Tiergarten Schönbrunn - ein Porträt

Kann es sein, dass die Tagesration eines Elefanten nicht mehr kostet als das Futter einer verwöhnten Hauskatze? Werden überzählige Bären erschossen? Wie viel Steuergeld verschlingen Panda & Co wirklich? Ein tigerzahnscharfer Blick hinter die Kulissen des ältesten Zoos der Welt.

Zu Ostern“, sagt Raili Kirchberger, die langjährige Futtermeisterin im Tiergarten Schönbrunn, „da servieren wir nur enthauptete Kaninchen, damit die Leute sich nicht aufregen, wenn die bösen Krokodile die armen Hasen fressen. Manche Zoos geben den Raubtieren mit Rücksicht auf das Publikum überhaupt nur Faschiertes.“ Willkommen in der Welt der Tiere, in einem der schönsten Tiergärten der Welt mit 3500 Tieren und vierhundert verschiedenen Spezies, von denen sich etliche beharrlich weigern, Vegetarier zu werden. Weil das so ist, werden da, wo es das Publikum nicht sieht, 3500 Mäuse und 600 Ratten gezüchtet, die verschiedene Zoobewohner nun einmal zum Fressen gern haben: Wöchentlich werden etwa 1200 Mäuse und sechzig fette Ratten verschnabuliert. In Laxenburg hat der Zoo einen eigenen Fischteich gepachtet, doch Lebendfisch kriegen nur die privilegierten Bären; alle anderen Zoobewohner dürfen wegen Parasiten und Keimen nur vorher tiefgekühltes Sushi verzehren.

Das Futter für so viele Viecher , denkt man, wird wohl eine Lawine kos­ten, aber erstaunlicherweise sind es nur Peanuts. Vom gesamten Budget des Tiergartens Schönbrunn, zuletzt 15,7 Millionen Euro pro Jahr, entfallen nicht einmal fünf Prozent auf Futterkosten, nämlich 613.000 Euro. Die Kosten sind sehr originell verteilt. Am kostspieligsten ist die Familie Panda: Yang Yang (nicht zu verwechseln mit dem fast gleichnamigen ­Pianisten), Long Hui und ihr Baby Fu Long verfuttern 113.000 Euro pro Jahr. Bambus natürlich, aber bitte nur vom Feinsten: sechs verschiedene Sorten Frischware, die zweimal im Monat gekühlt aus Südfrankreich angeliefert wird, von der Gourmet-Bambusserie Thoiras. Während ein Löwe bloß zwei Kilo Fleisch pro Tag frisst – „die sind wie große Hunde“, sagt die Futtermeisterin lächelnd –, futtert ein Panda dreißig Kilo Bambus. Uff! Wussten Sie übrigens, dass Panda-Urin gut gegen Hautunreinheiten ist? Wohl bekomm’s. Aber Pandas sind einfach so sympathisch, dass man sie lieb haben muss, obwohl diese lebendigen Plüschtiermodels notorische Bambus-Junkies sind und obendrein ein bisserl faul. Pandakinder schlafen 18 Stunden am Tag – ein Traum eigentlich für Eltern –, und erwachsene Pandas haben nur an zwei Tagen im Jahr Lust auf Sex. Das kommt Ihnen bekannt vor? Dass Pandas so beliebt sind, liegt erstens an ihrem großen Kopf (das Kindchenschema, genau!) und zweitens an einem kleinen Daumen, den andere Bären so nicht haben. Gemeine Bären fressen nämlich meist auf allen vieren wie eine gewöhnliche Kuh, Pandas hingegen setzen sich am liebsten wie ein Mensch gemütlich auf ihren Allerwertesten, lehnen sich entspannt an und greifen sich – dank Daumens – genüsslich ein Bambus-Soletti.

Die absoluten Gourmets unter den Zootieren sind hingegen die Koalas, die angeblich wegen des bei der Verdauung der Eukalyptusblätter entstehenden Alkohols ständig high sind. „Koalas sind extrem heikel“, weiß Kirchberger. „Sie fressen immer nur zwanzig Prozent von dem, was man ihnen gibt, und da nur das Bes­te, nur die Blattspitzen.“ Im Übrigen neun Sorten Eukalyptusblätter, von denen man sich als Koala gewöhnlich nur für eine entscheidet. Die beiden Schönbrunner Luxus-Koalas verfuttern so jährlich 53.000 Euro pro Kopf – mehr als jedes andere Tier im Zoo.

