Sauberer Job

Sauberer Job

Bereits 1998 zeichnete die Trio-Jury die Höpperger GmbH & Co KG als führenden Dienstleister des Jahres aus. Seither hat sich das Tiroler Familienunternehmen mit modernsten Anlagen vom Müllsammler zum Recycling-Allrounder und Rohstofflieferanten entwickelt.

Europas modernste automatisierte Sortieranlage für Kunststoffverpackungen steht in Pfaffenhofen im engen, pittoresken Tiroler Oberland. Ein Rundgang in der 2009 errichteten Halle der Tiroler Recycling GmbH & Co KG (kurz: TRG) ist wahrlich kein Vergnügen für Nasen und Ohren und für die ¬Besucherin mit Stöckelschuhen eine echte Herausforderung – schließlich bewegt man sich in 14,5 Meter Höhe auf Gitterstegen und -treppen, neben und über ratternden Förderbändern voll übel riechendem Abfall.

Faszinierend ist die Tour durch die 75 Meter lange und 35 Meter breite Halle allemal: Auf den verschiedenen Ebenen wird das bunte Sammelgut aus der Gelben Tonne mittels Trommel- und Rüttelsieben getrennt und über 87 Bänder ganz ohne menschlichen Eingriff weitertransportiert. Das System trennt so unterschiedliche Dinge wie Tragetaschen, Eimer, Getränkeflaschen oder Joghurtbecher je nach Kunststoffarten. Und nicht nur das: Dank Hightech werden die Objekte mit Infrarotsensoren auch erstmals nach Farben sortiert – und zwar in Blau, Grün und Weiß. Das bringt eine Sortenreinheit von 95 Prozent, die dank händischer Nachsortierung sogar auf 98 Prozent steigt. Und das gefällt der -Industrie, wo die aufbereiteten Verpackungen gleich werkstoffspezifisch eingesetzt werden können – etwa als Sekundärrohstoff für Fleece-Pullis, Hohlkörper oder Schuhabsätze.

Die TRG ist die jüngste Erweiterung des 1964 gegründeten Betriebs und typisch für die Unternehmensstrategie. „In jeder unserer Anlagen steckt sehr viel Eigenentwicklung, so auch hier“, sagt Harald Höpperger, seit 1992 mit Cousin Klaus Co-Geschäftsführer und Miteigentümer der Höpperger GmbH, die als Leitgesellschaft der vier Familienbetriebe fungiert. Innovative Lösungen ergeben sich aus immer schärferen Umweltbestimmungen und der präzisen Analyse der laufenden Geschäftsprozesse. Seit 1998 wurden dafür rund 15 Millionen Euro investiert (ohne Fuhrpark).

Breit aufgestellt

Begonnen hat Höpperger mit der Tank-, Kessel- und Boilerreinigung. Mittlerweile erstreckt sich die Dienstleis¬tungspalette von der Altöl-Aufbereitung über Kanal- und Grubenreinigung mit gelenkigen 3- oder 4-Achs-Saugern für schwer erreichbare Stellen sowie das Shreddern von Holz bis hin zur Straßenreinigung und Müllabfuhr. Hier arbeitet man seit 2000 mit einem ausgeklügelten Identifizierungssystem: „Unsere Fahrzeuge sind mit elektronischen Erfassungssystemen ausgerüstet“, erklärt Höpperger. Damit werde die aufgenommene Ladung unmittelbar abgewogen, „das erleichtert den Gemeinden die aufkommens¬gerechte Müllkostenabrechnung ungemein“.

Rund 45 Prozent des 2011 erwirtschafteten Umsatzes von 18 Millionen Euro werden mit Entsorgung erwirtschaftet, gut 21 Prozent im Bereich Kunststoffaufbereitung (TRG) und knapp ein Fünftel in der erst 2004 gegründeten Elektronik-Altgeräte-Verwertung. Auch hier arbeiten die Tiroler mit einer europaweit einzigartigen Anlage, die Computer, Handys oder Elektrogeräte vollautomatisch in mechanische und elektronische Bauteile zerlegt, um daraus Materialien wie Eisen oder Edelstahl zu gewinnen. So profitierte man von den stark gestiegenen Rohstoffpreisen und tritt nicht nur als Dienstleister, sondern auch als Produktanbieter auf. Und erobert neue Kundenschichten: „Mittlerweile haben wir an die 10.000 Kunden und erweitern unseren Aktionsradius laufend ins umliegende Ausland, also Süddeutschland, die Schweiz und Südtirol“, sagt Höpperger. Neben Gemeinden und Gewerbebetrieben kämen nun immer mehr Industrieunternehmen dazu. Auch so renommierte wie Nestlé. Die Verhandlungen über die Aufbereitung der Nespresso-Kapseln konnten jüngst erfolgreich abgeschlossen werden, so der Firmenboss stolz: „Die leeren Kapseln werden ebenso verwertet wie der Kaffeesud.“ Daraus werde Biosubstrat gewonnen, das in Biogas- und Kläranlagen verwendet wird. In der Biokompost GmbH, dem vierten Standbein mit einem Umsatz von rund einer Million, wird zudem Biomüll zu Humus.

Der Tiroler Betrieb strotzt also vor Umtriebigkeit – und gilt als wichtiger Arbeitgeber der Region von Landeck bis Innsbruck, mit einem hohen Frauenanteil, der 40 Prozent der Belegschaft ausmacht. 34 Prozent der 150 Mitarbeiter haben im Übrigen Migrationshintergrund und kommen etwa aus Spanien, Italien oder der Türkei.

Wie nachhaltig die Entwicklung ist, lässt sich an zwei Zahlen festmachen: Mussten 1998 noch 50 Prozent der von Höpperger gesammelten Abfälle deponiert werden, so werden heute 93 Prozent der Altstoffe wiederaufbereitet. Höpperger: „Wir dürfen von dem leben, was andere wegschmeißen.“ Und man lebt gut: Die breite Palette an Dienstleistungen und Produkten macht nicht nur krisenfester, sondern beschert auch eine solide EBIT-Marge von fünf Prozent.

HÖPPERGER RECYCLING - GRUPPE
GESELLSCHAFTER: Harald & Klaus Höpperger - je 50%
FIRMENSITZ: 6421 Rietz
UMSATZ 1998: 12,35 Mio. Euro; EBIT-Marge: -
UMSATZ 2012e: 20 Mio. Euro; EBIT-Marge: 5%
EXPORTANTEIL AM UMSATZ: zwischen 5 und 10%
MITARBEITER 1998: 100
MITARBEITER 2012e: 150
GEWERBEBERECHTIGUNG: Abfallaufbereitung, Gütertransport
INTERNET: www.hoepperger.at

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