Sparen Sie sich grün: Welche Investitionen ökologisch & ökonomisch sinnvoll sind

E-Auto statt Benzinschlucker, eine neue Heizung, ein kleines Kraftwerk am Dach? Investitionen in die private Energiewende sind zwar gut für die Umwelt. Ob sie sich auch rechnen, ist weniger klar – und hängt auch davon ab, wie rasant die Energiepreise wirklich steigen. Der trend sagt, welche Maßnahmen ökologisch und ökonomisch gleichermaßen sinnvoll sind.

Von Bernhard Ecker, Markus Groll und Peter Sempelmann

Als Monika Langthaler Ende März in ihrer donnerstäglichen „Krone“-Kolumne für mehr Energieeffizienz und den Umstieg auf Sonnenstrom und Elektroantrieb im privaten Bereich plädierte, erhielt sie postwendend erboste Reaktionen der Kleinformat-Leser. „Viele haben sich angegriffen gefühlt“, erzählt sie, „weil sie die Industrie und andere Großverbraucher für die eigentlichen Übeltäter halten.“

Ein weitverbreiteter Irrtum. Bei privaten Haushalten und Autofahrern ist das Energieeinsparungspotenzial enorm hoch. Bleibt dieses ungenutzt, bleibt auch der weltweite Ausstieg aus der Atomenergie und der Umstieg auf erneuerbare ­Energien Illusion. Das ist für die Unternehmerin Langthaler, ehemals Spitzenpolitikerin der Grünen, klar. Und nicht nur für sie. Langthaler lässt sich inzwischen ihr Warmwasser von der Sonne aufbereiten, hat ihr Haus im Weinviertel mit Styropor isoliert, heizt mit Hackschnitzeln und wird ihren Benziner „spätestens nächstes Jahr“ gegen ein Elektroauto tauschen.

Hat sie ihre Investitionen auch schon einmal durchkalkuliert? „Ich glaube, es rechnet sich, das meiste macht aber mein Mann“, schiebt die „Brainbows“-Geschäftsführerin die kleinkrämerische Frage beiseite. Ihr geht es nicht nur um die Kostenrechnung.

Waghalsiges Wendemanöver.
Kein Wort wird derzeit so gern in den Mund genommen wie „Energiewende“. Die Atomkatastrophe in Japan und die im Zuge des Libyen-Kriegs noch stärker nach oben schnellenden Ölpreise lassen Politiker, Experten und Stammtische die bisherige Energiepolitik infrage stellen.

Aber wie steht es mit dem Gedanken an die private Energiewende? Der entwickelt sich langsam, aber doch. Wobei Pläne zum Energiesparen immer vom Wunsch, auch Geld zu sparen, begleitet sind. Die Mehrheit der Bürger will auch einen monetären Vorteil sehen.

Der trend hat in dieser Titelgeschichte zehn gängige Projekte zur Reduktion von Sprit-, Strom- und Heizbedarf durchgerechnet, die derzeit in vielen Haushalten gewälzt werden: vom Elektroroller über den Kauf eines neuen Kühlschranks bis hin zur Installation einer eigenen Fotovoltaik-Anlage. Und es steht fest: Fast jeder Haushalt kann seine Energiekosten mit einem gezielten Maßnahmenmix locker um 30 bis 50 Prozent reduzieren.

Weniger klar ist, ob Investitionen nur das Ökobewusstsein befriedigen oder ob sie sich auch rechnen. Denn für die richtig großen Einsparungen muss man auch richtig viel Geld in die Hand nehmen. So ist bei der Komplettdämmung eines Einfamilienhauses oder beim Kauf eines Elektroautos mit Summen von 30.000 Euro zu kalkulieren. Auch unter Berücksichtigung der teilweise üppigen Förderungen (lesen Sie dazu unseren Förderüberblick auf Seite 68) amortisiert sich die Investition oft erst spät, wenn überhaupt. Was gut für die Umwelt ist, muss nicht unbedingt gut fürs Geldbörsel sein.

Allerdings: Den meisten Berechnungen wurden die ­aktuellen Energiepreise zugrunde gelegt. Bei steigenden Treibstoff- und Strompreisen in den kommenden Jahren
sieht die Amortisation vielleicht schon in naher Zukunft deutlich günstiger aus. Und steigen werden die Energiepreise auf jeden Fall.

Ein einfaches Beispiel: Der Austausch von 25 Quadratmetern alter Kunstofffenster gegen neue mit deutlich geringerem Wärmeverlust bringt eine Heizenergiereduktion von zwölf Prozent, kostet nach Förderungen aber 10.000 Euro. Sollte der Ölpreis bis 2040 lediglich um ein Prozent per annum hinaufgehen, würde sich die Investition erst nach 28 Jahren rechnen. Bei durchschnittlich fünf Prozent Teuerung sind es nur 20 Jahre. Steigt der Preis noch rapider, entsprechend kürzer.

Umweltexperten gehen eher von stark steigenden Energie­preisen aus, sie sind angesichts der Marktturbulenzen der letzten Jahre mit Prognosen jedoch vorsichtig geworden. Die oberste globale Instanz, die Internationale Energieagentur (IEA), befürchtete bereits im Herbst 2010 einen Ölpreis von 200 Dollar je Barrel im Jahr 2035; die EU prognostizierte vergangenes Jahr für 2020 einen Preis von 100 Dollar. Seither hat sich Öl aber in nur vier Monaten von 80 auf 110 Dollar verteuert. Von weiteren preistreibenden Konflikten in ölfördernden Ländern bis hin zur allmählichen Entspannung reichen nun die Szenarien. Eine Faustformel versucht E-Control-Chef Walter Boltz zu nennen: „Wer vom Durchschnitts-Ölpreis der letzten drei Jahre, rund 90 Dollar je Barrel, ausgeht, kann mit Steigerungen von rund drei Prozent pro Jahr in den nächsten Jahrzehnten kalkulieren.“

Die Unwägbarkeiten beim Strom sind seit dem Fukushima-GAU fast noch größer: Die bisherigen Rechnungen basierten auf einem Atomstromanteil von sechs Prozent im Jahr 2035. Durch die Abschaltung deutscher Atommeiler drohen jetzt kurzfristig deutliche Preiserhöhungen. Und ein neuerlicher Störfall – in welchem Atomkraftwerk dieser Welt auch immer – würde die Vorausschauen ohnehin völlig anders aussehen lassen.