Unglaublich billig hingegen der Elefant , der eigentlich unser Champion bei der Millionenquiz-Frage nach dem teuersten Tierchen gewesen wäre. Nur sieben Euro veranschlagt die Futtermeisterin pro Tag für einen ausgewachsenen Dumbo. Die Dickhäuter mögen im Sommer Grünfutter mit ein wenig Karotten und Äpfeln, im Winter Heu, von ganz grob bis zum feinen Bergheu, einmal erster Schnitt, einmal zweiter Schnitt. Im ganzen Zoo kommt übrigens kein Dekagramm Schweinefleisch in den Napf, früher wegen der Parasiten, heute, damit die lieben Zootiere nicht so fett werden wie manche Hauskater. Man reicht aber auch Schaffleisch, das besonders Wölfe und Bären als kulinarische Delikatesse schätzen, und Pferdefleisch, das die Großkatzen kriegen, wenn sie irgendwie keinen Appetit auf das übliche Rind haben. Aber blicken wir ein wenig in die Geschichte des Tiergartens zurück, ehe wir dem ziemlich genialen, aber völlig unbekannten kaufmännischen Boss des Zoos, Gerhard Kasbauer, einen Besuch abstatten. Er war und ist es, der früher dem hochtalentierten PR-Genie Helmut Pechlaner und jetzt der neuen Zoodirektorin Dagmar Schratter allzu viel Kostenrechnung erspart(e).

Nähern wir uns der Frage , wieso es in Schönbrunn überhaupt einen Zoo gibt. Wahrscheinlich, weil dem Ehemann Kaiserin Maria Theresias fad war und Geld damals kein Rollo spielte. Wer jetzt im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst hat: Um 1700 zählte Wien rund 179.000 Einwohner, und der Kaiserhof beschäftigte als größter Arbeitgeber 40.000 Mitarbeiter, darunter 1500 Top-Beamte. Eigentlich hatte Franz Stephan von Lothringen, Ehemann von Maria Theresia, die schon mit 22 Kaiserin geworden war, durchaus eine Beschäftigung: Er zeugte mit seiner Frau 16 Kinder und wurde auch bei einigen Seitensprüngen ertappt (weswegen die Kaiserin gleich eine Keuschheitskommission einberief), aber er galt als großer Tierliebhaber. 1745 beauftragte er einen Architekten aus seiner Heimat Lothringen mit dem Bau des Tiergartens, der nur ein Jahr dauerte. Der Pavillon folgte sieben Jahre später.

In der ursprünglichen Konzeption gab es keine Raub- und Großtiere, und der Zoo von damals hätte den heutigen, allermodernsten EU-Richtlinien zur Tierhaltung entsprochen. Aber nach und nach folgte spektakuläreres Getier: 1770 der erste Elefant, 1800 Eisbären, Kängurus, Hyänen usw.
Zu Kaiserin Maria Theresias Zeit war der Tiergarten allein ihrer Familie vorbehalten. Ihr Sohn Joseph II, der kaiserliche Revolutionär, der die Folter und die Leibeigenschaft abschaffte, die Kirche teilweise enteignete und den Adel erstmals besteuerte, öffnete 1778 Schloss, Zoo und Park an Sonntagen für „anständig gekleidete Personen“. Entsprechend diesem Reglement müsste man heute ­eigentlich einen Großteil der meist mit chinesischen Billigleiberln verunzierten Besucher aussperren.

