Salzburger Porsche Holding expandiert

Unter dem Dach des VW-Konzerns startet die Salzburger Porsche Holding vom Europa-Primus zu einem weltweit tätigen Autohaus durch. Jetzt kommen Südamerika, China und neue Aktivitäten in Osteuropa dazu.

Die Pressemeldung nach der jüngsten Aufsichtsratssitzung am 18. November war dürr. Die Salzburger Porsche Holding werde auch den Großhandel für VW, Audi und Seat in Tschechien übernehmen, hieß es dort. Das sind rund 23.000 verkaufte Autos per annum zusätzlich. Bei einem Gesamtvolumen von 565.000 Neu- und Gebrauchtwagen jährlich und einem Umsatz von 12,8 Milliarden Euro (2010) keine große Sache.

Die Fakten dahinter sind jedoch spektakulärer: Nachdem das Salzburger Autohaus im März 2011 unter das Konzerndach von VW gesteckt wurde, soll es nun offenbar zum Global Player aufsteigen. Die anfängliche Sorge, von VW an der kurzen Leine gehalten zu werden, verkehrt sich ins Gegenteil: Der schon bisher mit Abstand größte Autohändler in Europa wird zum weltumspannenden Unternehmen. Die weitreichenden Pläne in den Schubladen werden jetzt stückweise bekannt gegeben:

> Im Sommer übernahmen die Salzburger den Großhandel für die VW-Konzernmarken in Kolumbien. Die Mannschaft dort steht bereits. Und nach Kolumbien wird wohl fast der gesamte Kontinent bei der Porsche Holding landen. „Dieser Markt ist für VW extrem wichtig“, sagt ein Branchenkenner, „in Brasilien und Argentinien, wo VW selbst produziert, wird der Großhandel weiter beim Werk bleiben. Aber es gibt viele andere Märkte in Südamerika.“

> Neben Tschechien wird die Porsche Holding künftig noch weitere Lücken in ihrem Osteuropanetz schließen. So wird etwa in Polen eifrig spekuliert, dass der bisherige Importeur – ein Joint Venture zwischen Pons (NL) und Kulczyk (P) – den Großhandel an den VW-Konzern verlieren könnte. Die sechs Einzelhandelsstandorte könnten dann an die Porsche Holding gehen.

> Möglich wären auch weitere „Arrondierungen in Osteuropa“, wie es ein Insider nennt, denn in Bosnien-Herzegowina haben die Salzburger noch einen weißen Fleck auf der Landkarte, und sie sind auch nicht in allen CEE-Ländern mit allen Marken präsent. Das soll sich ändern.

> In China, wo die Österreicher zurzeit mit elf Einzelhandelsbetrieben in acht Städten präsent sind, soll innerhalb der nächsten zwei Jahre auf mehr als das Doppelte aufgestockt werden.

> Parallel dazu wird jetzt die Händlersoftware „Cross“, die in Salzburg entwickelt wurde, von VW weltweit implementiert.

„In der IT-Abteilung haben wir bereits 70 Mitarbeiter mehr“, freut sich Betriebsrat Bernhard Auinger. „In der Porsche Bank bekommen wir 2012 rund 25 bis 30 Leute dazu, und auch der Vertrieb wird neues Personal in der Zentrale benötigen.“ Der VW-Konzern als Eigentümer habe die Wachstumsperspektiven des Unternehmens ganz klar verbessert, ergänzt Wolf-Dieter Hellmaier, der im Jänner das Ruder an VW-Vertriebsmann Alain Favey abgibt.

ide

Avaaz sammelt nicht nur online Millionen von Unterschriften, sondern begleitet seine Kampagnen oft mit öffentlichen Aktionen. In vielen Fällen, gerade bei globalen Anliegen, ist das von Erfolg gekrönt.
 

trend

Avaaz – Politik und Konzerne im Visier

 

trend

Berufsunfähigkeitsversicherungen – Prämienübersicht und Vergleich

Die Reichsten aller Kontinente

trend

Die Reichsten aller Kontinente