O Sohle mio

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Zwei Edelschuster fabrizieren im Innviertel kompromisslos qualitätsvolle Maßschuhe.

Betritt man die Werkstatt von Dietmar Mühlleitner und Stephan Hütter, direkt an der Salzburger Straße in Mattig-hofen gelegen, weht einem der Geruch alten Handwerks entgegen: Hier wird Maß genommen, zurechtgeschnitten, modelliert, genäht. "Die Schuhe sagen viel über die Persönlichkeit aus“, behauptet Mühlleitner, was den verschämten Besucher stante pede auf sein eigenes, zerschlissenes Paar Vögele-Schuhe hinunterlugen lässt.

Dass hier, an der bayrischen Grenze, Schuhe nach Maß und von Hand gefertigt werden, hat nichts mit der aktuellen, recht modischen Rückbesinnung auf alte Traditionen zu tun. Mühlleitner, 41, und Hütter, 36, hatten schon Ende der neunziger Jahre einen Gürtel- und Taschnereibetrieb übernommen. Maßschuhe waren da anfangs notgedrungen im Startprogramm, denn bis die beiden gelernten Orthopädie-Schuhmacher auch in ihrem ureigenen Metier tätig werden konnten, dauerte es einige Jahre.

Heute kommen rund 60 Prozent des Umsatzes aus der Orthopädie-Schiene - Schuhe, die in enger Abstimmung mit Medizinern und Sozialversicherungen gefertigt werden. Zehn Prozent machen Gürtel und Taschen aus, ein knappes Drittel bringt folglich die Maßschuherzeugung ohne medizinischen Background. Dazu kommen Nebengeräusche: Denn egal, ob eine Kellnerin eine Brieftasche fürs Leben braucht, jemand eine zerrissene Lederjacke reparieren lassen will oder ein Paar Reitstiefel benötigt, die beiden Schuster sind die erste Anlaufstelle.

Der Preis? Mit 1200 Euro pro Paar aufwärts liegen die m&h-Schuhe keine Kleinigkeit über dem, was in den üblichen Handelsketten für Fußbekleidungen verlangt wird. Doch im Vergleich mit der europäischen High-End-Konkurrenz, Ed Meier in München und John Loob in London, die laut Hütter bei 2000 beziehungsweise 4000 Euro beginnen, ist der Preis der Innviertler Schuhe wohlfeil.

Maßstäbe setzen

Die Business-Lady kommt deshalb ebenso nach Mattighofen wie der Salzburger Festspiel-Gast, der kompromisslose Qualität und Schönheit sucht. Dazu sind drei Vor-Ort-Termine nötig, einer zum Maßnehmen für den 3D-Leisten, ein zweiter für die erste Anprobe, ein dritter zum Abholen. Allein zehn Arbeitsstunden stecken im Leisten, durchschnittlich 40 in einem Paar m&h-Schuhe. Dank emsiger Lehrlingsausbildung zählt der Betrieb inzwischen sechs Köpfe, dazu kommt noch eine Bürokraft. Die 160 Quadratmeter Betriebsfläche sind nun zur Gänze genützt - radikale Wachstumsaussagen gibt es von den beiden Edelschustern deshalb auch nicht: "Wir wollen ungefähr bei dieser Größe bleiben.“

Bei der Auswahl der Rohstoffe gilt: so regional und umweltverträglich wie möglich. 95 Prozent des Leders stammen vom Rind, nur im Einzelfall wird auch Ziegenleder oder die gegerbte Haut des Manta-Rochens verarbeitet. Lokale Hersteller werden ebenso bevorzugt wie pflanzliche Gerbung - das Oberleder ist freilich weiterhin häufig chromgegerbt. "Natürlich müssen wir uns bei Materialien, die wir von weiter her beziehen, immer auf die Angaben des Händlers verlassen“, sagt Mühlleitner.

Wenn Schuhe tatsächlich etwas über ihre Träger verraten, dann sind die zwei übrigens Ästheten mit Qualitäts- und Quantitätsanspruch: Hütter hat 45, Mühlleitner 30 Paar selbst gefertigte Maßschuhe in Eigenbesitz.

Mühlleitner & Hütter OEG Massschuhe
Gesellschafter: Dietmar Mühlleitner, Stephan Hütter
Firmensitz: 5230 Mattighofen
Umsatz 2011: 327.000 Euro; EBIT-Marge 2011: 27%
Umsatz 2012e: ca. 327.000 Euro; EBIT-Marge 2012e: 27%
Exportanteil am Umsatz: minimal
Mitarbeiter 2011: 6
Mitarbeiter 2012: 6
Gewerbeberechtigung: Orthopädie-Schuhmacher und Handel
Internet: www.handmadeshoes.at

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