Wir überspringen jetzt einfach zweihundert Jahre und landen an einem kritischen Punkt der Zoogeschichte. In den späten achtziger Jahren war Schönbrunn heruntergewirtschaftet, litt an Besucherschwund, und die vorhandenen Gebäude waren eigentlich für moderne Tierhaltung ungeeignet. Und so kam es, dass mit 1. Jänner 1992 nicht mehr Beamte, sondern eine private Betreibergesellschaft, die Schönbrunner Tiergarten GmbH, das Sagen hatte und der Tiroler Helmut Pechlaner und sein kaufmännischer Direktor Gerhard Kasbauer das nächste Zookapitel schreiben sollten. „Als Helmut Pechlaner und ich unser Amt antraten, war die gesamte frühere Führungsmannschaft, alles Beamte, noch da und hoffte, die Ausgliederung würde nicht lange Bestand haben. Als erstes Büro wies man uns das Sauhäusl zu, wo früher Schweine gehalten wurden. Die Beamten im Ministerium hofften hingegen, dass fortan mit staatlichen Subventionen für den ungeliebten Zoo Schluss sein würde. Ich wiederum hatte anfangs keine Ahnung, wie ein Zoo funktioniert“, erinnert sich Kasbauer, der vorher als Leiter der Fahrschule Karlsplatz fungiert hatte.

Doch die ministerialen Hoffnungen blieben allesamt unerfüllt. Helmut Pechlaner erwies sich geradezu als Antithese zum Beamtendenken. „Seine Devise war stets, erst einmal machen, dann werden wir schon sehen“, sagt sein langjähriger Weggefährte Kasbauer. Der clevere neue Zoochef verstand es geschickt, Medien wie die „Kronen Zeitung“ oder den ORF einzubinden. Reiner Zufall, dass Rudolf Nagiller im Aufsichtsrat der Zoobetriebsgesellschaft sitzt, genauso wie der ehemalige langjährige Casinos-Austria-Chef und somit Großsponsor Leo Wallner. Pechlaner, fest eingebunden in ÖVP-Seilschaften um Wolfgang Schüssel, Franz Fischler und Erwin Pröll und gleichzeitig Studienfreund des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl (ein studierter Biologe und ­Zoologe), erneuerte nicht nur die gesamte Führungsriege des Tiergartens, sondern verstand es auch, eine Menge Steuergeld in den privatisierten Zoo zu schaufeln.

Seit seinem Amtsantritt flossen insgesamt 64,9 Millionen Euro in Investitionen, großteils staatlich finanziert, plus jährliche Subventionen an die Betriebsgesellschaft (im Vorjahr 1,7 Millionen Euro), in Summe rund 900 Millionen in alter Währung. Wie sich das mit einer Privatisierung verträgt, ist einfach erklärt. Der Tiergarten untersteht der Burghauptmannschaft und der nächsthöheren Instanz, dem Wirtschaftsministerium, gehört also der Republik Österreich, die daher für alle baulichen Maßnahmen zuständig ist. Der privaten Betriebsgesellschaft gehören hingegen nur die mobilen Gegenstände und die Tiere, die übrigens 1992 mit sieben Millionen Schilling bewertet wurden. Für das Schneiden der historischen Hecken ist das Landwirtschaftsministerium über das Bundesgartenamt zuständig. Um den Rasen links und rechts daneben auf dem 17 Hektar großen Tiergartengelände kümmert sich eine private Firma. Ganz schön kompliziert eigentlich.

Aber das Resultat kann sich sehen lassen. Der Zoo selbst ist kaum wiederzuerkennen, und auch die Bilanz der Betriebsgesellschaft sieht erfreulich aus. 1992 betrug das Budget weniger als umgerechnet drei Millionen Euro bei einem Verlust von zwei Millionen Euro. 2007 lag das Jahresbudget bei 15,7 Millionen Euro, wobei sogar eine halbe Million Euro Gewinn erzielt wurde, freilich nur weil eine alte Dame den lieben Tierlein ein Zinshaus im Wert von 900.000 Euro vererbt hatte. Der Zoo und seine Tiere können sich pro Jahr im Schnitt über vier größere Erbschaften freuen. Die Besucherzahlen haben sich seit 1991 fast verdreifacht. 2007 waren es 2,4 Millionen Menschen.

