<small><i>Richard Branson</i></small>
Afrika - Yes we can!

Afrika ist ein Kontinent mit Zukunft. Unterstützung kann viel bewegen. Die trend-Kolumne von Richard Branson.

Ich besuche oft Afrika, und in letzter Zeit habe ich beobachtet, wie sich auf dem Kontinent eine erstaunliche „Yes, we can!“-Einstellung breitgemacht hat. Gleichzeitig ist in der ganzen Welt das Bewusstsein um die Chancen eines Investments in Afrika gestiegen. Die Afrikaner haben auch vieles, auf das sie stolz sein können. Dazu gehören auch einige große wirtschaftliche Erfolge der jüngsten Zeit. Im September hat etwa Wal-Mart der südafrikanischen Handelskette Massmart ein Übernahmeangebot in der Höhe von 4,2 Milliarden Dollar gemacht, und die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft, die im Sommer erstmals in Afrika ausgetragen wurde, hat dem Gastgeberland Südafrika Umsätze von über drei Milliarden Dollar eingebracht. Wenn Analysten die Zukunftschancen Afrikas bewerten, dann denken sie dabei trotzdem zumeist an die Rohstoffvorkommen – ein Großteil des Platins, der Diamanten und des Goldes der Welt kommen von diesem Kontinent. Ich meine aber, dass der größte Schatz Afrikas die Millionen Männer und Frauen sind, die außerhalb des Radars des weltweiten Big Business kleine, an die lokalen Märkte angepasste Unternehmen aufbauen. Sie sind die wahren Diamanten, die Botschafter der Veränderung. Aus den Risiken, die sie eingehen, entstehen neue Jobs, das neue Afrika.

Vielen fehlen allerdings die Mittel oder das Wissen für ein erfolgreiches Wirtschaften. Sie brauchen unsere Unterstützung. Schulungen, etwa für die Preisgestaltung, das Marketing oder das Produktdesign. Aus diesem Grund hat unsere Non-Profit-Stiftung Virgin Unite die Branson School of Entrepreneurship in Johannesburg gegründet. Sie unterstützt junge Südafrikaner beim Start ihrer Unternehmen. Hilft ihnen, Kontakte zu Unternehmern in Südafrika und in aller Welt zu knüpfen. Zu Mentoren, die ihnen den Zugang zu neuen Märkten eröffnen und ihnen helfen, an frisches Kapital zu kommen. Wir investieren auch direkt in afrikanische Unternehmen, von kleinen Start-ups bis hin zu größeren Firmen. Etwa Virgin Active in Südafrika. Nelson Mandela hat mich vor fast zehn Jahren gebeten, die in den Konkurs geschlitterte Kette von Fitness- und Health-Clubs zu retten. Heute hat die Kette 92 Filialen, eine halbe Million Mitglieder und ehrgeizige Expansionspläne.

Unterdessen brauchen die Menschen von Simbabwe Unterstützung, um ihr Land, das jahrelang unter einer Diktatur und einer desaströsen Wirtschaftspolitik gelitten hat, neu aufzubauen. Im September hat Virgin Unite daher gemeinsam mit Humanity United und der Nduna Foundation die Organisation Enterprise Simbabwe gegründet. Sie bemüht sich um Spenden und Finanzmittel für Initiativen in den Bereichen Gesundheit und Bildung für kleine Landwirtschaftsprojekte und um Kapital für kleine Unternehmen. Als eines der ersten Projekte unterstützt Enterprise Simbabwe eine Vereinigung, die 2000 Landwirte im Gebiet von Harare repräsentiert. Wir hoffen, dass es damit einem Teil der Landwirte gelingt, ihre Betriebe wieder in Schwung zu bringen. 2011 wird Enterprise Simbabwe eine Reihe von Reisen finanzieren, die Unternehmer und Vorsitzende verschiedener Stiftungen in das Land bringen wird. Wenn sich Simbabwe erholen soll, müssen die Wirtschaftskapitäne der Welt die Leute beim Neuaufbau des Landes unterstützen. Ich bin bei jedem meiner Besuche in Afrika wieder aufs Neue beeindruckt, was die mutigen afrikanischen Unternehmer trotz der widrigen sozialen und wirtschaftlichen Umstände bewegen. Afrika wird daher eines Tages einen prominenteren Platz in der Weltordnung einnehmen, denn es ist, wie US-Präsident Barack Obama sagt, keine eigene Welt für sich, sondern ein fundamentaler Teil unseres vernetzten Globus. Wir hören oft, was in Afrika falsch läuft. Ich aber würde gerne hören, was die Afrikaner richtig machen. Ich würde gerne die Unternehmer finden, die etwas bewegen, denn Inspiration kommt von genau diesen Leuten. Glauben Sie auch an Afrika? Schreiben Sie mir, was Sie denken. Wenn Sie afrikanische Geschichten der Hoffnung haben, die andere anregen, oder wenn Sie ein Unternehmer sind, der etwas verändern will, lassen Sie es mich wissen.

RichardBranson@nytimes.com


Richard Branson

ist Gründer der Virgin-Gruppe mit Gesellschaften wie Virgin Atlantic, Virgin America, Virgin Mobile und Virgin Active. Er betreibt einen Blog unter www.virgin.com/richard-branson/blog. Sie können ihm auf Twitter folgen: twitter.com/richardbranson. Oder mehr über die Virgin Group erfahren: www.virgin.com. Fragen von Lesern werden in künftigen Kolumnen behandelt.

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