Arbeitszeit: So flexibel wie möglich

Starre Arbeitszeiten geraten zum Auslaufmodell. Wie viel Freiraum heute schon möglich ist.

Arbeitszeit: So flexibel wie möglich

Sandra Brandstätter, 34, arbeitet als IT-Projektleiterin im Bundesrechenzentrum. Dort teilt sie sich ein Büro mit drei Kollegen, die sie alle sehr schätzt. Aber einen Tag in der Woche bleibt sie doch lieber zu Hause. "Ich muss oft umfangreiche Konzepte ausarbeiten, da hilft es mir, wenn ich ungestört arbeiten kann.“ Und ihr Chef habe kein Problem damit? Nein, genauso wenig wie die Personalabteilung. Einen Home-Office-Tag zu nehmen sei Teil der flexiblen Firmenkultur, sagt Brandstätter. Will sie nächsten Donnerstag zu Hause bleiben, füllt sie einfach ein bis zwei Tage vorher die entsprechende Maske im Intranet aus und erhält dann von der Personalabteilung kurz darauf die Bestätigung. "Diese Flexibilität zu haben ist mir sehr wichtig“, sagt sie. Genauso geht es vielen ihrer Altersgenossen. Rund 5000 österreichische Studenten der BWL, IT und Naturwissenschaften hat das Beratungsunternehmen Universum Communications befragt, worauf sie im Arbeitsleben am meisten Wert legen. Wer erwartet, hier als Erstes vom hohen Gehalt zu hören, erlebt eine Überraschung. Mehr als die Hälfte entschieden sich für das Modewort schlechthin: Work-Life-Balance. Das Problem dabei: Der Begriff ist so dehnbar wie Kaugummi. Ist ein Tag Home Office pro Woche schon Work-Life-Balance, oder muss es die sechsmonatige Auszeit sein?

Jan Krims, beim Beratungsunternehmen Deloitte zuständig für die Gestaltung neuer Arbeitswelten, hat sich intensiv mit den Bedürfnissen der Generation Y beschäftigt. Er ist der Meinung, dass das Thema Work-Life-Balance für die Anfang bis Mitte 30-Jährigen mittlerweile eine andere Bedeutung hat. "Es geht nicht mehr darum, Beruf und Privatleben strikt zu trennen“, so Krims. Sie verlangen vielmehr nach Möglichkeiten, einen anspruchsvollen Job so organisieren zu können, dass auch noch ein Privatleben möglich ist. Für den Alltag heißt das: Wer bis spätabends für ein Projekt powert, will sich auch mal einen Nachmittag ausklinken können, wenn der Job es gerade zulässt. Oder eine längere Pause einlegen, um ein persönlich wichtiges Projekt zu verfolgen.

PR oder Realität?

Aber wer bietet denn nun hierzulande die besten Modelle an? Die Top Five in den Augen der Studenten in Sachen Flexibilität lauten: Google, Microsoft, Infineon, SAP und HP (laut Universum-Studie). Dass ausschließlich Technologie-Konzerne die Top-Plätze belegen, ist kein Zufall. Denn Flexibilität in der Arbeitsorganisation ist dort traditionell größer. Aber auch andere Branchen beginnen sich zu öffnen. Der Trend geht in Richtung Gleitzeit ohne Kernarbeitszeit. Bei den österreichischen Lotterien bedeutet das beispielsweise, dass die Mitarbeiter lediglich vier Stunden in der Zeit zwischen sechs und 20 Uhr anwesend sein müssen.

Um besser eingrenzen zu können, ob der inhaltlich interessante Job auch in einem Umfeld passiert, das den eigenen Vorstellungen vom flexiblen Arbeitsleben entspricht, sollte man aber noch andere Quellen anzapfen. Anhaltspunkte liefert beispielsweise das Portal kununu.com, auf dem Mitarbeiter ihr Unternehmen auch im Hinblick auf die Work-Life-Balance bewerten können. Das Portal, das gerade vom Business-Netzwerk Xing übernommen wurde, ist allerdings noch recht jung, sodass es über manche Unternehmen erst eine Handvoll Einträge gibt. Ebenfalls hilfreich ist die Homepage der nationalen Koordinierungsstelle Familie und Beruf ( www.familieundberuf.at), die Unternehmen im Bereich der Work-Life-Balance zertifiziert und gelungene Beispiele porträtiert.

Wer die eigenen Recherchen dann noch im Bewerbungsgespräch durch entsprechende Fragen ergänzt oder sich mit Mitarbeitern über Xing austauscht, droht weniger leicht eine komplette Enttäuschung zu erleiden. "Fragen zur Work-Life-Balance sind mittlerweile Standard in Bewerbungsgesprächen“, sagt Simone Oremovic, Personalchefin bei IBM. Allerdings sollte man diese nicht als Bedingung formulieren nach dem Motto:, Wenn ich bei Ihnen anfange, kann ich ja eh von zu Hause aus arbeiten.‘ Lieber sollte man sich das Arbeitszeitmodell beschreiben lassen und dann die Details erfragen, auf die man besonderen Wert legt.

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