Was macht denn nun den Unterschied zum alten System aus, wollen wir wissen. „Unter den Regeln der Kameralistik durfte der Zoo die Einnahmen nicht behalten und damit wirtschaften“, sagt Kasbauer. „Das führte dazu, dass der Betrieb in den Köpfen der Beamten nur aus Kosten bestand. Und die größten Kostenverursacher waren aus ihrer Sicht die Besucher.“ Heute ist das Zoopersonal der entscheidende Kostenverursacher. „Die Hälfte unseres Budgets fließt in diesen Posten“, ­seufzt Zookaufmann Kasbauer. „Dass der Tiger zum Zahnarzt muss, ist die absolute Ausnahme, und auch das Futter wird total überschätzt. Das Heu für einen Elefanten kostet nur ein paar Euro am Tag, aber für unsere vier Elefanten brauchen wir sechs Pfleger.“ Auch heute noch ist ein Zoo nicht ein Unternehmen wie jedes andere. Unter den 171 Mitarbeitern finden sich 65 Tierpfleger und 40 Volontäre, die unentgeltlich im Zoo arbeiten, zum Beispiel als Aufsicht beim Streichelzoo. Tierpfleger ist übrigens einer der ­begehrtesten Jobs im Land. 300 jährlichen Bewerbungen stehen drei bis vier Aufnahmen gegenüber. Eine eigene Tierpflegerschule gibt es übrigens nicht. Zuständig ist die Berufsschule Lebensmittel/Textil/Mechanik/Technisches Zeichnen in der Wiener Längenfeldgasse. Wer hätte so was vermutet?

Zu den Besonderheiten des Unternehmens Zoo zählt auch, dass ihm viele Tiere gar nicht gehören – in Schönbrunn rund zwanzig Prozent aller Tiere – und dass sie verblüffenderweise gratis zu ­haben sind. Damit Sie gleich im Bilde sind: Es gibt derzeit eine weltweite Knappheit bei Orang-Utans, Sie sollten sich also keine Hoffnungen machen. Der Schönbrunner Tiergarten hätte gerne ein Gepardenmännchen und würde auch, ohne mit der Wimper zu zucken, eine Trampeltierstute gegen einen Zebrahengst tauschen. Zoos schenken einander Tiere oder sie tauschen sie, häufig Tier gegen Tier, manchmal gegen ein zukünftiges Tier, und zuweilen werden Tiere auch nur geborgt so wie der Bartgeier im Schönbrunner Zoo. In Ausnahmefällen reist ein Tier quasi mit Diplomatenpass als staatliche Leihgabe. Die extrem seltenen, aber vom Publikum schnöde über­sehenen Prinz-Alfred-Hirsche in Schönbrunn sind zum Beispiel eine Leihgabe der Philippinen. Brasilien borgte uns einen Ameisenbären und, na klar, die Chinesen die Pandas. Die schlauen Chinamänner haben freilich einen geheimen Vertrag ausgehandelt, der für zehn Jahre Panda-Borgen nicht nur Förderprojekte und jährliche Geldzahlungen beinhaltet, sondern auch allerlei Nettigkeiten enthält wie zum Beispiel die Verpflichtung, alle zwei Jahre vierzehn Chinesen vierzehn Tage lang nach Wien einzuladen, was für die Pandas sicher biologisch wertvoll ist.
Im amerikanischen Minnesota existiert übrigens seit 1983 die Tierdatenbank ISIS, in der alle Tiere aus hunderten Zoos in siebzig Ländern gespeichert sind, und für jede Tierart gibt es einen Kurator, der weltweit über den Austausch der Zootiere wacht, um so Inzucht zu vermeiden. Für die Elefanten in aller Welt ist übrigens der Wiener Zoologe und Vize-Zoodirektor Harald Schwammer zuständig.

Ob Elefanten, Löwen & Co im Zoo wirklich glücklich werden, ist eine andere Frage. „Klarerweise behaupten wir gerne, dass unsere Tiere glücklich sind“, sagt Zoochefin Dagmar Schratter, „aber in Wahrheit bleibt uns die Gefühlswelt der Tiere verborgen. Wir können lediglich aufgrund bestimmter Indizien, wie etwa normalem Fellwechsel oder wenn sich Tiere vermehren, sagen, ob sie sich wohlfühlen oder nicht.“ Natürlich könnte einen leichte Skepsis befallen, ob Vögel wirklich lieber Volieren bevölkern, statt frei herumzufliegen. Wahr ist aber auch: In freier Wildbahn sterben im Schnitt achtzig Prozent der Wildtiere, im Zoo ist es genau umgekehrt. Und viele Arten werden in Gefangenschaft wesentlich älter als in Freiheit wie etwa jener sibirische Braunbär, der im Vorjahr in Schönbrunn eingeschläfert werden musste: Er wurde vierzig, für Bären, die im Schnitt nicht älter als dreißig werden, eine Methusalem-Leistung.