Globaler Anstieg.
Angenommen werden darf, dass der weltweite Bedarf an Energie in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen wird – die Fabriken und die zunehmend konsumlustigen Einwohner der aufstrebenden Wirtschaftsnationen China, Indien, Brasilien & Co sorgen dafür, auch wenn die entwickelten Industrienationen möglicherweise eine Trendumkehr schaffen. Die IEA geht von einem Zuwachs des globalen Energieverbrauchs von kumuliert 36 Prozent bis 2035 aus.

Im Westen wird dank effizienterer Technologien und Energiesparmaßnahmen mit einem leichten Rückgang gerechnet. Die im Auftrag des Umweltministeriums entworfene Vision einer „Energieautarkie 2050“ für Österreich basiert sogar darauf, dass schon bis 2035 der Primär­energiebedarf um 27 Prozent gesenkt werden kann. Für viel zu optimistisch hält hingegen E-Control-Chef Boltz diese Annahmen: Angesichts einer weiterhin steigenden Bevölkerung und mehr Wohnraum pro Kopf geht er auch hierzulande in den nächsten Jahrzehnten von einer „moderaten Zunahme“ aus.

In Summe, so der Experte, werde die viel propagierte Energiewende deshalb „eine wesentlich zähere Geschichte, als sie in Sonntagsreden dargestellt wird“. Dass all diese Fragen auch den Lebensstil und den liebgewordenen Komfort betreffen, steht für ihn außer Frage.

Ein paar Zeichen gibt es immerhin, dass in Besserverdienerkreisen da und dort schon ein Umdenken stattfindet. Die Zeitungsherausgeberin Eva Dichand („Heute“), die privat auch in Fotovoltaik investiert hat, tritt in Sachen Mobilität auf die Bremse. „Wir haben einen VW-Bus, da brauche ich keinen Porsche Cayenne“, sagt die dreifache Mutter und entrüstet sich über die Energiesünder rundum: „Ich finde, dass Autos, die 20 Liter und mehr brauchen, der Vergangenheit angehören sollten.“

Mythos Elektroauto
Strom- und Hybridfahrzeuge rechnen sich erst, wenn der Neupreis sinkt und die Spritkosten weiter steigen.

Herbert Knoth ist ein alter Hase im Auto-Geschäft. Doch beim Thema Elektroautos kommt auch der erfahrene Stockerauer Fiat- und Mitsubishi-Händler ins Schwitzen: „Die sind nicht ganz einfach zu verkaufen.“

Obwohl die innovative Technologie von Politikern und Strombossen Dauerpromotion verordnet bekommt, ist die Resonanz nur in den Automagazinen gegeben, bei den Konsumenten aber bescheiden. Obwohl? 1230 Prozent betrug die Steigerungsrate im ­ersten Quartal 2011. Macht stolze 173 neu zugelassene E-Autos in Österreich. Die fossile Fraktion dagegen kann im gleichen Zeitraum mit 87.240 neuen Fahrzeugen aufwarten. Ein Boom sieht anders aus. Mit ein Grund für die enden wollende Kauflust der Österreicher sind die hohen Kosten, die Stromautos vor allem in der Anschaffung verursachen. Daran ändern auch diverse Förderaktionen nichts, die etwa in Niederösterreich durchaus 5000 Euro ausmachen, dafür aber eine fünfjährige Benutzungsverpflichtung beinhalten.

Noch fehlen verlässliche Erfahrungswerte unabhängiger Teststellen über die tatsächlichen Kosten eines Elektrofahrzeugs im Alltags­betrieb und durch Wertverlust. Der ÖAMTC ist gerade dabei, das beliebteste Fahrzeug der Kategorie, den Mitsubishi i-MiEV, einem Dauertest zu unterziehen. Die bisherigen Erfahrungen: Als Hauptauto und für größere Strecken sind die derzeit angebotenen Modelle aufgrund mangelnder Zuladungskapazität, Fahrverhalten, Höchstgeschwindigkeit und geringer Reichweite wenig geeignet. Sie taugen für die Kurzstrecke oder als Zweitauto. Und: Betrachtet man die ­finanzielle Belastung, schneiden Pkws mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren günstiger ab. Der viel höhere Anschaffungspreis von E-Autos kann die deutliche Ersparnis im Fahrbetrieb erst nach frühestens 15 Jahren kompensieren.

Der i-MiEV etwa kostet inklusive öffentlicher Förderungen rund 30.000 Euro, ein gewöhnlicher Opel Corsa steht mit 12.780 Euro in der Liste. Berücksichtigt man nur die reinen Treibstoffkosten, würde sich der i-MiEV erst nach über 40 Jahren amortisieren. Da tankt er schon seit Jahren im Elektroauto-Himmel unbegrenzt Solarstrom. Eine grobe Schätzung, die neben den Treibstoffkosten auch halbierte Fixkosten (z. B. Steuervorteil) und halbierte Wartungskosten (z. B. weniger Verschleiß) für den i-MiEV mit einbezieht, würde die Amortisationszeit auf rund 19 Jahre verkürzen, inklusive Förderungen kommt man immerhin auf 16 Jahre.

Auch die am Markt derzeit angebotene Leasingrate zeigt diesen Kostennachteil. Den i-MiEV gibt es in einem 5-Jahres-Gesamtpaket von Österreichs größtem Fuhrparkmanager, LeasePlan, ohne zusätzliche Anzahlung und ohne Restwert zu einem All-inclusive-Preis von monatlich 499 Euro. Ebenfalls auf fünf Jahre zu je 12.000 Kilometer Fahrleistung berechnet, liegen die monatlichen Vollkos­ten des Corsa hingegen bei vergleichsweise günstigen 386 Euro – und da ist der Sprit schon dabei. Das heißt, das grüne Auto-Gewissen kostet den Besitzer rund 100 Euro pro Monat.

