Geschlossene Fonds trotzen Turbulenzen:
Sachwert-Beteiligungen versprechen Gewinn

Das Desaster an den Finanzmärkten hat die Portfolios der Anleger ordentlich zerzaust. Aktien fielen ins Bodenlose. Mit Euro-Anleihen konnte man nicht einmal die Inflation abdecken. Und unter den alternativen Investments haben Hedgefonds, Rohstoffe oder Immobilienaktien als stabilisierender Faktor eines Portfolios ziemlich versagt. Doch mit einem Investment in einen geschlossenen Fonds kann man sich nach wie vor entspannt zurücklehnen und einigermaßen beruhigt in die Zukunft blicken.

Geschlossene Fonds sind unternehmerische Beteiligungen an Sachwerten. Meist handelt es sich um Schiffe oder Immobilien, neuerdings aber auch um Secondhand-Lebensversicherungspolizzen oder Private-Equity-Projekte – etwa im Bereich Infrastruktur oder neue Energien. Das Besondere daran – im Vergleich zu klassischen Wertpapierfonds: Das Anlageprodukt ist mit Objekt, Geschäftsplan und erforderlichem Finanzierungsvolumen bereits fix und fertig geschnürt, bevor es auf den Markt kommt, die Zeichnung von Anteilen daher befristet, im Regelfall bleibt man mehrere Jahre engagiert. Die bisherige Erfahrung – selbst in der Krise – lautet: Geschlossene Fonds liefern stabile attraktive Renditen. Und sie korrelieren tatsächlich nicht mit den Kapitalmärkten.

Üblicherweise wird bei geschlossenen Fonds eine GmbH & Co KG als Anlagevehikel gegründet, an der sich der Anleger als Kommanditist für eine Laufzeit zwischen zehn und zwanzig Jahren beteiligt. Er haftet mit der Höhe seiner Einlage – meist mindestens 10.000 bis 15.000 Euro –, hat aber keine darüber hinausgehende Nachschusspflicht. Gewinn und Verlust am Unternehmen werden im Verhältnis der gezeichneten Anteile zugeteilt. Für den Erwerb der Objekte nimmt die Gesellschaft neben dem Eigenkapital der Kommanditisten auch Fremdkapital auf. „Bei Immobilien werden in der Regel meist 50 Prozent, bei Schiffen 60, manchmal auch 70 Prozent über ein langfristiges Darlehen finanziert“, erklärt Peter Maierhofer, langjähriger Experte für geschlossene Fonds in Österreich und seit dem Vorjahr Vorstand seiner eigenen Gesellschaft WM Maierhofer AG.

Detaillierter Businessplan
Sobald das Kapital eingeworben ist und die Gesellschaft ihren Betrieb aufgenommen hat, werden aus den Erlösen die Betriebskosten abgedeckt, Zinsen und Tilgungsraten bedient – und der Rest wird an die Anleger ausgeschüttet. Am Ende der Laufzeit wird das Objekt verkauft und der Veräußerungserlös an die Kommanditisten abgeschichtet. Das Besondere an der unternehmerischen Beteiligung: „Es gibt einen detaillierten Businessplan“, betont Maierhofer. Das heißt: Man kann Ist- und Soll-Stand von Kosten und Erträgen Jahr für Jahr prüfen und weiß somit, wo man tatsächlich steht.

Der Nachteil von geschlossenen Fonds: „Es geht um ein klassisches Langfristfinanzierungskonzept. Man kann auf sein Kapital nicht jederzeit zugreifen. Denn es gibt keinen liquiden ekundärmarkt“, sagt Christian Ohswald, Leiter Raiffeisen Private Banking.

Keine laufenden Kurse quotiert
Im Gegensatz zu offenen Immobilien- oder Wertpapierfonds (Aktien oder Anleihen) werden für geschlossene Fonds keine laufenden Kurse quotiert. Dieses Manko ist in turbulenten Zeiten wie jetzt aber durchaus von Vorteil. Denn im Gegensatz zu den an den Finanzmärkten gehandelten Wertpapieren, deren Kurse je nach Angebot und Nachfrage mehr oder weniger starken Kursausschlägen unterliegen, variiert die Bewertung der geschlossenen Fonds nicht. Sachwerte wie Immobilien, deren indexierte Mieterträge meist langfristig gesichert sind, haben noch einen weiteren Vorteil: Sie bieten Schutz gegen Inflation.

Entscheidend ist für den Anleger vor allem, wie das Investment im Detail kalkuliert wurde – konkret: „Der Anschaffungs- und Verkaufspreis, die Höhe der Charterraten und das Bonitätsrisiko des Charterers sowie die Betriebskosten“, erklärt Georg Kesselgruber, Geschäftsführer der HCI Hanseatische Capitalberatungsgesellschaft. Auch die Währungsentwicklung spielt eine Rolle, weil Kosten und Erträge bei Schiffen in US-Dollar anfallen.

Schiffsmarkt und Immobilienmarkt bleiben attraktiv
Nachdem 95 Prozent der Waren zumindest einen Teil ihres Wegs zum Verbraucher mit dem Schiff zurücklegen und der Welthandel mittel- bis langfristig weiter wachsen wird, bleibt der Schiffsmarkt für Veranlagungen weiterhin spannend.

Auch Immobilien bleiben attraktiv. Hier verschiebt sich allerdings das Angebot neuerdings von Büroimmobilien in Holland oder Deutschland zu exotischeren Objekten etwa in Indien oder Dubai. Hier geht es allerdings um Projektentwicklungen, die zwar höhere Ertragschancen bieten, aber auch mit höheren Risken verbunden sind.

Von Eva-Maria-Benisch

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