Pack die Badehose ein

Wasser im Garten. Swimmingpools und Schwimmteiche holen den Sommer in den Garten. Wofür man sich letztendlich entscheidet, ist Geschmackssache.

Von Ulrike Moser

Wenn im April die ersten richtig warmen Sonnenstrahlen die Nase kitzeln und es mitunter sogar schon heiß werden kann, steigt die Sehnsucht nach dem Sprung ins kühle Nass. Doch wer die Menschenmassen scheut, die bei schönem Wetter in die Bäder pilgern, dem bleibt häufig nur die Erfrischung unter der Gartendusche. Und der Wunsch nach dem ganz privaten Schwimmplatz.
Die Möglichkeiten, sich Wasserstellen in den Garten zu holen, sind mannigfaltig. Wofür man sich letztendlich entscheidet, ist aber eine Frage der persönlichen Präferenz. Peter Petrich von Biotop Gartengestaltung: „Die Interessenten wissen von vornherein, ob sie einen Pool oder einen Teich wünschen.“ Wer am liebsten in klinisch sauberem, glasklarem Wasser seine Bahnen zieht und es mit der Angst zu tun bekommt, wenn ein Frosch dabei Gesellschaft leistet, ist mit einem klassischen Pool gut bedient. Naturverbundenere Geister stören sich hingegen weder an grünstichigem Wasser noch an Pflanzen und Tieren im Schwimmteich. Als Kompromiss gibt es noch – ideal für Allergiker mit Amphibienparanoia – den Biopool, der dank ­Biofilter glasklares Wasser ohne Chemikalieneinsatz garantiert.

Vom Krater zum Wasserloch. Wer noch in diesem Sommer im eigenen Garten planschen will, sollte spätestens jetzt mit der Planung beginnen. Je nach Art des Beckens, Größe und Gestaltungsaufwand vergehen vom Erstgespräch bis zum Sprung in Pool oder Teich mehrere Wochen bis Monate. Etwa drei Wochen lang verwandelt sich der Garten während des Baus in eine Kraterlandschaft. Danach müssen noch einige Tage für die Wiederherstellung des Gartens einkalkuliert werden. „Narben werden mit Rollrasen verschlossen“, sagt Frank Timmermann von Grünbau Jakel.
Die Kosten für einen Pool in der Standardgröße acht mal vier Meter inklusive technischer Ausstattung oder einen Schwimmteich mit rund 40 Quadratmeter Wasserfläche liegen bei 20.000 bis 25.000 Euro. Nach oben hin ist die Preisskala allerdings offen. Schnäppchen gibt es dabei keine, denn „erwirbt man einen Pool um 5000 Euro, gibt es noch einige versteckte Kosten zu berücksichtigen“, warnt ­Joachim Onzek von Perfect Pools: „Die Baumeisterkosten, die Miete für die Geräte, Pooleinfassungen und die nötige Technik werden oft in der Kalkulation vergessen.“
Am preiswertesten sind Folienpools, die (in Standardgrößen) ­bereits ab 12.000 Euro zu haben sind. Dafür wird lediglich der betonierte Baukörper mit Folie ausgekleidet. Allerdings kann die Folie nach ein paar Jahren hässliche Blasen bilden. Besonders gefragt sind Polyesterpools. Der große Vorteil: Die Bauzeit beträgt nur wenige Tage. Markus Halbartschlager vom Poolerrichter BWT Österreich: „Sie werden bereits im Werk gefertigt und müssen nur noch in die Baugrube gehievt und angeschlossen werden.“ Wer es besonders exklusiv mag, entscheidet sich hingegen für ein Produkt aus Edelstahl. Die Mehrkosten gegenüber Polyester liegen bei rund 15 Prozent. Dafür ist das Becken besonders pflegeleicht, und das Wasser erwärmt sich darin schneller als in herkömmlichen Pools.
Mit dem Becken allein ist es aber meist nicht getan. Rund 1000 Euro kostet ein Reinigungsroboter, Unterwasserscheinwerfer, die Stimmungslicht erzeugen, schlagen mit mehreren hundert Euro zu Buche, eine Poolabdeckung, die selbst Ende September noch für wohlige Wassertemperaturen sorgt, ist im günstigsten Fall um 2500 Euro zu haben, und Wasserattraktionen wie die schon fast obligatorische Gegenstromanlage, Massagedüsen oder eine Schwallbrause kommen auf 2500 bis 3000 Euro. Ist neben dem Pool ein eigener Technikschacht vorhanden, in dem Pumpe und Skimmer – das ist die Reinigungseinheit – untergebracht sind, ist ein Nachrüsten mit solchen Accessoires auch noch Jahre später möglich.

