1. Platz Dienstleistung 2012: Kiska

1. Platz Dienstleistung 2012: Kiska

Gerald Kiska hat die größte und beste österreichische Designfirma aufgebaut - nicht nur dank der engen Kooperation mit der Motorradschmiede KTM. Nächstes Jahr eröffnet der experimentierfreudige Kreative erste Auslandsbüros in den USA und China.

Wer sich von zu Hause aus schlau machen will, wie Design in den 2010er-Jahren funktioniert, klickt am besten das Filmchen über den Opel RAKe auf der Internetplattform YouTube an. Darin ist im Zeitraffer zu sehen, wie binnen 36 Wochen der Prototyp des Elektroflitzers entsteht. Der Autobauer aus Rüsselsheim benötigte das Modell so schnell wie nur irgend möglich, um auf der Automesse IAA im Herbst 2011 einen Beitrag zum damaligen Hype-Thema e-Mobilität bringen zu können. "Wir sind rotiert“, sagt Gerald Kiska.

Denn der Film spielt zur Gänze in Salzburg-Anif, in Kiskas Marken-und Designagentur. Der 53-Jährige widerlegt an dem Standort, an dem 104 Mitarbeiter aus 15 Ländern arbeiten, eindrucksvoll die weit verbreitete Vorstellung, dass es in seinem Geschäft vorrangig um die Behübschung von Gebrauchsgegenständen geht. "Wir können hier in Eigenregie Prototypen von Motorrädern und Autos bauen“, sagt er stolz, als er durch jene Bereiche seines Hauses führt, in denen viele verhüllte Vehikel herumstehen und junge Kreative, über Digitalbildschirme gebeugt, an Details der Fahrzeugverkleidungen tüfteln.

Mobilität ist ein Thema, das den gebürtigen Oberösterreicher seit jeher fasziniert. "Wir sind Themenspezialisten“, beschreibt er seine Agentur kurz, und eines der Hauptthemen seien eben Gefährte, die sich auf der Straße, im Gelände und auf dem Wasser bewegen.

Begonnen hat Kiska wie so viele andere Designer als One-Man-Show. Doch die Begegnung mit Stefan Pierer Anfang der Neunziger mündete in eine kongeniale Partnerschaft, die die Weichen für etwas Größeres stellte: Kiska gab den KTM-Motorrädern das Orange und dynamische Formen, KTM-Boss Pierer brachte seinerseits industrielles Know-how ein. Es wäre bei einer reinen Kooperation auf Handschlagbasis geblieben, hätte nicht Bajaj, der starke indische Partner von KTM, darauf gedrängt, die Achse durch Formalisierung zu sichern: 2007 übernahm KTM 25 Prozent an Kiska. Pierer: "Kiska stellt sich anders als andere Designer nicht als Person in den Vordergrund, er ist ein richtiger Unternehmer. Unsere Beteiligung ist da eine Art Lebensversicherung.“

Technologieverständnis

Auch wenn man kein KTM-Gefährt zu Hause stehen hat, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass man mit Kiska-Produkten im Alltag in Berührung kommt. Im oberen Stockwerk des neuen Firmensitzes stehen sie im Regal: Stiegl-Biergläser ebenso wie solche des Konkurrenten Zipfer, Siemens-Staubsauger, Hilti-Bohrgeräte, die edlen Holzöfen von Rika, AKG-Kopfhörer etc. An der Wand hängen Entwürfe für eine neue Rundballenpresse des Landmaschinenherstellers Pöttinger. Für den Sportartikler Adidas ist Kiska tätig, und auch für die Optikgeräte von Zeiss liefert er Ideen. Rund ein Drittel des Umsatzes von über neun Millionen Euro kommt von KTM, ein weiteres Drittel von der Autoindustrie, der Rest aus dem Konsumgüterbereich und aus Beratungsaufträgen. Im Zentrum steht dabei immer die Frage, ob Marke und Design perfekt zusammenpassen.

Allein vier Marktforscher sind damit beauftragt herauszufinden, warum die Produkte eines Kunden funktionieren - oder eben nicht. Erst dann kann der eigentliche Designprozess beginnen. Lust auf modernste Technik ist in die Unternehmens-DNA integriert: Als Steven Spielbergs "Jurassic Park“ in die Kinos kam, musste Kiska unbedingt die 3D-Animationssoftware haben, aktuell sind ferngesteuerte Helikopterkameras, so genannte Oktokopter, der letzte Schrei. Und auch wenn dem Sportflitzer KTM X-Bow die Krise in die Quere kam - alleine das Wissen um die Leichtbauweise hat die Salzburger um Lichtjahre nach vorne katapultiert. Denn bei fast allen Projekten geht es inzwischen darum, Technologieverständnis mit Kommunikationskompetenz zu vermählen.

In Österreich ist das Unternehmen die mit Abstand größte Designfirma, international wird Salzburg als Designstandort allerdings noch zu wenig wahrgenommen - da sind US-Größen wie Designworks, Fitch oder Ideo, fast alle mit Niederlassungen im nahen München, viel stärker im Fokus. Kiska hat auch aus diesem Grund in den letzten Jahren, vor allem dank der Auto-Aktivitäten, seinen Internationalisierungsgrad beträchtlich erhöht. Und nun setzt er zum großen Sprung nach Übersee an: Anfang 2013 soll im Großraum Los Angeles ein eigenes Büro eröffnet werden, ein halbes Jahr später wird der erste Kiska-Mitarbeiter in Shanghai folgen. Kunden hat er sowohl in den USA als auch in China schon an der Angel. "In Europa wird sich in den nächsten 20 Jahren wirtschaftlich nicht viel bewegen“, ist er überzeugt. Und für einen Mobilitätsspezialisten ist ohnehin klar, dass er auch selbst mobil bleiben muss.

KISKA GmbH
Gesellschafter: Gerald Kiska (GF), KTM AG (24,9%)
Firmensitz: 5081 Anif
Umsatz 2011/2012: 9,3 Mio. Euro; EBIT-Marge: 5,0%
Umsatz 2012/2013e: ca. 9,3 Mio. Euro; EBIT-Marge: 5,0%
Exportanteil am Umsatz: 40%
Mitarbeiter 2011: 95
Mitarbeiter 2012: 104
Gewerbeberechtigung: Werbeagentur, IT-Dienstleistung
Internet: www.kiska.com

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