Second Mausis

Die mögliche Kanzlergattin Martina Faymann vermittelt ein Frauenbild, das – den Falschen – keinen Anlass zur Unruhe gibt. Angelika Hager vermisst Eva und Gigi schon jetzt.

Wie erleichternd! Die Frau des neuen Vielleicht-Kanzlers Martina Ludwig-Faymann, 41, hat für die Liebe beruflich zurückgesteckt und vor einem Jahr das Amt der Landesfrauensekretärin zurückgelegt. Nun ist sie nur noch Gemeinderätin und Obfrau des Vereins der Wiener Frauenhäuser. Wenn sie sich auf den Interview-Fotos neben „den Geschmeidigen mit dem eingewachsenen Lächeln“, wie Österreichs polemischster Philosoph Rudolf Burger das Phänomen Faymann charakterisiert, stellt, erweckt sie den Eindruck eines scheuen bis verschreckten Rehs. Liebe Erinnerungen an Doris Schröder-Kopf werden wach, die auch gerne schutzsuchend an der Brust ihres Gerhards zu posieren pflegte. Die deutsche „First Doris“ hatte bei Amtsantritt des Göttergatten der eigenen Erwerbstätigkeit sogar gänzlich Adieu gesagt und fortan auf dem Boulevard-Strich gerne und oft Teerosen sowie das eigene Hündchen gestreichelt. Quasi um der Außenwelt zu dokumentieren, dass aus ihrer Ecke keine unsympathischen Selbstverwirklichungsritte zu befürchten sind.

Auch Madame Faymanns Lifestyle-Offenbarungen geben keinerlei Anlass zur Unruhe, dass hier ein traditionalistisches Weltbild zum Purzeln gebracht werden könnte. Sie attestiert ihrem Werner eine romantische Ader. Zur Erhärtung dieses Verdachts wird angeführt, dass er diesmal „sogar nicht den Hochzeitstag“ vergessen hat und bisweilen hobbykocht. Diese Fähigkeit hätte er sich in venezianischen Fischrestaurants erworben, was möglicherweise von der ohnehin durch Gusis Ess-kapaden schwer verunsicherten Funktionärsbasis als das falsche Stilsignal gewertet werden könnte. Egal. In jedem Fall personifiziert der „Glatte“, wie der Schrebergarten-Mund die rote Hoffnung tituliert, auch ein Vaterbild, das, familienpolitisch betrachtet, keinerlei Anlass zur Unruhe gibt, dass skandinavische Zustände einreißen könnten.

Faymann erklärt in der Tageszeitung „Österreich“ (hat das der publizistische Ziehvater Hans Dichand eigentlich erlaubt?), dass seine fünfjährige Tochter Flora doch öfters nach ihm fragt, er sich aber durchaus bemüht, sie einmal in der Woche in den Kindergarten zu bringen: „Aber das stresst mich mehr als ein parlamentarischer Ausschuss.“ Nun ja. „Comme si de rien n’était“ heißt die neue Liedersammlung von Carla Bruni, die zumindest mit ihrem Bling-Bling-Napoleon einen Verwirklichungskompromiss geschlossen hat: Trällern auf CD va bien, aber no, no zur Tournee. Nicht dass bereits jetzt ungebührliche Sentimentalitäten in Richtung Alfred Gusenbauer aufkommen, aber ich schicke angesichts eines potenziellen „Second Mausis“ à la Martina Faymann bereits jetzt mehrere Tränen auf Reisen, um Eva Steiners Abgang als zweite Frau im Staat erheblich zu bedauern.

Das war eine moderne, auf ihre berufliche Autonomie bedachte Frau, kurzum eine coole Alte, um es auf den Bobo-Terminus zu bringen. Berufliches Zurückstecken zugunsten des Lebensgefährten und diesen ganzen wertekonservativen Schmafu mussten wir aus ihrem Mund nie vernehmen. Auf Festen und Veranstaltungen schwirrte sie auch Gusi-los fröhlich durch die Gegend und zeichnete sich durch Witz und Trinkfestigkeit aus. Die beharrliche Nicht-Hochzeit trotz ständigen Mediendrucks fand man überdies herzerwärmend. Rückblickend sollte hier auch eine Lanze für Gigi Schüssel gebrochen werden, die ihren Job als Psychotherapeutin ungerührt weiter ausgeübt hatte und sich – Kanzlergattin hin oder her – nie zu medialen Familieninszenierungen verdonnern ließ. Schwarz muss man jetzt allerdings auch für die schwarze Alternative sehen: Wilhelm Molterers Ehefrau ist auf den allfälligen Websites bestenfalls ein eigener Vorname, nämlich Gabi, vergönnt.

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