„Tiffany ist eine demokratische Marke“:
Warum Schmuck ein gutes Investment ist

Melvin Kirtley, oberster Edelsteinexperte und Europa-Präsident von Tiffany, erklärt, warum ein schönes Schmuckstück das beste Investment in der Krise ist und weshalb man dafür bei Tiffany nicht unbedingt eine Platin-Kreditkarte braucht.

Interview: Thomas Martinek

trend: Wie sind Sie denn mit der Geschäftsentwicklung von Tiffany in Wien zufrieden?
Kirtley: Oh, wir sind absolut glücklich hier mit dem Geschäft und sehr zufrieden mit dem Wachstum. Tiffany ist heute bereits fester Bestandteil des Luxuseinzelhandels in Wien. Hier gibt es Wiener Stammkunden, Touristen und Geschäftsreisende, die regelmäßig nach Wien kommen. Das ist eine perfekte Kundenstruktur für uns. Tiffany Wien hat starke Zuwächse.

Aber durch die Krise sind doch Touristen ausgeblieben?
Natürlich sind aufgrund der Wirtschaftskrise die Besucherzahlen von Touristen aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks zurückgegangen. Und diese Kunden sind auch sehr wichtig für uns. Aber wir achten bei der Suche nach unseren Standorten immer auf eine starke Ausgewogenheit. Dadurch können Rückgänge in einem Segment dann leichter abgefangen werden.

Mit Ihrem Geschäft in der Wiener Innenstadt haben Sie wesentlich zum Image des Kohlmarkts als Luxusgeschäftsstraße schlechthin beigetragen. Jetzt gibt es aber Bestrebungen, auch einen weiteren Teil der Wiener City, nämlich den Bereich Tuchlauben und den Platz Am Hof, zum absoluten Luxuseinkaufsviertel zu machen. Werden Sie dorthin wechseln?
Nein. Wir bleiben ganz sicher an diesem Standort. Es hat sehr lange gedauert, bis wir ihn gefunden haben. Und er ist für uns ideal. Die Straße bietet uns alles, was wir brauchen. Eine hervorragende Nachbarschaft, ein Eckgeschäft. Es ist ein hervorragender Standort für eine Luxusmarke.

Auch wenn das Viertel um die Tuchlauben und den Platz Am Hof zur Konkurrenz für den Kohlmarkt wird und Kundenfrequenz abzieht?
Wir schätzen den Standort sehr und sehen keinen Grund, ihn zu verlassen.

Wie hat Tiffany denn als Unternehmen auf die Krise reagiert?
Die gesamte Luxusbranche war natürlich generell von der Krise stark betroffen. Aber es heißt: Du sollst keine Krise ungenützt lassen. Dabei trennt sich die Spreu vom Weizen: also die authentischen, qualitativ hochstehenden Schmuckhersteller von den nicht so guten. In Zeiten der Krise überlegen die Kunden besonders genau, wo sie ihre Kreditkarte einsetzen. Und bei uns haben sie das weiterhin getan.

Weil Ihre Kunden die Krise weniger trifft?
Nein. Tiffany ist eine sehr demokratische Marke. Wir haben eine große Bandbreite von Schmuck zu unterschiedlichen Preisen. Den Tiffany-Schlüssel beispielsweise gibt es in Varianten in 18-karätigem Gelb- oder Roségold, als diamantbesetztes Platinmodell oder in edlem Sterlingsilber. Eine derart große Bandbreite haben wir auch bei unseren Verlobungs- und Eheringen. Diese Kollektionen sind von enormer Bedeutung für unser Geschäft. So werden die Kunden an Tiffany herangeführt und können sich dann durch unsere Kollektionen immer weiter hinaufbewegen.

Und dann kommen sie bei Ihren High-End-Kollektionen an, wie beispielsweise jener von Jean Schlumberger.
Schlumberger ist natürlich mit seinen Designs hauptsächlich im höheren Bereich angesiedelt.

Auch die Börse gibt Ihrer Strategie einer „demokratischen“ Luxusmarke Recht. Der Kurs der Tiffany-Aktie ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen, und Sie hatten ein Umsatzplus von 22 Prozent.
Wir halten uns bei Zahlen lieber etwas zurück. Aber es stimmt, dass unsere Geschäftsentwicklung gut ist. Doch wir hatten auch eine harte Zeit. In den USA mussten wir sogar Mitarbeiter durch Frühpensionierungen abbauen. Aber mit unserem Geschäft ging es 2009 wieder zweistellig bergauf. Und wir werden in Europa in den kommenden drei, vier Jahren16 neue Geschäfte eröffnen.

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