„Ich glaube, man kann alle Tierarten in einem Zoo halten, es geht nur ums Wie“, meint die Zoodirektorin. „Pandas leiden zum Beispiel unter der Hitze mehr als Eisbären, die wiederum als Einzelgänger allein sein wollen. Löwen sind in Wahrheit faul und bewegen sich nur für Futter, während Wölfe laufen und Geparden springen wollen. Deshalb haben wir zum Beispiel einen eigenen Beutesimulator, ein umgebauter Skilift, der Futter mit vierzig Stundenkilometern durchs Gehege zieht, und der Gepard muss es fangen.“ Eine der heikelsten Fragen in der für Besucher heilen Welt des Zoos ist die nach dem überzähligen Nachwuchs. Ökonomisch brauchen Zoos Jungtiere, denn Besucher wollen erstens schönes Wetter, zweitens was Neues und drittens etwas Kleines. Aber nur, solange sie nicht alt werden. Schweizer Zoos töten überzählige Bären. In Magdeburg wurden nicht reinrassige Tiger eingeschläfert. „Natürlich kommen viele Menschen wegen der Jungtiere, und wir bewerben das auch“, sagt die Zoochefin. „Aber wir produzieren sie nicht bewusst. Es gibt Geburtenkontrolle: Tiger nehmen die Pille, alle Jaguare sind kastriert (unser Mitleid), überschüssige Haus- und Huftiere werden auch anderen Tieren verfüttert (unser Beileid). Und manchmal müssen wir Tiere auch einschläfern, wenn sie, was bei Affen und Wölfen vorkommt, von ihrer Gruppe vertrieben und angegriffen werden oder bei Altersschwäche wie bei unserem sibirischen Braunbären.“

Aber sollen wir nicht lieber über die nächsten großen Projekte berichten, die den Zoo bereichern werden? Wie sich jetzt gerade das alte Palmenhaus, das seit Jahrzehnten der Filmakademie als Studio diente, in ein neues Heim für Orang-Utans und gleichzeitig ein schickes Restaurant für bis zu 200 Gäste verwandelt (hoffentlich kommt es zu keinen Verwechslungen). Wie jetzt ein Naturerlebnispfad entsteht, der über die Wipfel von Bäumen führt und zu Fischen aus den Alpenseen, und wie toll die zwei Millionen Euro teure künftige Südamerika-Anlage einmal ausschauen wird. Oder warum die Giraffen als Letzte immer noch das schlechte alte Gehege erdulden müssen. Dabei warten Giraffen schon extra lange: Die erste kam bereits 1828 als Geschenk des ägyptischen Vizekönigs nach Wien. Oder warum die Eisbären­zwillinge Arktos und Nanuq nächstes Jahr nach Hannover müssen. Oder dass es in Schönbrunn keine Knut-Mania braucht (wegen der übrigens der Berliner Zoodirektor entlassen wurde), weil in Wien fast jedes Jahr Eisbärenbabys geboren werden.

Aber draußen wird es schon dunkel , und bald gehört der Zoo wieder den Tieren allein. Viele Gitter sind übrigens nicht wegen der Tiere, sondern wegen der Menschen gebaut. Und nachts spazieren etliche Spezies wie die Schwarzkopfschafe, die Himalaja-Tare, die sonst auf 4000 Meter Höhe in Tibet ihr Glück suchen, oder manche Kraniche auf jenen Wegen durch den Zoo, die sonst den massenhaft vorkommenden Zweibeinern vorbehalten sind. Was sie sich dabei wohl denken?

Von Karl Riffert

Avaaz sammelt nicht nur online Millionen von Unterschriften, sondern begleitet seine Kampagnen oft mit öffentlichen Aktionen. In vielen Fällen, gerade bei globalen Anliegen, ist das von Erfolg gekrönt.
 

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