Ranking 2007: Die 100 reichsten Österreicher

Der Besitz der drei reichsten Menschen übertrifft das Bruttonationalprodukt von 48 Ländern. Dieser globale Trend schlägt auch bei uns durch. Österreichs Superreiche konnten ihr Vermögen zum Teil rekordverdächtig mehren. Platz eins des traditionellen trend-Rankings belegt heuer ein Familienclan, der seit dem Vorjahr um sagenhafte fünf Milliarden Euro reicher wurde.

„Die Superreichen leben völlig losgelöst vom Rest der Welt, von 98 Prozent der Bevölkerung, für die Arbeit, die Sorgen um den Broterwerb, den Alltag bestimmend sind.
Sie bedrückt eher die Frage nach dem Lebenssinn.
Sie leben in einer anderen Welt.“
Thomas Druyen, Soziologe und Autor des Buches „Goldkinder“

Das amerikanische Wirtschaftsmagazin „Forbes“, das alljährlich die reichsten Menschen der Welt auflistet und sich, was Österreich betrifft, am trend-Ranking orientiert, listet heuer 946 Milliardäre auf, darunter auch drei Österreicher. Es ist ein bemerkenswerter Rekord: Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 153 Milliardäre mehr auf der Welt, und das Vermögen der Superreichen insgesamt stieg im Schnitt binnen zwölf Monaten um unglaubliche 35 Prozent. Der Trend war noch nie so deutlich und drastisch wie in diesem Jahr: Die Reichen werden immer reicher. Die vermögendsten zwei Prozent der Weltbevölkerung besitzen bereits unglaubliche 51 Prozent des Weltvermögens, während die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen nur ein einziges Prozent ihr Eigen nennt.

Dieser globale Trend der schneeballartigen Reichtumsvermehrung in der obersten Etage ist auch in Österreich zu beobachten. Es war, soweit es Gelddinge betrifft, ein blendendes Jahr für Österreichs Milliardäre und Multimillionäre. Die überwiegende Mehrzahl konnte ihr Vermögen beträchtlich mehren, und dank eines Verfassungsgerichtsurteils bescherte ihr die Politik zudem noch ein äußerst wertvolles Zuckerl: die Abschaffung der Erbschaftssteuer im kommenden Jahr.

Den Rekord in Sachen Vermögenszuwachs stellte der Porsche & Piëch-Clan auf. Die direkten Nachkommen des VW-Käfer-Erfinders Ferdinand Porsche, inzwischen eine verzweigte Familie mit acht Stämmen, wurden innerhalb eines Jahres um sagenhafte fünf Milliarden Euro reicher. Dies ist keine Schätzung, sondern präzise Bewertung: Um diesen Betrag stieg der Wert jener 8,75 Millionen Stammaktien, die der Familienclan laut eigenen Angaben am lukrativsten Automobilhersteller der Welt hält, dem Stuttgarter Sportwagenproduzenten Porsche.

Auch die Salzburger Industriellendynastie Palfinger, die über ihre Privatstiftung 62 Prozent an der Palfinger AG, dem Weltmarktführer für Lkw-Kräne, besitzt, darf die Champagnerkorken knallen lassen. Sie ist dank des stark gestiegenen Börsekurses um 526 Millionen Euro reicher geworden. Ähnlich erfreulich entwickelte sich das Aktienpaket, das der Arbeitersohn Wolfgang Leitner am Grazer Anlagenbauer Andritz AG hält (26 Prozent). Der Wert von Leitners Aktien stieg innerhalb eines Jahres um 353 Millionen Euro. Aktueller Gesamtwert: 665,18 Millionen Euro.

Die Salzburger Geschwister Catharina und Alexander Pappas, die Österreichs zweitgrößten Autohandelskonzern führen (2500 Mitarbeiter, 1,2 Milliarden Euro Umsatz), versilberten im Vorjahr den von ihrem Vater gegründeten Baukonzern Alpine Mayreder zu einem sensationellen Preis. Der Verkauf brachte der Familie über 400 Millionen Euro Cash. Zum Vergleich: Für die halb so große Baufirma Universale wurden nur 8,2 Millionen Euro bezahlt.

Selbstverständlich ist Geld nicht alles. Glück und Gesundheit kann man sich nicht wirklich kaufen. Schöps-Gründer Leopold Böhm, der sein Vermögen später mit Finanzspekulationen beträchtlich mehrte, starb mit 85. Auch die Zeit des Friedrich Karl Flick, seit Jahren die Nummer eins im jährlichen trend-Ranking, ging zur Neige. Er verstarb im Alter von 79 Jahren am 5. Oktober des Vorjahres. Flicks enormes Vermögen erben seine vier Kinder zu gleichen Teilen. Die beiden jüngsten, die Zwillinge Victoria-Katharina und Karl, gehen noch in die Volksschule und ahnen wohl noch nicht wirklich, welch einen Milliardensegen das Schicksal für sie vorgesehen hat.

Hannes Androsch erfreut sich bester Gesundheit, allein die Börse meinte es in den letzten zwölf Monaten nicht wirklich gut mit ihm.

Der einstige Kronprinz Bruno Kreiskys erlebte mit seinen Aktienbeteiligungen am steirischen Leiterplattenhersteller AT&S und am Wettanbieter bwin eine Holterdiepolter-Hochschaubahnfahrt, die wohl starke Nerven erforderte und ihn deutlich ärmer machte. Der Börsekurs von AT&S stürzte im Jänner dramatisch ab, und Androsch, der über seine Privatstiftung 21,5 Prozent und direkt 1,72 Prozent der AT&S-Aktien hält, verlor mit einem Schlag 39,4 Millionen Euro. Inzwischen erholte sich der AT&S-Kurs wieder, und Androsch liegt im Vergleich zum Juni des Vorjahres sogar wieder leicht im Plus und verdiente mit den Aktien unterm Strich 11,6 Millionen Euro.

Viel weniger glimpflich ging das Börseabenteuer für Androsch bei bwin aus.

Der Wert einer Aktie des angeschlagenen Wettanbieters rutschte von 73 Euro pro Stück auf unter 14 Euro ab und befindet sich mit derzeit rund 25 Euro immer noch im Keller. Androsch fuhr mit seinen rund 3,26 Millionen bwin-Aktien in den letzten zwölf Monaten einen herben Verlust von 152 Millionen Euro ein.

Von Karl Riffert, Mitarbeit: Matthias Westhoff

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