Fazit: Ein Elektro-Fahrzeug ist hauptsächlich eine Investition in eine bessere Welt, Geld sparen lässt sich damit derzeit noch nicht. Aber: Wenn die Spritpreise in Richtung zwei Euro pro Liter gehen, sieht der Vergleich schon anders aus. Denn dann wird das traditionelle Autofahren noch erheblich teurer, während sich steigende Stromtarife beim E-Auto weniger zu Buche schlagen. Der rechnerische Treibstoffvorteil eines i-MiEV gegenüber einem Opel Corsa würde sich in diesem Fall um rund 150 Euro pro Jahr verbessern.
Und vor allem: In absehbarer Zeit werden Strom-Vehikel wohl spürbar billiger werden. Dann sind sie eine echte Alternative.

Wobei auch das mit dem grünen Gewissen so eine Sache ist. Die übliche Null-CO2-Angabe für einen Elektromotor stimmt so nicht. Da der i-MiEV auf der Kurzstrecke mindestens so viel Strom braucht wie ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt (2400 kWh/Jahr) zum Leben, schlägt sich auch die Umweltbelastung bei der Stromerzeugung indirekt nieder. Beim aktuellen österreichischen Strommix kommt man dabei auf ehrliche 39 Gramm CO2 je Kilometer. Nur wenn die Kiste mit reinem Ökostrom gefüttert wird, sinken die Emissionen auf null. Umweltfreundlicher ist der iMiEV aber in jedem Fall: Denn der fossil betriebene Corsa bläst 124 g/km in die Luft.

Nicht nur die reinen Elektroautos, sondern auch die gängigeren Hybridfahrzeuge schneiden bei einem sauberen Vollkostenvergleich nicht wirklich günstiger ab, so zeigen die Tests des Autofahrerklubs ÖAMTC. Hier liegt es weniger an den Anschaffungskosten als an den eher geringen Unterschieden im Verbrauch. Denn auch moderne Verbrennungsmotortechnologie liefert mittlerweile vergleichbare Werte. Die Treibstoffkosten des bekanntesten und ausgereiftesten Hybridfahrzeugs, des Toyota Prius, liegen daher nur um drei Euro pro Monat unter denen eines vergleichbaren Mittelklasseautos mit Spritspartechnologie, etwa des Golf Rabbit Blue-Motion (86 versus 89 Euro). Berechnungsgrundlage dabei ist eine Fahrleistung von 20.000 Kilometern pro Jahr. Bei den Wartungskosten spart der Toyota 15 Euro. Beides zusammen reicht gerade aus, um den höheren Preis und den höheren Wertverlust des Prius nach dem Abschreibungszeitraum des Autos ausgleichen zu können, wie der ÖAMTC-Vollkostenvergleich zeigt.

Und was sagt die CO2-Bilanz? Der Prius liegt mit einem CO2-Ausstoß von 89 g/km immerhin um rund 20 Prozent besser als der Spritspar-Golf mit 109 g/km.

Roller-Spiel
Im Direktvergleich behält der Piaggio-Roller dank niedriger Anschaffungskosten kurzfristig die Nase vorn. Mit Förderungen sieht die Rechnung anders aus.

Die „Florenz“ zieht weg, als gäbe es kein Morgen. Das Vorzeigemodell der niederösterreichischen Scooter-Schmiede IO gibt beim Start deutlich mehr Gas als die benzingetriebene Konkurrenz. Irritierend ist bloß, dass davon praktisch nichts zu hören ist. Gespenstisch leise zieht der Roller vor der IO-Firmenzentrale in Brunn am Gebirge seine Runden.

Durch attraktive Förderungen sind Mopeds mit Elektromotor in den letzten Jahren zum Renner geworden. Heimischer Hauptprofiteur der E-Offensive war IO mit fast 600 verkauften Stück im Jahr 2010: Das Gehäuse wird in der chinesischen Fabrik gebaut, die Elektronik kommt aus der Untersteiermark. „Auch Piaggio hat schon angeklopft“, registriert Firmengründer Bernd Kraemmer großes Interesse der Branchengrößen in einem generell schwächelnden Markt für motorisierte Zweiräder. Allerdings hat er auch schon ein gutes Dutzend chinesischer Imitatoren auf ähnliche Ideen gebracht, seufzt Kraemmer.

Der direkte Vergleich mit einem Parademodell der legendären italienischen Vespa-Schmiede aus der Toskana, Zip 50, fällt gemischt aus. Im Design kann „Florenz“ zwar den alten Vespas durchaus das Wasser reichen. Doch um die 1250 Euro Aufpreis zu rechtfertigen, braucht es viel Ökobewusstsein – und Förderungen der öffentlichen Hand.

Leider ist auf die öffentliche Hand als Anschubhilfe aber kein Verlass: Oberösterreichs 300-Euro-Förderung ist etwa im vergangenen Oktober ersatzlos ausgelaufen. In der Steiermark dagegen gibt es derzeit (noch) 500 Euro für einen Elektroroller (siehe Überblick auf Seite 68). Die Konsequenz: Ohne Förderung rechnet sich die E-Investition bei einer angenommenen Jahresleistung von 5000 Kilometern erst im sechsten Jahr (siehe unsere Beispielrechnung), in der Steiermark dagegen schon im vierten Jahr.

