach 20-jähriger Begleitung des wichtigsten Wirtschafts-Events Österreichs in den Sinn kommt. Hier eine spontane, in der Reihenfolge ungeordnete Antwort.

>Erstens: Als Medienmann gefällt mir, dass alle modernen, wirtschaftsaffinen Medien das Trio mittlerweile als Selbstverständlichkeit begreifen. Man wartet auf die Sieger des Jahres und verwendet Begriffe wie "Oscar des Mittelstands“. Regionalmedien feiern die aus Wien heimkehrenden Sieger wie Ithaka einst Odysseus. Im Wege vieler Interviews in Lokalzeitungen und lokalen TV-Sendern streuen die Sieger sodann ihre Unternehmerfreude und einen Teil ihrer Erfolgsgeheimnisse. So wirkt das Trio als Multiplikator, in günstigen Fällen sogar wie eine gesunde Seuche, die viele Talentierte infiziert und ermutigt, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Jene, die noch wanken, möchte ich schnell mit einem Satz ins Kippen bringen: "Der schönste Grund, selbst Unternehmer zu werden, liegt darin, endlich niemand mehr über sich zu haben, der noch fehlerhafter ist als man selbst.“

>Zweitens: Durch das nun zwanzig Jahre währende Trommelfeuer des Trios, das wesentlich eine Erfindung der Wirtschaftskammer ist, die auf Augenhöhe von Bank Austria und trend unterstützt wird, begreifen nun praktisch alle Österreicher den Wert des Mittelstands, der vom unternehmerischen Zwergbetrieb bis zum industrienahen Gewerbetreibenden reicht. Innerhalb der insgesamt 400.000 Unternehmen Österreichs spricht alles für den Mittelstand als eine Mehrheit, von der Lehrlingsausbildung über die Bodenständigkeit und Beschäftigungstreue bis zur Flexibilität in den Märkten. Dort wurden viele Trio-Sieger, die vorher unbekannt waren, nun als Nischen-Weltmarktsieger kenntlich: eine vitale, wenngleich unbezifferbare Motivation für die nächste Generation.

>Drittens: So mag auch interessant sein, dass rein Trio-intern alles zeitgerecht verfeinert wird. So finden wir an der Seite von "Gewerbe und Handwerk“ heute die Sparte "Information und Consulting“. Und während viele gute Events zugrunde gingen, wenn die Nachfolger der Erfinder an die Macht kamen, schon aus primitiver Eifersucht, ist beim Trio genau das Gegenteil der Fall.

In der Bank Austria war keiner je so erfrischend dabei wie der gegenwärtige Trio-Verantwortliche Rainer Hauser. In der Wirtschaftskammer hat Christoph Leitl das Trio überhaupt zur Chefsache ernannt. Er bewegt Mitstreiter wie Wirtschaftsminister Mitterlehner zum Mittelstandskreuzzug. Und seine eigenen, säkularen Zuversichtspredigten beim Trio-Event im BA-Oktogon lassen kein christliches Auge trocken. Sie mobilisieren das Unternehmerauditorium zu neuen, ungeahnten Taten.

Was den trend betrifft, war es ein Segen, dass mich Reginald Benisch vor Jahren als Trio-Intendant ablöste. Er verschlankte radikal die Bühnendauer des Events. Zum Entzücken der Gäste gibt es nun mehr Zeit für Vernetzungen nachher, bei erstklassigem Wein. Sieger treffen Sieger. Man weiß gar nicht, wohin das noch führen wird.

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