So finden Sie Ihren Traumjob

So finden Sie Ihren Traumjob

Eine neue Generation gut ausgebildeter Frauen und Männer drängt in den Arbeitsmarkt. Sie ist ehrgeizig und anspruchsvoll zugleich: Neben dem Gehalt sind Karrierepläne, flexible Arbeitszeiten oder Work-Life-Balance wichtig. Erfolgreiche Unternehmen stellen sich darauf ein und schnüren attraktive Gesamtpakete.

Nicht einmal zwei Jahre hat Thomas Pospichal gebraucht, um beim Technologiekonzern Frequentis aufzusteigen: ein Jahr Traineeprogramm, dann Wechsel in die Abteilung für maritime Kommunikationssysteme und dort nun stellvertretender Leiter des größten Projekts - für die kanadische Küstenwache. Eine tolle Sache, auch wenn der 29-Jährige sagt, um Geld und Position gehe es ihm nicht in erster Linie: "Am wichtigsten ist mir, dass die Arbeit, die ich mache, sinnvoll ist.“

Pospichal hat seinen Traumjob gefunden. Aber was ist das überhaupt, der Traumjob? Wer Hochschulabsolventen und junge Berufstätige fragt, worauf sie bei der Wahl ihres Arbeitgebers achten, erhält verblüffende Antworten. "Mir ist wichtig, neben meinem Job auch eigene Projekte verfolgen zu können“, sagt Katharina Suppan, 34, Teamleiterin bei der Erste Bank. "Ich lege Wert darauf, in einem Unternehmen zu arbeiten, mit dem ich mich identifizieren kann“, sagt Astrid Grasser, 29, Media-Managerin beim Möbelhaus Ikea. "Ich brauche die Herausforderung“, sagt Sandra Brandstätter, 34, IT-Projektleiterin beim Bundesrechenzentrum, wo sie neben ihrem Job Wirtschaftsinformatik studieren konnte.

Natürlich sind das nur Einzelaussagen, aber sie zeigen, mit welchem neuen Selbstverständnis die junge Generation an die Arbeitswelt herangeht. Zahlreiche Studien wie die der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) bestätigen die Aussagen auf einer breiteren Basis. Sie zeichnen das Bild einer Generation, für die das Gehalt immer noch wichtig ist, aber die vermehrt Wert legt auf spannende Aufgaben, flache Hierarchien, individuelle Weiterbildungsangebote, internationale Entwicklungsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten und gleiche Chancen für Männer und Frauen. Und bei all dem darf die Work-Life-Balance nicht zu kurz kommen. "Die Generation bringt mit, dass sie weiß, was sie will. Sie sagt, ich gebe viel, ich kann auch viel, dafür garantierst du mir einen Job, der mir Spaß macht, in einem Umfeld, das mich fördert“, so Simone Oremovic, Personalchefin von IBM Österreich, die den Anteil der Anfang 30-Jährigen an der Belegschaft von aktuell rund sieben in zwei bis drei Jahren verdoppeln will und sich daher intensiv mit der Gruppe auseinandersetzt.

Anspruchsvoll, aber begehrt

Die Unternehmen stellt das vor eine große Herausforderung. Im immer härter werdenden Wettbewerb um gut qualifizierte junge Mitarbeiter müssen sie sich den neuen Ansprüchen der Jungen stellen - unabhängig von der aktuellen Wirtschaftslage. Denn die Vorstellungen von einem guten Job, schreibt Anders Parment, Autor des Buchs "Die Generation Y - Mitarbeiter der Zukunft“, werden sich auch durch eine Konjunkturflaute nicht ändern. Schließlich haben die so genannten Ypsiloner, das sind die in den 80er- und 90er-Jahren Geborenen, die Macht der Demografie hinter sich: 2020 wird jeder zweite Berufstätige weltweit aus ihren Reihen kommen.

Aber ist es wirklich so leicht, den Traumjob zu finden? Und wo werden die beruflichen Erwartungen von Hochschulabsolventen oder Berufseinsteigern am besten erfüllt? "Mein Eindruck ist, dass sich gut ausgebildete junge Leute mit den entsprechenden Qualifikationen auch in der aktuellen Wirtschaftslage einen Job aussuchen können“, sagt Peter Pendl, Geschäftsführer des Personalberaters Pendl & Piwanger. Eine Umfrage des Recruitingspezialisten Hays zeigt, dass aktuell großer Mangel bei IT und EDV, in der Forschung und Entwicklung sowie im Bereich Finanzen besteht. "Gefragt sind nicht die, sexy‘ Geschichten wie Marketing, HR oder PR, sondern Themen wie Risk Controlling, Supply Chain, IT - also die harten Themen“, ergänzt Günther Tengel, Chef des Personalberaters Amrop Jenewein. Das spiegelt auch die Liste von 50 Top-Jobs in Österreich wider, die aktuell am Markt zu haben sind.