Wer nicht nur betriebswirtschaftlich denkt, für den ist der E-Roller aber tatsächlich eine Alternative – bei Alltagsfahrten. Wer eine Garage sein Eigen nennt, kann das Gefährt dort bequem über Nacht auftanken. Die Silizium-Gel-Batterien sollten voll aufgeladen – im Flachland – für 60 Kilometer reichen. Die stärkeren ­Lithium-Ionen-Batterien gibt es zwar auch, sie würden derzeit aber mehr als der Roller selbst kosten. Die Lebensdauer der Batterien wird von den ersten verfügbaren Langzeittestern mit rund vier Jahren angegeben.
Aber das Wichtigste für Mopedisten: Die Aufmerksamkeit ist dem Fahrer oder der Fahrerin von Anfang an sicher. Notfalls kann man ja mit einer angeschlossenen Playstation für den nötigen Lärm sorgen.

Benützen statt besitzen.
Der Traum von der uneingeschränkten Mobilität: Das eigene Auto macht ihn wahr. Schon mit ein paar tausend Euro für einen kleinen Gebrauchten ist man dabei. Doch durch laufende Kosten wie Versicherung, Steuer, Service oder Reifen wird das eigene Auto rasch zu einer rollenden Sparkassa. Und der Fahrspaß beschränkt sich im statistischen Durchschnitt auf bloß eine halbe Stunde pro Tag. Vor allem für Städter ist das eigene Auto oft nur ein Prestigeobjekt, auf das viele leicht verzichten könnten. Die Alternative heißt Carsharing. „Bis zu 56 Prozent der Kosten eines Privat-Pkws können gespart werden, wenn man, statt einen eigenen Pkw zu kaufen, auf einen Mix aus öffentlichen Verkehrsmitteln und Leihautos setzt“, erklärt Christian Fuchs, Geschäftsführer von Denzel Mobility CarSharing. Christian Gratzer, Sprecher des Österreichischen Verkehrsclubs VCÖ, rechnet vor, dass Carsharing bis zu einer Jahreskilometerleis­tung von rund 12.000 Kilometern die günstigere Alternative ist. Die Gesamt­kosten für einen Privat-Pkw der Kompaktklasse, etwa einen Hyundai i 30, betragen bei 10.000 Kilometern im Jahr 5100 Euro, beim Carsharing 4600 Euro: also 500 Euro Ersparnis. „Die meisten Carsharing-Kunden fahren aber wesentlich weniger mit dem Auto, weil sie viel mehr Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen“, weiß Gratzer und führt neben den geringeren Mobilitätskosten noch eine Reihe weiterer positiver Effekte des Carsharings an: Ein Carsharing-Auto ersetzt demnach vier bis acht private Pkws, dadurch sinken das Verkehrsaufkommen und der Parkraumbedarf in den Städten. Gleichzeitig reduziert sich der Spritverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß im Individualverkehr, weil die Flotten im Schnitt alle drei bis vier Jahre erneuert werden und daher effizientere Motoren haben. Gratzer: „Diese Fahrzeuge fahren immer mit der neuesten Technologie und produzieren daher um rund 16 Prozent weniger CO2 als ein Durchschnittsauto.“

Warmpackung
Welches Heizsystem ist ökologisch und ökonomisch das effizienteste?

Rund 865.000 Haushalte, also etwa ein Viertel aller Österreicher, heizen mit Heizöl. Der Großteil der Anlagen wurde installiert, als der Brennstoff noch sehr günstig war. Seit der Jahrtausendwende hat sich der Rohölpreis aber beinahe versechsfacht. Diese dramatische Preissteigerung bekommen Haushalte, in denen noch ältere Anlagen in Betrieb sind, besonders drastisch zu spüren. Die Sorge vor weiter steigenden Ölpreisen stiftet Verunsicherung.

Doch es gibt einen Lichtblick. Die Heiztechnik hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, und die Nutzungsgrade der Anlagen wurden von 60 bis 70 Prozent auf annähernd hundert Prozent gesteigert. Das bedeutet, dass moderne Ölheizanlagen, über eine ganze Heizperiode gerechnet, bis zu 40 Prozent weniger Energie verbrauchen. Die Faustregel der Energieexperten der Österreichischen Energieagentur lautet: Wenn größere Reparaturen am Heizungssystem anstehen oder der Heizkessel bereits mehr als 15 Jahre alt ist, dann lohnt es sich, über ­einen Kesseltausch oder den Umstieg auf ein neues Heiz­system nachzudenken.
Martin Reichard, Geschäftsführer des Instituts für wirtschaftliche Ölheizung, wirbt in diesem Fall für die Anschaffung einer Ölbrennwertanlage, die er als „Vorbild an Energieeffizienz“ bezeichnet. „Wenn man alle Kosten für ein warmes Zuhause berechnet, die Anschaffungskosten, die Wartungskosten und die Brennstoffkosten, dann ist die Ölheizung weiterhin absolut wettbewerbsfähig“, erklärt er.

Der trend hat nachgerechnet – und ist zu einem anderen Ergebnis gekommen. Ein stabiles Verhältnis der Preise vorausgesetzt – Schwankungen sind schließlich bei allen ­Energieträgern zu erwarten –, schneiden Ölheizungen im direkten Vergleich mit Gas- oder Pelletsheizungen sowohl ökonomisch als auch ökologisch schlechter ab. Die Inves­titionskosten liegen mit rund 13.500 Euro für ein Einfamilienhaus zwar genau im Mittel zwischen Gas- und Pelletsanlagen. Aufgrund der unterschiedlichen Betriebskosten rechnet sich eine Investition in eine Pelletsanlage im Falle eines unsanierten Hauses mit einer Heizlast von 20 Kilowatt aber schon nach sechs Jahren. Bei einem sanierten Gebäude oder einem modernen Niedrigenergiehaus, für das rund die Hälfte der Heizenergie nötig ist, dauert es etwa doppelt so lang. Dabei sind höhere Förderungen für Pelletsanlagen noch gar nicht mit einkalkuliert. Je nach Bundesland können die öffentlichen Zuschüsse die Amortisationszeit um 25 bis 50 Prozent reduzieren.

Noch eindeutiger fällt der Vergleich mit Erdgasheizungen aus, die sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb über die gesamte Laufzeit viel günstiger als Ölheizungen sind. Falls die Möglichkeit eines Direktanschlusses an ein Erdgasnetz besteht, erspart man sich dabei obendrein auch noch den Lagerraum, der dann als zusätzlicher Kellerraum genutzt werden kann.

