Morningstar Award - Die Creme der Branche

Segelregatten werden bei wirklich schwerer See abgesagt – Fonds- Awardswettbewerbe nicht. Schließlich blieb ja auch den Anlegern in den vergangenen Jahren nichts erspart, und so wird der herbstliche Finanz-Hurricane allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben.

Beim heurigen Awardswettbewerb, bei dem die risikoadjustierte Performance zwischen 2005 und 2009 über Sieg oder unter „ferner liefen“ entschied, wurde das Katastrophenjahr 2008 bereits deutlich geringer gewichtet als im Vorjahr, und 2009 legten die Aktienbörsen schließlich eine überraschende Rally hin (siehe Kasten: „Das Reglement“). Prompt gab es auch unter den Fondsgesellscha en, die nach der Leistung ihrer einzelnen Produkte bewertet wurden, einen überraschenden Sieger. Als beste Fondsschmiede in der „Multi-Asset“-Kategorie, der Königsklasse im Morningstar-Schema, wurde iShares ermittelt – ausgerechnet ein Spezialist für kostengünstige ETFs (= Exchange Traded Funds), die im Grunde nichts anderes tun, als Indices nachzubilden, also gar nicht versuchen, besser als der Markt zu performen. Was zumindest nach mathematischer Logik gar nicht passieren dürfte, erklärt Morningstar-Analyst Werner Hedrich erstens mit Besonderheiten des Anlegerjahres 2009 und zweitens mit Eigenheiten der Bewertungsregeln: „Als die Börsen im März 2009 plötzlich loslegten, kamen die meisten Fondsmanager zu spät, manche stiegen dann zu früh wieder aus. Die 17 Aktienfonds von iShares waren als Index-Tracker von Anfang an voll mit dabei.“ Ebenfalls erfolgreich, aber aus anderen Gründen, lief es bei den acht Rentenfonds der im Vorjahr von Barclays an Blackrock verkauften iShares. „Im Rentensektor ging es vor allem um Fondskosten. Dass bei ETFs im Vergleich zu aktiven Fonds weniger als die Hälfte an Gebühren abgezogen wird, fällt bei den niedrigen Zinsen enorm ins Gewicht“, erklärt Hedrich. Und dazu kam dann noch eine Besonderheit des Morningstar- Rechenmodells: Bei der Bewertung der Fondsleistung spielt nämlich neben der reinen Performance vor allem die Risikoadjustierung eine gewaltige Rolle – sprich: die Volatilität im Vergleich zum Durchschnitt. Kein Wunder also, wenn Durchschnittsfonds wie ETFs nach diesem Kriterium ordentlich punkten.

Seriensieger. Dass in den beiden Aktienligen (große und kleine Fondshäuser) Threadneedle und First State trotz völlig veränderter Märkte wie im Vorjahr wieder auf den ersten Plätzen landeten, ist bemerkenswert: Beide Fondsgesellschaften en forcieren im Gegensatz zu iShares aktives Management. Wie übrigens auch Fidelity, die mit ihrer Produktpalette seit einigen Jahren regelmäßig Spitzenränge belegt. Als einzige österreichische Fondsgesellschaft schaffte Raiffeisen Capital Management (RCM) einen Stockerlplatz in der Liga der großen Anleihenfonds-Anbieter – ebenfalls wie im Vorjahr. „Wir haben 2009 sehr gut hinbekommen“, resümiert RCMGeschäftsführer Gerhard Aigner. Erstens habe man Unternehmensanleihen bis hin zum High-Yield-Bereich stark übergewichtet, was vielen Fonds reichlich Kursgewinne einbrachte. Und zweitens habe man sich nicht von der Inationshysterie des Jahres 2009 mitreißen lassen. Aigner: „Wir haben nicht geglaubt, dass das Risiko von Zinsund Spread-Änderungen schlagend wird. Also haben wir die steile Zinskurve genützt und auch längere Laufzeiten in den Portfolios gehalten.“

Klare Vorgaben. Gerade am Beispiel der Raiffeisen-Rentenfonds zeigt sich, dass für Privatanleger nicht nur Awards für konkrete, einzelne Fonds, sondern auch Prämierungen ganzer Fondsgesellschaften Aussagekraft haben. Schafft ein Haus Top-Platzierungen, dann wird da offenbar viel besser gearbeitet als anderswo: Da stimmen Investmentansatz und Analyse genauso wie die Risikokontrolle. Was sagen dem Privatanleger Awards für Fondsschmieden nun konkret? Zum Beispiel, dass die prämierten Produzenten ihr Geschäft systematisch angehen und offenbar ein effizientes System einsetzen. Summa summarum hat eine solche Fondsgesellschaft eben überdurchschnittlich viele Fonds mit verlässlicher Outperformance im Programm. Also macht es Sinn, sich die Angebotslisten einmal näher anzusehen.

Zu den Bildern:

>> House Awards

>> Kategorie Awards

>> Stimmungs Bilder

Das Reglement
Die Fund House Awards von Morningstar belohnen jene Fondsgesellschaften, die quer durch ihr Angebot einen besonders hohen Anteil von Fonds mit nachhaltiger Outperformance aufweisen – und zwar auf risikoadjustierter Basis. Das „Team- Rating“, Grundlage für die Rangliste, ergibt sich aus den Einzelbewertungen jener Fonds, die sich für den Wettbewerb qualifizieren konnten (siehe Kas ten „Die Spielregeln“, Seite 116) und im aktuellen 5-Jahres-Morningstar-Ranking aufscheinen. Damit sind unter anderem jene Fonds ausgeschieden, die weniger als fünf Jahre im Markt sind. Insgesamt werden die siegreichen Fondsgesellschaften in fünf Kategorien ermittelt:

>GROSSE AKTIENFONDS-HÄUSER, die zumindest 20 Aktienfonds in Österreich vertreiben.

>KLEINE AKTIENFONDS-HÄUSER, die in Österreich fünf bis 19 Produkte im Programm haben.

>GROSSE RENTENFONDS-HÄUSER mit mehr als 15 Rentenfonds in Österreich.

>KLEINE RENTENFONDS-HÄUSER mit drei bis 14 Produkten.

>MULTI-ASSET-FONDS-HÄUSER, die mindestens je fünf Aktien- und Rentenfonds anbieten.

Die Morningstar-Analysten behalten sich vor, Fondsgesellschaften zu disqualifizieren, sobald außergewöhnliche Umstände eintreten – etwa der Abgang einer Gruppe von Fondsmanagern, auffällige Zuwächse bei den Kosten oder im Falle einer Übernahme durch eine andere Gesellschaft.

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