Hightech-Teich. Auch bei Schwimmteichen lassen sich mehrere Kategorien unterscheiden. Wer Natur pur bevorzugt, wird auch mit einem Teich der Kategorie I glücklich werden: Den Teich teilt man mit Sumpfpflanzen, Plankton und Amphibien, was meist auch trübes Wasser, aber keinerlei Technikeinsatz bedeutet. Dafür geht der Pflegeaufwand gegen null. Voraussetzung für das weiherartige ­Gewässer ist allerdings ausreichend Platz im Garten. Unter 120 Quadratmeter Wasserfläche funktioniert das Ökosystem nur mit gro­ßem Aufwand. Der Anteil an bepflanzter Regenerationsfläche sollte zumindest die Hälfte des Teichs ausmachen. Kategorie-II-Teiche ­arbeiten mit einer schwachen Pumpe und einem Skimmer, um die Teichoberfläche sauber zu halten. Verunreinigungen werden ins Regenerationseck gespült, wo sie die Pflanzen als Nährstoffe nützen können. Franz Kubacek, Obmann des österreichischen Verbands der Schwimmteichbauer, vergleicht diese Teicharten mit dem Ökosystem eines Stehgewässers, während Kategorie-IV- und -V-Teiche einem Fließgewässer entsprechen. Kubacek: „Dafür sorgen Skimmer, eine rund um die Uhr arbeitende Umwälzpumpe und spezielle Mikrofaserfilter. Durch die ständige Fließbewegung lässt sich die Pflanzenfläche auf 35 Prozent reduzieren. Versteckt man die Technik auch noch unter einem Steg, benötigt der Teich nicht mehr Platz als ein herkömmliches Schwimm- oder Tauchbecken.“ Teurer als ein Teich ohne Technik ist ein solches unterstütztes Ökosystem nicht. Schließlich benötigt Ersterer mehr Fläche, was die Kosten in die Höhe treibt. Nur von Teichen der Kategorie III rät der Experte ab: „Da sie eine Mischform aus Steh- und Fließgewässer sind, kippt das ökologische Gleichgewicht leicht.“
Bei der Planung sind für Schwimmbecken und Teich ähnliche Parameter zu berücksichtigen. Prinzipiell sollten Wasserflächen in möglichst sonniger Lage angelegt werden, um nicht in zu kaltem Wasser planschen zu müssen. Während Teiche sich aufgrund der flachen Uferzonen oft ohnehin schnell aufwärmen, kann es sich bei Pools im Halbschatten auszahlen, in eine Wärmequelle zu inves­tieren. Hans Poinstingl von Leidenfrost Pools rät dazu, Überschüsse aus bereits bestehenden Solaranlagen zur Wassererwärmung zu nützen oder eine kleine Wärmepumpe einzusetzen.

Beste Lage gesucht. Alles andere als ideal sind Obst- oder Nussbäume direkt neben dem Becken, da Fallobst im Wasser schnell verfault und sich negativ auf die Wasserqualität auswirkt. Auch ein zugiger Standort trübt den Badespaß. Das Wasser kühlt schnell aus, Verunreinigungen werden statt an den Rand in die Mitte des Beckens oder Teichs getrieben.
Um gründliche Pflege kommt man aber weder bei Teich noch Pool herum. „Während bei Pools mit Chemikalien hantiert werden muss, ist die Arbeit am Teich eher eine gärtnerische“, sagt Teichplanerin Paula Polak. Zwar muss wie beim Pool täglich der Skimmer entleert werden, im Gegensatz zur Poolpflege lassen sich Arbeiten am Teich wie ein Pflanzenrückschnitt aber auch aufschieben. Die Reinigung des Teichs funktioniert mittels Pflanzen, die Nährstoffe aus organischen Verunreinigungen aufnehmen können, und Biofilter. Sie übernehmen die „Reinigungsarbeit“ von Zooplankton und Co, wenn nur wenig Bepflanzung in und um den Teich gewünscht ist. Biofilter bauen Phosphatverbindungen im Teich ab und entziehen unerwünschten Algen und Bakterien auf diese Weise die Lebensgrundlage. Im Pool geht es hingegen nicht ohne Chemie. „Am effizientesten und kostengünstigsten ist nach wie vor Chlor. Da gab es kaum Entwicklungssprünge“, bedauert Markus Halbartschlager von BWT Austria. Zwar gibt es mittlerweile auch Salzelektrolyseanlagen, die Salz spalten, um eine Reinigungswirkung zu erzielen – allerdings entsteht dabei wiederum Chlor. Das muss man aber zumindest nicht mehr händisch zugeben. Eine Minimalchlormethode ist eine Kombination aus Ozon und Chlor, die für eine Minimierung des Chlorgeruchs sorgt.
Was die Pflegekosten angeht, haben Teiche gegenüber Pools die Nase vorn. Permanente Wasserumwälzung und Reinigung eines Pools verursachen Kosten von rund 150 Euro im Monat. Die eines Schwimmteichs bleiben auch aufgrund der geringeren Umwälzung deutlich darunter.
Bevor man sich aber tatsächlich an den Bau eines Teichs oder eines Pools macht, heißt es die Bauordnung studieren. Je nach Bundesland gelten eigene Vorschriften für die Errichtung. So benötigt man in Wien und Niederösterreich bereits ab einem Volumen von 50 Kubikmetern eine Baugenehmigung, in der Steiermark erst ab 100 Kubikmetern. Und während Pools nur auf als Bauland gewidmeten Flächen errichtet werden dürfen, sind Teiche auch in Gärten mit ausschließlicher Grünlandwidmung erlaubt.
Hat man alle Hürden genommen und ist im neuen Pool oder Teich endlich das Wasser eingelassen, steht dem Badevergnügen nichts mehr im Weg. „Vorausgesetzt, man hält die anfängliche Eiseskälte des frischen Wassers aus“, lacht Polak. Allerdings: Wer rechnet im April schon mit Temperaturen wie im ­Mittelmeer?

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