Aus rein ökonomischer Sicht ist die Gasheizung auch im Vergleich mit einer Pelletsheizung klarer Sieger. Schon bei einem unsanierten Einfamilienhaus dauert es – wieder ohne Berücksichtigung von Förderungen – 35 Jahre, bis sich die Investition in eine Pelletsheizung rentiert. So lange sollten Heizungen aber gar nicht in Betrieb sein. Umweltbewusste, für die auch die CO2-Bilanz ihrer Heizanlage wichtig ist, können sich dennoch fast nur für eine Pelletsanlage entscheiden. Mit nur 195 Kilogramm ist deren CO2-Ausstoß 34-mal geringer als der einer Gasheizung und 46-mal niedriger als der ­einer Ölheizung.

Fenster-Gucker
Der Komplettaustausch der Fenster ist jene Isoliermaßnahme mit dem schlechtesten Kosten-Nutzen-Verhältnis: erst tauschen, wenn die Fenster wirklich hinüber sind.

Glaubt man den Energiesparrechnern auf den Homepages der Fensterhersteller, ist das die Ultima Ratio der Energieeffizienz: alte Fenster raus, neue Fenster rein. Dabei wird jedoch fast immer mit jenseitigen Ausgangswerten kalkuliert.

In der Praxis sind selbst Fenster, die in den sechziger und siebziger Jahren eingebaut wurden, meist weit von den negativen Extremwerten der Trockendock-Rechnungen entfernt. Deshalb „rechnet sich das nie“, wie Wolfgang Mraz, Leiter der Gruppe Haustechnnik in der Wiener MA 25, schonungslos formuliert: „Ein Tausch ist nur sinnvoll, wenn die Fenster wirklich am Ende ihres Lebenszyklus angelangt sind.“ Auch Gerhard Dell, Energiebeauftragter des Landes Oberösterreich, sagt, dass in der Kosten-Nutzen-Rechnung „das Fenster am untersten Ende der Skala steht“.

Selbst nach einem staatlichen Zuschuss von bis zu einem Fünftel der Kosten ist in der Regel von einem Quadratmeterpreis von 400 Euro für ein doppelglasiges Kunststofffenster auszugehen – Demontagekosten des Altbestands und Montage der neuen Fenster inklusive. Mehr als zehn Prozent des gesamten Heizwärmebedarfs sind aber durch den Fensteraustausch kaum einzusparen. Die heimische Energieagentur kam in der Berechnung einzelner Isolierungsmaßnahmen bei einem Musterhaus vor zwei Jahren auf eine Amortisationsdauer – vor Zuschüssen – von sogar 39 Jahren. Auch in unserer Modellrechnung kommen wir auf über 25 Jahre, bis sich der Fensteraustausch rechnet. Oft ist ein bloßer Austausch der Dichtungen, auf den sich ein paar österreichische Firmen spezialisiert haben, weitaus effizienter.

Auf ein in der Praxis häufig auftretendes Phänomen weist der oberösterreichische „Energiedetektiv“ Franz Strasser hin: „Nach dem Fensteraustausch kann es zur Schimmelbildung kommen, weil die neuen Fenster so dicht schließen.“ Fazit: Als isolierte Aktion ist diese Maßnahme untauglich, im Rahmen einer Komplettsanierung eines heruntergekommenen Hau­ses kann sie aber natürlich durchaus Sinn machen.

Gut gedämmt
Ökologisch top, wirtschaftlich dürftig: Trotz Fördergeldern rechnet sich die Dämmung der Außenhülle erst nach rund 20 Jahren.

Wer durchs Land fährt, sieht sie derzeit allerorts: Häuser, die eingepackt werden wie Kinder im Winter von ihren Eltern. Die Außenwände bekommen, fast wie eine dicke Daunenjacke, eine Hülle aus Styropor, über das Dachgeschoß wird eine warme Mütze aus Mineralwolle gezogen – und ist den Füßen kalt, wird von unten zusätzlich isoliert.

Seit Anfang März die Bundesförderung für thermische Sanierung in Höhe von bis zu 5000 Euro wieder aufgelegt wurde, herrscht ein Griss darum wie bei der ersten Aktion vor zwei Jahren. Doch wer meint, dass sich das flotte Dämmen auch schnell positiv im Geldbörsel bemerkbar macht, irrt. Selbst mit dem staatlichen Zuschuss muss man mit etwa 20 Jahren rechnen, bis die Investition wieder hereingespielt ist.

Die heimische Energieagentur hat vor zwei Jahren an einem typischen Einfamilienhaus errechnet, dass ein Gesamtpaket mit Dämmung der Außenwände, der obersten Geschoßdecke, des erdanliegenden Fußbodens und Fenstertausch (siehe dazu auch Seite 61) ohne Berücksichtigung von Förderungen rund 40.000 Euro kostet und sich erst nach 27 Jahren amortisiert – mit der aktuellen Stützung verkürzt sich der Zeitraum auf 23 Jahre. In unserer optimistischen Version (siehe Beispielrechnung rechts) kommen wir auf 17 Jahre.

Dabei sind die einzelnen Maßnahmen unterschiedlich effizient. Als absolut am günstigsten erweist sich das Dämmen der obersten Decke. „Das lässt sich schnell und oft in Eigenregie erledigen. Ein paar Rollen aus dem Baumarkt sind schnell verlegt“, sagt Christian Pöhn, Sanierungsexperte der Stadt Wien. Mit Kos­ten von 2000 bis 3000 Euro kann man den Heizwärmebedarf eines Hauses um gut und gern 15 Prozent reduzieren. Diese Rechnung geht oft schon nach zehn Jahren auf. Einziger Haken: In Mehrfamilienhäusern profitiert von dieser Maßnahme nur der Mieter oder Eigentümer im obers­ten Geschoß – die Kosten müssen sich in der Regel alle teilen.

