trend-Interview mit Renault-CEO Carlos Ghosn! Zur GM-Allianz: „Keine Vorgespräche mit Ford“

Er ist DER Star auf der Pariser Automesse „Mondial de L’Automobile“, die seit 30. September ihre Pforten geöffnet hat: Wenn immer sich Renault- und Nissan-Chef Carlos Ghosn zeigt, stürmen hunderte Journalisten auf den Brasilianer mit libanesischen Wurzeln zu. Zwar ist die von Ghosn befürwortete Allianz zwischen dem weltgrößten Autobauer General Motors (GM) und Renault-Nissan, vorerst gescheitert. Doch das Allianzen-Thema bleibt das Thema Nummer eins der Industrie. trend hatte die Gelegenheit, gemeinsam mit ausgewählten europäischen Medien den charismatischen Manager in Paris über die Causa prima zu befragen. Hier einige Auszüge.

Wird es eine andere Art der Zusammenarbeit mit GM in punktuellen Bereichen geben?

Das ist aber dann keine Allianz. Man kann sich immer mit einem anderen Hersteller zusammensetzen und sagen: Wir entwickeln gemeinsam einen Motor, ein Getriebe, etc. Aber darum geht es jetzt ja nicht, wir haben mit GM im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge ja schon eine Kooperation.

Gibt es ein Muss für Renault Nissan, eine Allianz einzugehen?

Nein. Wir haben eine gute Strategie für Renault und Nissan, wir haben ein stabiles Management, wir haben eine vernünftige Performance. Wie Sie wissen, wurde das Ganze nicht von mir angezettelt, sondern von einem GM-Aktionär (Kirk Kerkorian, Anm.). Wir haben gesagt: Warum nicht? Renault und Nissan haben ja die einzige Allianz in der Autoindustrie, die funktioniert. Das wird von jedem anerkannt. Und einer Industrie, die derzeit durch stark steigende Rohstoff- und Energiepreise, durch neue Regulatorien, etc. gebeutelt wird, wäre es gefährlich, sich einfach zurückzulehnen. Wir haben einen Wettbewerbsvorteil: Wir wissen, wie man unterschiedliche Unternehmen mit einem unterschiedlichem kulturellen Background zusammenführt – ohne uns zu bekämpfen, sondern im Gegenteil, mehr zusammenzuarbeiten. Was gäbe es für ein besseres Beispiel für eine funktionierende Allianz als eine japanische Firma, die mit einer französischen harmoniert und nebenbei den Wert von beiden steigert?

Gibt es Vorgespräche mit Ford über eine ähnlich weitreichende Kooperation?

Keine, von denen ich wüßte.

Was Renault-Nissan-Boss Ghosn über die Zukunft der Autoindustrie, Luxusmarken und sinkende Renault-Marktanteile in Westeuropa sagt, lesen Sie im nächsten trend (erscheint am 24.10. 2006)

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