Mein indischer PC-Trainer und ich

Wer sich in hoch spezialisierten Computerprogrammen schulen lassen will, kann dafür auch in die Ferne reisen.

Von Vanessa Voss

Es ist eine Pauschalreise der besonderen Art, zu der David Müller vor einigen Wochen aufgebrochen ist. Er flog in das rund 8000 Kilometer entfernte Dehradun in Nordindien, um dort einen Computerkurs zu besuchen – Unterkunft, Essen und Transport inklusive. Drei Monate verbringt er im Trainingscenter der Firma Koenig Solutions, um sich von indischen IT-Spezialisten in die Finessen von Microsoft.Net und Sharepoint einweihen zu lassen. „Das erste Mal war ich 2009 in Indien, um in Delhi einen Computerkurs zu besuchen. Weil dieser so gut verlaufen ist, habe ich mich jetzt erneut angemeldet“, sagt Müller, der als IT-Berater in Wien arbeitet.

Dienstleistungen nach Indien auszulagern ist mittlerweile ein gängiges Geschäftsmodell. Unternehmen lassen indische Callcenter-Mitarbeiter die Fragen heimischer Verbraucher beantworten und geben ihre Datenserver in die Obhut der dort tätigen Computerexperten. Dass sich Österreicher nun selbst auf den Weg in die Ferne machen, ist hingegen eine neue Entwicklung.

Koenig Solutions mit Sitz in der indischen Hauptstadt sieht sich hier als Vorreiter. Bereits nach dem Platzen der Internetblase stieg das Unternehmen in das Offshore-Training ein. „Ich habe den Bedarf erkannt, Computerkurse und Unterkunft aus einer Hand anzubieten“, sagt Gründer und Chef Rohit Aggarwal. An seinen ersten Schüler erinnert er sich noch genau, es war ein junger Mann aus Großbritannien. Mittlerweile trainiert Aggarwal jeden Monat 150 Europäer, Amerikaner und Asiaten an seinen vier Standorten in Delhi, Dehradun, Goa und Shimla. Dass die hoch spezialisierten Kurse so beliebt sind, liegt auch an ihrem Preis. Sie kosten nur etwa die Hälfte eines vergleichbaren Angebots zu Hause. „Das Geld, das ich in meinen ersten Kurs investiert habe, habe ich schnell wieder zurückverdient“, sagt der Teilnehmer aus Wien.

In Indien liegt der Tagessatz eines IT-Trainers bei 100 Dollar, in Europa und den USA kann er sich auf das Zehnfache belaufen. Neben Koenig Solutions in Indien gibt es mittlerweile weitere etablierte Anbieter in anderen Ländern wie z. B. China. Wem das zu weit ist, der kann sich auch auf Zypern schulen lassen. Hier gibt es seit 2008 ein IT-Bootcamp für Ausländer – und zwar an zwei Standorten.

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