Einen wesentlich längeren Atem braucht man bei einer Sanierung der Außenwände, die häufig mit bis zu 16 Zentimeter starken Polystyrol-Platten bewerkstelligt wird. Ökologisch ist diese Maßnahme enorm sinnvoll: Wenn alles richtig gemacht wird, lässt sich der Heizwärmebedarf damit um ein Drittel reduzieren. Doch die Investition ist mit 60 bis 80 Euro pro Quadratmeter Außenfläche recht hoch. Laut Pöhn sollte man deshalb nicht eine rein betriebswirtschaftliche, sondern eine „ehrliche“ Amortisationsrechnung anstellen: „Die normale Wartung einer Fassade erfordert ja auch von Zeit zu Zeit, dass man ein Gerüst aufstellt. Das sollte man dann eben mit einer thermischen Sanierung verbinden. Rechnet man diese tourlichen Wartungskosten heraus, ist die Fassadensanierung eine der sinnvollsten Maßnahmen überhaupt.“

Technisch sind durch eine Komplettsanierung bis zu 80 Prozent Einsparung möglich, meint Berthold Lehner vom Wohnfonds Wien – wenn alles professionell gemacht ist und gleichzeitig der Kessel und die Regeltechnik auf den neuesten Stand gebracht werden. Doch mehr als 50 Prozent werden in der Praxis kaum erzielt. Neben handwerklichen Fehlern – etwa ungewollten Lüftungsschlitzen – ist ein häufiger Grund, dass die Dämmung erst in Angriff genommen wird, nachdem das Heizsystem erneuert wurde. Die Reihenfolge müsste genau andersrum sein.

Gepumpte Wärme
Luft- und Erdwärmepumpen benötigen viel Strom. Die meisten unabhängigen Experten sind diesen Systemen gegenüber skeptisch.

Es klingt ein wenig wie Zauberei, aber es funktioniert tatsächlich. Wärmepumpen, die nach dem umgekehrten Kühlschrank-Prinzip arbeiten, können die in der Luft, im Boden oder im Grundwasser gespeicherte Sonnenenergie in Wärme umwandeln und damit auch im tiefsten Winter Häuser beheizen und das Warmwasser aufbereiten. Das geschieht vollautomatisch. Der Besitzer einer solchen beinahe wartungsfreien Anlage muss sich um kaum etwas selbst kümmern. „Das hat natürlich Charme, ist aber leider weder aus ökonomischer Sicht noch aus ökologischer Sicht besonders sinnvoll“, erklärt Christian Rakos, Chef von proPellets Austria, und verweist auf eine eben veröffentlichte Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme, die zum Schluss kommt: „Nicht alle Systeme haben ökonomische und ökologische Vorteile gegenüber Heizungen mit fossilen Brennstoffen.“ Konkret: Wärmepumpenanlagen sind teuer und ineffizient – in der Anschaffung und im Betrieb.

Rund 30.000 Euro kostet eine elektrische Erdwärmepumpe, etwa 25.000 Euro eine Luftwärmepumpe. Für den Betrieb benötigen beide viel Strom, der in den Wintermonaten oft aus Gaskraftwerken stammt. Die jährliche CO2-Belastung von Luftwärmepumpen liegt demnach bei 4800 Kilogramm, Erdwärmepumpen belas­ten die Umwelt immer noch mit
drei Tonnen CO2 pro Jahr. Die Arbeitsgemeinschaft ­Erneuerbare Energie (AEE) in Villach hat außerdem untersucht, ob die von den Herstellern in Aussicht gestellten Maßzahlen – nämlich dass jede Stromeinheit in 3,5 Wärmeeinheiten umgewandelt wird – realistisch sind. In der Praxis liegt die Arbeitszahl von Luftwärmepumpen bei nur 2,5. Erdwärmepumpen können im besten Fall eine Arbeitszahl von 4 erreichen.

Unter dem Strich kommen die Experten zum Schluss: „Die Effizienz von Wärmepumpen entspricht nicht ihrem Image. Oft wäre es besser, gleich mit Gas zu heizen.“

Strom vom Dach
Angst vor steigenden Strompreisen? Mit einem eigenen Sonnenkraftwerk können Sie sich zumindest langfristig absichern.

Mit schweißnassen Händen klicken wir auf „absenden“. Es ist der 6. April 2011, 18:00:54 Uhr, exakt 54 Sekunden nach der Freischaltung des Online-Links zur heiß begehrten staatlichen Förderung für eine private Fotovoltaik-Anlage. Nur eine Sekunde später langt der versuchsweise abgeschickte trend-Antrag bei der zuständigen Behörde ein. Doch die Ernüchterung kommt postwendend mit dem Bestätigungs-Mail: Erstaunliche 315 Antragsteller aus Wien, Niederösterreich oder dem Burgenland waren noch schneller. Ob Platz 316 reicht, um noch Geld zu kriegen?

Für eine reale Investitionsrechnung wäre dies essenziell: Denn ohne Förderungen ist die Amortisation nur sehr langfristig zu erreichen. Fotovoltaik-Anlagen – die aus Sonnenenergie Strom machen – haben eine eher ungünstige Energieausbeute, und die Technologie ist teuer. Mit Steuergeld-Turbo aber rechnet sich die Sache in einem kalkulierbaren Zeitraum. Da spielt sich der 22.000-Euro-Aufwand etwa für eine 5-kWp-Anlage (das entspricht etwa einem jährlichen Stromertrag von 5000 kWh, genug Strom für ein mittleres Einfamilienhaus) durch reduzierte Betriebskosten bereits innerhalb von zwölf bis 13 Jahren herein. Berücksichtigt man auch noch Finanzierungskosten, wären es rund 19 Jahre. Die Anlagen haben aber Laufzeiten von 30 Jahren und mehr.

