Sommerverzinsung

Tipps zur sonnigen Aufwertung des Ich-Produkts.

Der Sommer ist wie Schokolade. Er lockt die als „Glückshormone“ beliebten Endorphine. Biologen, Physiologen, Psychologen und selbst Philosophen halten die heiße Jahreszeit für den heißesten Tipp, das Leben vorteilhaft zu verändern.

Der positive Effekt der Monate Juli und August ist unumstritten, wird aber äußerst unterschiedlich – positiv gesehen: vielfältig – begründet. In dieser Kolumne werden die wichtigsten Pro-Sommer-Argumente versammelt und zu konkreten Just-do-it-Ratschlägen erweitert. Sie gelten vorwiegend für erwerbstätige Erwachsene und Workaholics. Kinder und Jugendliche wissen von selbst, wie man instinktsicher mit dem Sommer umgeht.

1. Jungbrunnen Sommer
Anhänger der psychosomatischen Schule gehen davon aus, dass Geist, Fantasie und Einbildung die Gesundheit & Krankheit stärker beeinflussen als die fundamentalen organischen Befindlichkeiten. Aus dieser Ecke kommen die Volksweisheiten „Kränkung macht krank“ und „Kleine Siege machen schmale Füße“. Tipp: Auch die Sommermonate können via Fantasie zu einem hoch wirksamen Jungbrunnen werden, sofern man sie so einrichtet, dass sie im Wege der Erinnerung zurückversetzen in die Ferien der Kindheit. Das verlangt allerdings ziemlich viel.

Erstens: den Jahresurlaub möglichst en bloc zu nehmen, also alle sechs Wochen auf einmal. Zweitens: diese Zeit als echte Zäsur zu gestalten, also die Arbeit wirklich in die Ecke zu pfeffern wie einst die Schultasche. Drittens: jedwede Planung zu unterlassen. Viertens: wie ein Kind das frühe Licht zu begrüßen und erst dann schlafen zu gehen, wenn man todmüde ist. Fünftens: auf teures Equipment und exotische Exkursionen zu verzichten, also sich so zu verhalten, als verfüge man nur über das schmale Taschengeld eines Kindes.

2. Idealer Sommersport
Die Frage nach den Idealsportarten für erwachsene, hierzulande oft übergewichtige Manager und Unternehmer scheint entschieden. Jogging fällt aus, weil es Sehnen und Gelenke quält und eher demotiviert. Es überfordert die Frustrationstoleranz und wirft den Sport-Wiedereinsteiger bald zurück in den Fernsehsessel. Ähnliches gilt für Tennis. Hier überfordert das krasse Stop & Go. Nordic Walking scheint gut zu funktionieren, ist aber ästhetisch unerträglich. Derzeitige Alternativen:

• Power Walking im Sinne eines kreislauffördernden Schnellgehens. Ist wirkungsvoll, aber noch sozial verträglich und nicht unelegant. Erlaubt als Sportkleidung Designer-Jeans und Designer-Polos, man hat’s halt gerade eilig.

• Leichte Bergwanderungen nicht unter einer Stunde. Wichtiges Geheimnis der Bergfexe: das „Getriebe“. Die Drehzahl (Schrittfrequenz) bleibt gleich, nur die Übersetzung (Schrittlänge) variiert mit der Geländesteigung.

• Schwimmen, wobei Physiologen vom Brustschwimmen nicht arg begeistert sind. Gelobt wird vor allem das Rückenschwimmen, aber auch Kraul und von manchen Sport-Philosophen das Kurzstreckentauchen: Man bewege sich dabei wie einst in der Ursuppe, dem Meer.

• Als echter Hammer gilt das Radfahren in Gegenden mit wenig Wind und halbwegs flachem Gelände. Dänische Forscher ermittelten kürzlich, dass schon 30 Minuten täglich die Lebens-erwartung deutlich erhöhen. Tipp von Free-Climber-Champion Thomas Bubendorfer: Seine Leistung sei deutlich angestiegen, als er vom Kraft-Tritt in hohen Gängen umstellte auf schnelleren Leicht-Tritt in niedrigen Gängen (für Tour-de-France-Kenner: eher Lance Armstrong als Jan Ulrich, allerdings ohne deren Doping).

3. Die Entpuppung des Geistes
Besonders privilegiert fühlen sich erfahrungsgemäß Urlauber, die durch Zufall im Sommer zu Künstlern wurden. Hohe Häuser bieten daher exklusiv für ihre Gäste auch die tiefere Ruhe von Zen-Künsten. Etwa das angeblich bestausgelastete Hotel Österreichs, das relativ teure „Hochschober“ am Turracher See an der Grenze von Steiermark und Kärnten. Man bietet dort im eigenen Original-Teehaus nicht nur Körperübungen, die tief in den Geist greifen, sondern auch Kurse für chinesische Tuschemalerei. Der enorme Zuspruch verblüfft nur auf den ersten Blick. Es gibt eine unausrottbare Menschensehnsucht: besser zu werden und für die eigene Verbesserung Zeugnisse in der Hand zu halten – in diesem Falle Bilder.

4. Österreichs Sommer-Tourismus
Wir können auch darin Weltmeister werden. Die angeführten Punkte regen zu einem Weiterdenken in Richtung „Sport light und Geist“ an. Großes Lob beispielsweise für den Ramsauer Bürgermeister. Sein Denken hört nicht beim winterlichen Skilauf auf. Er hat auch einen Sinn für Geist und für Nischen. Er will seinen Ort zu einem Zentrum für Work-Life-Balance machen. Eine ausgezeichnete Idee, die sich bald verzinsen wird.

Avaaz sammelt nicht nur online Millionen von Unterschriften, sondern begleitet seine Kampagnen oft mit öffentlichen Aktionen. In vielen Fällen, gerade bei globalen Anliegen, ist das von Erfolg gekrönt.
 

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