Gehalt: Einsparen, aber nicht bei mir

Gehalt: Einsparen, aber nicht bei mir

Mit besonderer Expertise und einigen Jahren Erfahrung lassen sich hohe Gagen erzielen.

Unter Hochschulabsolventen genießt der Diskonter Hofer einen guten Ruf. Er gehört zu den Arbeitgebern, die für ihre überdurchschnittlich hohen Gehälter bekannt sind. Wer hier nach der Universität als Trainee anfängt, verdient im ersten Jahr rund 4500 Euro pro Monat. Zudem gibt’s einen Audi A4 als Firmenwagen, damit man die Filialen abfahren kann, für die man als Regionalverkaufsleiter zuständig ist. Nina Wissiak gehört zu der Gruppe Jungakademiker, die eine der begehrten Traineestellen ergattert hat. Als Regionalverkaufsleiterin ist sie für sechs Filialen mit rund 70 Mitarbeitern verantwortlich.

Hofer ist der einzige Handelskonzern, der bei den Jungakademikern mit betriebswirtschaftlichem Background eine Top-Platzierung im Hinblick auf das Gehalt schafft. Ansonsten finden sich unter den Top-Five-Unternehmen Pharmakonzerne wie Baxter und Pfizer, der Ölmulti OMV und der Autohersteller Audi, wie aus der Einzelauswertung der Image-Studie von Universum Communications hervorgeht. Insgesamt fließen rund 40 Kriterien von Weiterbildung bis Corporate Social Responsibility (CSR) in die Auswahl der beliebtesten Arbeitgeber ein. Doch wer hat in der angespannten Wirtschaftssituation überhaupt die Chance, sich durch einen Jobwechsel zu einem überdurchschnittlich zahlenden Unternehmen oder in eine andere Branche zu verbessern?

Die Antwort dürfte viele desillusionieren: Es sind vor allem Experten im Bereich der IT/EDV, Finanzen oder Techniker, die gute Jobchancen haben. Natürlich gibt es dort auch die eine oder andere offene Stelle im Bereich Personal oder als Studiengangsleiter an einer Hochschule, aber das Gros richtet sich an Personen mit einschlägigen Kenntnissen, deren Jobbezeichnung teilweise nur für Insider verständlich ist. Wer diese Expertise besitzt und auch noch einige Jahre Berufserfahrung mitbringt, kann gute Gagen einstreifen.

Gehaltsstudie

Doch der Weg dorthin ist mühsam, vor allem in der aktuellen angespannten Wirtschaftssituation, in der Lohnerhöhungen eher mickrig ausfallen, wenn es sie überhaupt gibt. Ein Blick in die Gehaltsstudie von Consent zeigt, dass Berufseinsteiger mit Uni-Abschluss derzeit im Schnitt ab 2400 Euro verdienen, Techniker liegen höher. Die Sprünge, die sich aus der Berufserfahrung ergeben, fallen dann aber je nach Job sehr unterschiedlich aus. Während ein Assistent der Geschäftsführung nach fünf Jahren bis zu 3800 Euro verdienen kann, liegt ein Controller bei 4800 Euro und ein IT-Consultant bei 4950 Euro. Hierbei darf man aber nicht vergessen, dass es sich um den Durchschnitt aller Branchen handelt. "Wer sich beispielsweise als erfahrener Controller in der Pharmabranche bewirbt, wird besser verdienen als im Handel. Der Unterschied liegt hier bei rund neun Prozent in Bezug auf das Bruttomonatsgehalt“, sagt Martin Klein-Lohrmann, Personalberater bei Consent.

Ebenfalls eine gut zahlende Branche ist die Energiewirtschaft. Hier schneidet ein Key Accounter im Vergleich zum Handel um sieben Prozent besser beim Fixum ab. In den teils noch staatlichen oder halb-staatlichen Unternehmen haben die Betriebsräte und Gewerkschaften immer noch eine relativ starke Position. "Daher liegt die Branche bei neuen Verträgen noch überdurchschnittlich hoch“, sagt Klein-Lohrmann und ergänzt: "Das gilt auch für den ORF.“ Als eher knauserige Arbeitgeber bekannt sind Steuerberater oder Anwälte.

Sich aber allein auf das Fixum zu konzentrieren greift zu kurz. Denn gerade in der Entlohnung spielt der variable Anteil eine immer größere Rolle. Er zeigt an, dass Leistung anerkannt wird - was der Generation Y besonders wichtig ist. Dies umso mehr, als das Gehaltssystem zwischen Jung und Alt in einem Unternehmen weit auseinanderklafft. "Um junge, besonders engagierte Mitarbeiter zu binden, bieten ihnen Unternehmen ein Fixgehalt im Normalmaß und erhöhen dies dann über einen variablen Anteil, sodass sie mit älteren Kollegen gleichziehen können“, sagt Peter Pendl, Geschäftsführer des Personalberaters Pendl & Piswanger. Denn Jobfrust sei häufig das Ergebnis einer empfundenen Ungerechtigkeit in puncto Gehalt.

"Nicht sexy“

Das Gehalt ist wichtig, aber hat es heute noch den gleichen Stellenwert wie vor etlichen Jahren? Zahlreiche Studien legen nahe, dass es einen Paradigmenwechsel gibt: In der jungen Generation schneidet das Gehalt nicht mehr als das allein selig machende Kriterium ab.

Als neue Bescheidenheit der Jungspunde sollte dies aber nicht missverstanden werden, warnt Martin Mayer, Geschäftsführer des Personalberaters Iventa. In den zahlreichen Bewerbungsgesprächen, die er führt, hat er die Erfahrung gemacht, dass das Gehalt nicht den anderen Zielen untergeordnet wird, sondern dass diese auf die Ebene des Gehalts gehoben werden. Eine Einschätzung, die Personalchefs wie Aline Kapp vom Unternehmensberater PricewaterhouseCoopers teilen: "Unternehmen müssen den Mitarbeitern heutzutage attraktive Pakete bieten, um sie zu locken und zu binden.“

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