Im Gegensatz zu gewerblichen Fotovoltaik-Betreibern zeigt sich der Bund bei privaten Kleinanlagen nämlich noch großzügig (bis zu 2000 Euro je kWp). Mit Landesförderungen summiert sich der öffentliche Geldsegen bis auf 50 Prozent der Investitionskosten.

Der Nachteil: Diese Förderungen zu lukrieren setzt einiges Glück voraus. So werden heuer in der Steiermark von den etwa 8000 Antragstellern aus der ersten Viertelstunde der Förderaktion nur rund 1500 auch zum Zug kommen. Und es verlangt einiges an Know-how. Manche Bedingungen, wie etwa jene in Niederösterreich, scheinen geradezu als Einstiegshürde angelegt zu sein, sodass das meiste Geschäft mit Fotovoltaik möglicherweise die Energieberater machen. Hans Kronberger, Lobbyist und Chef des Dachverbands Photovoltaik Austria, ist dementsprechend sauer: „In Österreich eine Fotovoltaik-Anlage zu bekommen ist umständlicher, als seinerzeit in der DDR einen Trabi.“

In der Regel wird das eigene Kraftwerk am Dach mit Anschluss ans normale Stromnetz betrieben: Insellösungen mit eigener Speicherbatterie sind Ausnahmefälle. Die Einsparungen setzen sich dabei aus zwei Komponenten zusammen: Deckung des Eigenbedarfs und Einspeisung von Strom ins Netz:

> Zum einen reduziert sich der Reststrombedarf, der vom normalen Stromnetzbetreiber bezogen wird, auf etwa 50 Prozent. Damit allerdings fallen auch die diesbezüglichen Steuern und Abgaben weg, immerhin zwei Drittel des Bezugspreises.
> Zum anderen wird der zeitweilige – privat erzeugte – Überschussstrom an den Netzbetreiber verkauft. Die Vergütung dafür schwankt beträchtlich. Je Kilowattstunde gibt es von EVN, Wienstrom & Co zwischen acht und 16 Cent. Höchstpreise zahlt die Ökostrom AG, die dafür allerdings eine 20-jährige Bindung verlangt. Je geringer die Einspeisevergütung, umso eher lohnt es sich, den erzeugten Strom selbst zu verbrauchen, also die Stromverbraucher im Haus dann einzuschalten, wenn die Sonne scheint.
Mit diesen Eckpunkten ist Ihre Stromrechnung langfristig fixiert; statt der Stromrechnung zahlen Sie nur mehr einen Kredit zurück. Wenn die Strompreise weiter steigen, kann Sie das nicht nur kaltlassen, sondern sogar freuen, weil sich dann die Anlage noch schneller amortisiert.

Ein paar Restrisiken bleiben: Die Feuerwehren standen bis vor Kurzem eher ratlos vor dem Problem, wie Löscharbeiten an Häusern mit einer Fotovoltaik-Anlage durchzuführen sind, um Verletzungen durch die Hochspannung führenden Installationen am Dach hintanzuhalten. Handlungsanleitungen sind in Ausarbeitung.

Kraftwerk Sonne
Thermische Solaranlagen sind effiziente Energiesparer mit einer kurzen Amortisationszeit.

Sonne wärmt Wasser und spart dadurch Energie. So einfach ist das Prinzip hinter thermischen Solaranlagen, die im Einfamilienhaus zur Warmwassergewinnung, im Winter zur Raumheizung und im Sommer auch zur Beheizung von Swimmingpools eingesetzt werden können.

Österreich kann zwar, gemessen an den Sonnenstunden, lange nicht mit Zypern oder Griechenland mithalten, aber die durchschnittliche Sonneneinstrahlung von rund 1100 kWh pro Quadratmeter und Jahr ist ausreichend, um mit sechs Quadratmeter Kollektorfläche den Großteil des Warmwasserbedarfs eines 4-Personen-Haushalts abzudecken. Will man die Solaranlage auch in der Übergangszeit zu Heizzwecken nützen, dann sind rund 15 Quadratmeter Kollektorfläche nötig.

Die Investitionskosten sind dabei sehr überschaubar. Das Kollektorset kostet in der kleineren Variante inklusive Montage knapp 6000 Euro und liefert etwa 2400 kWh Energie pro Jahr. Bei einem angenommenen Strompreis von 20 Cent pro kWh bedeutet das eine Ersparnis von etwa 480 Euro pro Jahr gegenüber einem handelsüblichen Elektroboiler. Nach rund zwölf Jahren hat die Solar­anlage so viel Energie produziert, dass sich bereits die gesamten Installationskosten amortisiert haben (ohne Berücksichtigung diverser Förderungen). Bei der größeren Variante inklusive Heizung ist dies erst nach 17 Jahren der Fall – die Ersparnis ist relativ gesehen ­geringer, weil zur Zeit des höchsten Wärmebedarfs kaum Sonnenenergie zur Verfügung steht.

Von März bis Oktober kann damit das Warmwasser zu hundert Prozent von der Sonne erwärmt werden. Über die Nutzungsdauer von 25 Jahren erzeugt eine 15 Quadratmeter große Solaranlage rund 120.000 kWh Wärme. Auch die Umweltbilanz der Solaranlagen ist beachtlich. Roger Hackstock, Geschäftsführer der Austria Solar, rechnet vor: „Je nach der thermischen Qualität des Hauses entspricht das zwischen 25 und 40 Prozent des gesamten Wärmebedarfs und spart dadurch an die 40 Tonnen CO2-Emissionen ein.“

LEDs go
Die LED ist einer Energiesparlampe preislich knapp unterlegen, praktisch aber weit voraus. Die alte Glühbirne hat ausgedient.

Papa hatte doch Recht. Ist es doch meist das älteste männliche Haushaltsmitglied, das grantelnd hinter dem Rest der Familie die Beleuchtung in Haus und Wohnung wieder abdreht. Pfennigfuchser, der er ist. Aber vielleicht ahnt er auch, dass die Beleuchtung immerhin 15,3 Prozent einer durchschnittlichen Haushaltsstromrechnung ausmacht.