Umso wichtiger ist die richtige Karrierestrategie. Wer von der Generation Y aufsteigen will, sollte sich auf Unternehmen konzentrieren, in denen die eigenen Kompetenzen einen hohen Stellenwert genießen, rät Tengel: "Für einen Marketing-Manager ist etwa Red Bull mit seinem millionenschweren Budget ein attraktiver Arbeitgeber, für einen Techniker beispielsweise Voest oder Siemens.“ Als weiteres wichtiges Merkmal gilt die Wettbewerbssituation. "Befinden sich Unternehmen in einem starken Konkurrenzkampf wie Apple und Samsung, besteht Bedarf an Top-Leuten - und die Verdienstmöglichkeiten sind entsprechend gut.“

Die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt ist für Jungakademiker wie Florian Frotzler äußerst komfortabel. Ende 2007 zog der studierte Informationstechniker für einen Job in die Schweiz. Damals hatte ihn ein Headhunter angesprochen, ob er nicht für die Swisscom arbeiten wolle. Als die Liebe ihn vier Jahre später wieder nach Wien zog, konnte er zwischen mehreren Angeboten wählen. Heute arbeitet er bei KapschBusinessCom als System Engineer. "Es ist nicht so, dass Kapsch am besten gezahlt hätte, aber das Gesamtpaket hat gestimmt“, sagt er. Das Unternehmen habe einen guten Ruf, die Kultur sei die eines österreichischen Familienunternehmens, und er habe einen Dienstwagen bekommen - für Techniker keine Selbstverständlichkeit.

Mal ins Ausland, mal in eine andere Abteilung

Ein Traumjob lässt sich aber auf unterschiedliche Weise ergattern. Astrid Grasser arbeitet beim Möbelhaus Ikea und kümmert sich um die Werbeplanung. "Ich bin von einer Praktikantin zur Managerin aufgestiegen, für mich ist das eine gelungene Karriere. Wenn ich mich so weiterentwickeln kann, dann bleibe ich gerne noch länger bei Ikea“, sagt sie. Die Teilnahme am einjährigen Backpacker-Programm des Konzerns, das sie von Norwegen über Deutschland zurück nach Wien führte, hebt sie besonders hervor: "Neue Aufgaben bewältigen, Kontakte knüpfen, international unterwegs sein - dieses eine Jahr ist für meine weitere Entwicklung extrem wichtig.“

Doch so weit in die Ferne muss nicht jeder schweifen. "Ein wichtiger Baustein in meiner Karriereplanung war, verschiedene Bereiche im Unternehmen kennen zu lernen“, sagt Agnes Heftberger, Leiterin des Geschäftsbereichs Systemspeicher für die Region CEC bei IBM. Dafür musste sie nicht extra ein Gespräch mit der Personalabteilung führen oder ihren Chef bequatschen. Sie meldete sich einfach online für das Programm "Shadowing“ an, das es ihr ermöglichte, einen Tag lang einen Manager aus einem anderen Bereich zu Meetings und Kundengesprächen zu begleiten.

Sowohl Grasser als auch Heftberger sind vorangekommen, weil sie bei der Auswahl ihres Arbeitgebers großen Wert auf individuelle Entwicklungschancen gelegt haben. In dieser Hinsicht sind sie typische Vertreter der Generation Y, die nichts mehr hasst als starre Karrieremuster, aber großen Wert legt auf regelmäßiges Feedback. "Die jungen Leute wollen heute wissen, wo sie stehen, ihren Beitrag zum Projekt- und Unternehmenserfolg kennen und direkt beeinflussen können“, sagt Helge Löffler vom Wirtschaftsprüfer KPMG. Und um Hierarchien scheren sie sich eher nicht. Mit dem Schmied wollen sie reden, nicht mit dem Schmiedl.

Flexibel, auch im eigenen Interesse. Neben der klassischen Karriere ist den jungen Hoffnungsträgern, die auf den Arbeitsmarkt kommen, die Work-Life-Balance wichtig. "Ich wollte immer einen Job, bei dem ich auch eigene Projekte verfolgen kann“, sagt Katharina Suppan, Teamleiterin bei der Erste Bank. Konnte sie das erste Projekt, eine Ausbildung zum Coach, noch problemlos neben dem Job machen, wurde es beim zweiten, ihrer Lebensgeschichte in Buchform, dann schon schwieriger. "Irgendwann war klar, ich brauche einen Monat Auszeit, um mich voll auf das Buch konzentrieren zu können.“ Dass ihre Chefin sie hier unterstützte, weiß Suppan zu schätzen. Denn noch ist diese Flexibilität hierzulande keine Selbstverständlichkeit, auch wenn sich immer mehr Unternehmen in diese Richtung bewegen. "Es ist wichtig, was für eine Kultur im Unternehmen herrscht, wird man schief angeschaut, wenn man um drei Uhr nachmittags nach Hause geht, oder ist es akzeptierte Praxis“, sagt Christine Zenkl, Personalchefin beim Technologiekonzern Infineon.

Wer weiß, welche Unternehmen sich besonders um die Anliegen, die einem als Hochschulabsolvent oder Berufseinsteiger wichtig sind, bemühen, wird seinen Traumjob auch finden. trend hat sich daher bei den Personalchefs, Beratern und Jungakademikern umgehört. Lesen Sie auf den folgenden Seiten, welche Arbeitgeber für flexibles Arbeiten, gute Gehaltsentwicklungen, Karriereprogramme oder Chancengleichheit für Männer und Frauen etwas übrighaben.

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