Großes Finale der Neelie: EU-Kommissarin
spricht im Interview über Opel, ORF & mehr

Aus dem schmucklosen Büro im zehnten Stock des sternförmigen Berlaymont-Gebäudes, dem Sitz der EU-Kommission, tönt ein fröhliches „Grüß Gott“ – Neelie Kroes’ Assistentin ist Steirerin. Gleich nebenan sitzt die 68-jährige Holländerin bei einem Tässchen Tee und sagt kokett: „Ich habe schon auf Sie gewartet.“ Dabei hat sie eben ein diskretes Gespräch mit dem Opel-Betriebsratschef geführt und wird nach dem trend-Interview eine Rede im Brüsseler Harvard-Club halten.

Die Hüterin des freien Wettbewerbs ist eine der mächtigsten Frauen Europas – die Bekämpferin des Gaskartells und jene Instanz, die selbst Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber bei der AUA-Übernahme fast zur Verzweiflung gebracht hätte. Am 31. Oktober endet ihre fünfjährige Amtszeit offiziell, danach wird sie das Ressort noch so lange leiten, bis die neue Kommission angelobt ist. Und Kroes macht keine Anstalten, ruhig in die Pension hinüberzugleiten.

Neben dem ORF-Wettbewerbsverfahren, das sie „Ende Oktober, Anfang November“ abschließen will, ist für Österreich dabei vor allem das Urteil der Kommission im Fall Opel-Magna von größtem Interesse. Die deutsche Bundesregierung hat dem kanadisch-österreichischen Autozulieferkonzern Staatshilfen von 4,5 Milliarden Euro für „New Opel“ in Aussicht gestellt. Daran beteiligen könnten sich auch die Länder, in denen der deutsche Autobauer Standorte hat: Österreich, Polen, Spanien, Großbritannien und Belgien.

Kroes hat die Hilfen heftig hinterfragt – und durfte sich von deutschen EU-Parlamentariern gleich einmal „antideutscher“ Reflexe zeihen lassen. Einschüchtern lassen wird sie sich dennoch nicht. Ihren Leitspruch „Die Weichheit von heute ist der Albtraum von morgen“ haben in den letzten Jahren Telekombosse, Gasmanager oder Chefs von Fluglinien bitter zu spüren bekommen. Bei der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und Magna-Boss Siegfried Wolf wird sie keine Ausnahme machen.

Ein Auszug aus der Agenda, die sie noch selbst abarbeiten will: eine Lösung mit dem Softwaregiganten Microsoft im so genannten „Browserstreit“, einen Richtlinienentwurf für Sammelklagen gegen Kartelle und die vorläufigen Ergebnisse einer groß angelegten Untersuchung der Kommission über den europäischen Arzneimittelmarkt.

Wenn Neelie Kroes abtritt, will sie das sagen können, was sie im trend-Interview über ihre Rolle bei der Übernahme der AUA durch die Lufthansa sagt: „Am Ende des Tages haben wir einen guten Job für die Konsumenten gemacht.“

Lesen Sie das ganze Inverview im aktuellen trend 11/09!

Avaaz sammelt nicht nur online Millionen von Unterschriften, sondern begleitet seine Kampagnen oft mit öffentlichen Aktionen. In vielen Fällen, gerade bei globalen Anliegen, ist das von Erfolg gekrönt.
 

trend

Avaaz – Politik und Konzerne im Visier

 

trend

Berufsunfähigkeitsversicherungen – Prämienübersicht und Vergleich

Die Reichsten aller Kontinente

trend

Die Reichsten aller Kontinente