Allerdings, der Prozentsatz könnte bald niedriger ausfallen. Zum einen treten nach und nach die EU-Verbote für herkömmliche Glühlampen in Kraft. Ab 2012 sind auch die letzten Reste der alten Leuchtentechnik, derzeit noch die 60- bis 100-Watt-Lampen, im europäischen Handel verboten. Das gilt auch für den findigen Glühlampenimporteur, der das Verbot kurzfristig umgehen konnte, indem er seine Produkte „heating-ball“ nannte. Die stattdessen mittlerweile üblichen Energiesparlampen brauchen bereits über 75 Prozent weniger Strom. Und mit den LED-Lampen sinkt der Energieverbrauch gar bis zu 85 Prozent.
Der Nachteil: Der Preis für die innovative LED-Technik, in der statt Glühwendeln oder Leuchtgas Niedrigspannungs-Leuchtdioden werken, ist auf den ersten Blick noch einigermaßen hoch. So ist eine LED-Lampe mit der Leuchtkraft einer 40-Watt-Glühbirne nicht unter 25 Euro zu haben. Viel Kohle für die Konsumenten, die bei der Glühbirne kaum jemals über einen Euro auslegen mussten.

Dennoch, der trend-Vergleich macht sicher: Bei täglich 5,4 Stunden Betrieb hält eine LED-Leuchte 12 bis 13 Jahre. Auf diesen Zeitraum gerechnet, amortisiert sich ihre Anschaffung gegenüber einer herkömmlichen Glühlampe bereits nach zwei bis drei Jahren. Am Schluss stehen nur 55 Euro Gesamtkosten für die LED-Lampe, aber heiße 225 Euro für die Glühlampe, inklusive der bei dieser Brenndauer notwendigen 25 Ersatzbirnen. Von der Umweltbelastung durch den zehnfachen Stromverbrauch mal ganz abgesehen.

Allerdings hat die Rechnung einen kleinen Kurzschluss: Es ist nicht die ohnehin bald gänzlich verbotene Glühlampe, die in Konkurrenz zur LED steht, sondern die herkömmliche Energiesparlampe. Und da sieht die Kostenrechnung schon anders aus, bleibt doch die Energiesparlampe trotz der zwei oder drei notwendigen Ersatzbeschaffungen knapp billiger als die LED-Konkurrenz, die ihre Langlebigkeit im Alltagseinsatz erst unter Beweis stellen muss. Erik Nielsen, Pressesprecher des LED-Spezialisten Ledon, Zumtobel: „Das stimmt, von den Kosten her gibt es da keinen Vorteil.“

Dennoch empfehlen Experten den Umstieg. Zum einen steht der Umweltbelastung der Energiesparlampe bei Produktion und Entsorgung durch das enthaltene Quecksilber eine durchaus saubere LED-Technik gegenüber. Und deren Praxistauglichkeit durch exzellente Farbwiedergabe und Verfügbarkeit schlägt den nachlassenden Lichtkomfort einer durchschnittlichen Energiesparlampe um Lichtjahre. Bei fast gleichen Kosten. Papa wird sich in Zukunft schwertun, die häuslich-familiären Lichtspiele einzuschränken.

Weiße Weste
Austauschen und ausstecken – neue Elektrogeräte lohnen sich fast immer.

Kühlschränke, Waschmaschinen, Elektroherde, Gefriergeräte und Geschirrspüler sind die größten Stromverbraucher in Haushalten. Den Berechnungen der Österreichischen Energieagentur zufolge sind diese fünf ­Gerätegruppen für 50 Prozent des Haushaltsstromverbrauchs verantwortlich. Durch den Austausch alter Geräte gegen moderne, energieeffiziente Modelle lassen sich der Stromverbrauch und die damit verbundenen Kosten im Haushalt um rund 25 Prozent reduzieren. So ist etwa der durchschnittliche Energieverbrauch von neuen Kühlschränken seit dem Jahr 1990 um 60 Prozent gesunken. Ersetzt man ein solches Altgerät durch ein modernes Modell, so kann sich die Anschaffung alleine durch den niedrigeren Stromverbrauch binnen weniger Jahre rentieren. Die Umweltberatung rät daher auch schon bei defekten Kühlschränken, die zehn Jahre oder älter sind, von einer Reparatur ab und empfiehlt stattdessen den Kauf eines Neugeräts der Klasse A+ oder A++. Unter www.topprodukte.at wurde eine Online-Datenbank eingerichtet, die Elektrogeräte nach ihrer Energieeffizienz bewertet.

Moderne Geräte haben auch einen deutlich geringeren Stand-by-Verbrauch. Der ist nicht zu unterschätzen. In einer Untersuchung wurden die Stand-by-Verluste in 1300 Haushalten gemessen, wobei der durchschnittliche Haushalt 169 kWh Strom pro Jahr allein für Stand-by von TV-Gerät oder DVD-Rekorder verbraucht hat. Das entspricht in etwa 6,3 Prozent des jährlichen Stromkonsums eines Haushalts. EU-weit summieren sich diese unnötigen Verluste auf 43 TWh pro Jahr. Das entspricht in etwa der gesamten Stromerzeugung durch Windkraft und Fotovoltaik im Jahr 2009. Dazu kommen weitere Verluste von rund zehn TWh durch elektronische Geräte in Büros. Um Stand-by-Verluste aufzuspüren, kann man ein Leistungsmessgerät verwenden. Nicht selten kostet der Stand-by-Betrieb eines einzelnen Geräts zehn Euro pro Jahr oder mehr.

Avaaz sammelt nicht nur online Millionen von Unterschriften, sondern begleitet seine Kampagnen oft mit öffentlichen Aktionen. In vielen Fällen, gerade bei globalen Anliegen, ist das von Erfolg gekrönt.
 

trend

Avaaz – Politik und Konzerne im Visier

 

trend

Berufsunfähigkeitsversicherungen – Prämienübersicht und Vergleich

Die Reichsten aller Kontinente

trend

Die Reichsten aller Kontinente