Mann des Monats: Alexander Schütz

C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz hat mit dem Kauf der M&A-Privatbank seine Fondswerkstatt sinnvoll ergänzt. Privat investiert er neuerdings in Kaffeehäuser.

Alexander Schütz und Thomas Rieß sind schon wieder auf der Suche. Ein Haus mit 4000 bis 5000 Quadratmeter Nutzfläche soll es diesmal sein. Zwei Objekte sind schon in der engeren Auswahl, eines in der Nähe der Wiener Börse, das andere Nähe Rathausstraße, „es sind jeweils ganze Häuser“, wie Schütz verrät. Beherbergen soll die neue Zentrale schon bald 160 Mitarbeiter des Fondsspezialisten C-Quadrat, dessen Gründer Schütz und Riess sind, und der M&A-Privatbank.

Mit dem Kauf 1) dieses kleinen Wiener Bankhauses, zu dessen Aktionären Investorengrößen wie Rudolf Fries und Mirko Kovats gehörten, bauen Schütz und Rieß ihre Fondsanlagefirma konsequent weiter aus – sie erhalten damit eine Depotbank. „Bisher mussten wir unsere Fonds bei Constantia und Hypo Vorarlberg deponieren, das hat uns gut 2,5 Millionen Euro pro Jahr gekostet. Wir verlängern also unsere Wertschöpfungskette“, erklärt Schütz. Der Kaufpreis: voraussichtlich 28 Millionen Euro. „In der jetzigen Finanzkrise so einen Kauf durchzuführen ist äußerst günstig. Damit sind sie jetzt langfristig gut aufgestellt“, schwärmt Wolfgang Auer von Welsbach, dessen AvW Invest mit über 30 Prozent größter C-Quadrat-Aktionär ist.

Die zuletzt etwas ideenlos wirkende M&A Bank bringt 500 Großkunden, darunter viele Stiftungen, ein und ergänzt damit den Kundenstock ideal. Zusammengerechnet werden unter dem gemeinsamen Dach 5,8 Milliarden an Kundenvermögen verwaltet. Am 31. Juli wird der C-Quadrat-Aufsichtsrat den Deal absegnen. Die Frage ist, ob der bisherige Vorsitzende des C-Quadrat-Aufsichtsrats Karl-Heinz Grasser seinen Job behält. Er sieht sich als Meinl-Manager derzeit dem Vorwurf ausgesetzt, bisher nur für die eigene Tasche erfolgreich gewirtschaftet zu haben. „Ja, er kann für uns weiterhin Türöffner sein“, sagt Schütz. „Er hat ausgezeichnete Kontakte zur Politik und Wirtschaft in Osteuropa und vermittelt sie uns regelmäßig.“ Dass Grasser im Zuge der Meinl-Schadens­aufarbeitung in Sippenhaft genommen werde, hält er für unfair: „Wir werden ihn nicht fallen lassen, nur weil er bei einer Schwes­terfirma von Meinl European Land ist.“ Nachsatz: „Es sei denn, es reicht ihm selbst. Der Druck ist derzeit enorm.“

Finanztechnisch hatte der Ex-Finanzminister übrigens auch mit C-Quadrat zuletzt ein glückliches Händchen: Er kaufte am 1. Februar um 49.202 Euro 1460 Aktien der in Frankfurt und Wien notierten Gesellschaft. Mitte Juli waren die Papiere 57.600 Euro wert – mit 17 Prozent Plus ein höchst unerwarteter Anlageerfolg mitten in der Finanzkrise. Die Krise setzt C-Quadrat auch deshalb nicht so zu, weil die Fonds vor allem in Lebensversicherungen verpackt werden, die über Großkunden wie etwa Versicherungen unters Volk gebracht werden. 600.000 Österreicher und 400.000 Kunden aus Deutschland und Osteuropa, schätzt Schütz, sorgen so für stabilen Cash Flow: „Die Kunden zahlen ja monatlich ein. Damit haben wir einen automatischen Mittelzufluss, auch wenn der Direktverkauf zurückgeht.“

Arbeiten müssten er und Rieß, seit 1991 ein unternehmerisches Gespann, längst nicht mehr. Die 23-Prozent-Pakete im Besitz ihrer Privatstiftungen – sie sind miteinander syndiziert – sind derzeit je 40 Millionen Euro wert. So haben sie auch Luft für kleine unternehmerische Hobbys fernab der Finanzwelt. Seit Kurzem halten sie ein Viertel des Caffè Milano mit Kaffeehäusern in der Währinger und der Mariahilfer Straße. „Ein schlüssiges Konzept – unsere Beteiligung ist eine reine Expansionsfinanzierung“, sagt der begeisterte Segler, der sich damit in eine Reihe mit Promi-Cafetiers wie Dietrich Mateschitz (Afro Café) einreiht.

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