24 Fragen zum Weihnachtseinkauf

24 Fragen zum Weihnachtseinkauf

Wie lang gelten Gutscheine? Können Geschenke umgetauscht werden? Gibt es steuerliche Fallen? trend liefert die Antworten.

1. Gibt es für Weihnachtseinkäufe eine Diebstahlversicherung?

Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch das Fest der Diebe. Ob Einkaufsstraße oder Shoppingcenter - das Gedränge begünstigt Taschen- und sonstige Diebe. Einige Kreditkartenfirmen versichern das Diebstahlrisiko. Wer etwa über eine von PayLife ausgestellte Visa- oder Eurocard-Goldkarte verfügt, dessen mit der Karte bezahlte Einkäufe sind pro Karteninhaber mit einer Höchstgrenze von 1000 Euro pro Jahr (Selbstbehalt: 30 Euro) bis 45 Tage nach dem Kauf gegen Diebstahl und Beschädigung versichert. Bei American-Express-Karten sind Waren gegen Raub (Achtung, hier muss eine Form von Gewalt im Spiel sein!) und Einbruch pro Schadensfall bis 1100 Euro versichert, die Versicherungssumme variiert je nach Kartentyp.

2. Was darf ein Unternehmen seinen Mitarbeitern steuerfrei schenken?

Leider setzt der Fiskus der Großzügigkeit von Unternehmen tatsächlich eine Grenze: Diese beträgt einen Euro pro Tag. Insgesamt dürfen "geldwerte Vorteile aus der Teilnahme an Betriebsveranstaltungen“ - zum Beispiel Betriebsausflügen oder auch Weihnachtsessen - jährlich 365 Euro nicht überschreiten, dabei empfangene Sachzuwendungen (etwa Warengutscheine) sind bis zum Gegenwert von 185 Euro steuerfrei.

3. Was ist, wenn Einladung oder Geschenk an Mitarbeiter diese Beträge überschreitet?

Dann ist der 365 Euro bzw. für Sachgeschenke 185 Euro überschreitende Betrag als "Vorteil aus dem Dienstverhältnis“ für Arbeitnehmer steuerpflichtig.

4. Gibt es einen steuerlichen Unterschied zwischen Sach- und Geldgeschenken an Mitarbeiter?

Ja, einen erheblichen: Nur bei Sachgeschenken (dazu zählen aber auch Gutscheine oder eine Autobahnvignette) gilt die Freigrenze von 185 Euro. Bargeldzuwendungen eines Unternehmens an die Mitarbeiter müssen immer versteuert werden. Goldmünzen, bei denen der Goldwert im Vordergrund steht, erkennt die Steuerbehörde ebenfalls nicht als "Sachgeschenke“ an.

5. Was tun, wenn das Kreditkartenlimit überschritten ist?

Dann haben Sie Pech gehabt! Bei jedem Kauf mit der Kreditkarte erfolgt eine Online-Autorisierung, und wenn das Monatseinkaufslimit (meist zwischen einem und drei Nettobezügen) überschritten ist, wird Ihre Karte nicht akzeptiert. Es empfiehlt sich daher, bei jener Bank, von der die Kreditkartenrechnung abgebucht wird, Ihr Limit abzufragen - meist steht es aber auch auf der Monatsrechnung - und gegebenenfalls zu erhöhen. Auf der Monatsrechnung finden Sie übrigens auch die Konditionen für eine Ratenzahlung - und zwar sehr klein gedruckt. Tun Sie es lieber nicht, dieser Kredit kostet um die 14 Prozent und ist damit wesentlich teurer als ein Bankkredit.

6. Wie lange gilt die Garantie für ein Weihnachtsgeschenk?

Es ist unnötig, für Geschenke besondere Regelungen punkto Garantie zu treffen. Unter Garantie versteht man nämlich ein Leistungsversprechen eines Herstellers, wie es beispielsweise in der Autoindustrie üblich ist. Hier ist dagegen meist die Gewährleistung, gemeint, und diese bezeichnet den Anspruch eines Konsumenten an den Verkäufer, dass eine Ware ohne Mängel übergeben wurde. Die gesetzliche Frist, um diesen Anspruch geltend zu machen, beträgt zwei Jahre. Je länger der Kaufzeitpunkt zurückliegt, umso schwieriger wird es zwar, einen Fehler zum Verkaufszeitpunkt noch zu beweisen. Die paar Wochen, die zwischen Kauf des Geschenks und Weihnachten verstreichen, spielen aber gar keine Rolle.

7. Wann verfallen Geschenkgutscheine?

Grundsätzlich 30 Jahre nach deren Ausstellung. Doch Achtung! Gutscheine können auch befristet ausgestellt werden. Achten Sie also darauf, dass diese Frist nicht zu kurz ausfällt. Allerdings: Erst kürzlich urteilte der Oberste Gerichtshof, dass eine Frist von zwei Jahren zu kurz bemessen ist. Wenn Sie nicht ebenfalls den Gerichtsweg beschreiten wollen, sollten Sie aber gleich darauf bestehen, dass Fristen komfortabel gesetzt sind.

8. Was geschieht, wenn ich Gutscheine kaufe und das Unternehmen geht pleite?

Pech gehabt! In diesem Fall verbrieft der Gutschein eine Forderung im Rahmen eines Ausgleichsverfahrens oder an die Konkursmasse, muss also beim Handelsgericht geltend gemacht werden - ein aufwändiger Vorgang, der möglicherweise auch noch Kosten verursacht. Lohnend ist das nur bei sehr hohen Beträgen. Achtung: Selbst wenn das Geschäft während eines Insolvenzverfahrens nicht geschlossen ist, wird der Gutschein nicht mehr akzeptiert, denn das wäre Gläubigerbevorzugung.

9. Gelten Geschenkgutscheine auch für Ausverkaufsware?

Grundsätzlich ja. Selbst wenn dies auf dem Gutschein ausgeschlossen ist, bezweifeln Juristen die Rechtsgültigkeit dieser Klausel - doch auf einen teuren und riskanten Rechtsstreit sollte man sich deswegen eher nicht einlassen. Also: Achten Sie beim Kauf der Gutscheine darauf, ob eine solche Klausel vermerkt ist.

10. Gibt es Retourgeld bei der Bezahlung mit Geschenkgutscheinen?

Ein Anspruch darauf besteht nicht. Üblicherweise wird ein Restguthaben entweder auf dem Gutschein vermerkt oder ein neuer Gutschein ausgestellt. Bei kleineren Restbeträgen gibt es das Retourgeld meist in bar, weil das einfacher ist.

11. Wann sind Weihnachtsgeschenke für Unternehmen steuerabzugsfähig?

Abzugsfähig sind betrieblich veranlasste Geschenke an Mitarbeiter und Werbegeschenke an Kunden.

12. Wann kann man Weihnachtsgeschenke umtauschen?

Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Irrmeinung gibt es kein Recht auf Umtausch - auch nicht, wenn ein Kleidungsstück nicht passt oder vier gleiche CDs unter dem Weihnachtsbaum liegen. Ein Umtauschrecht sollten sich Käufer also immer auf der Rechnung vermerken lassen. Bisweilen enthalten aber auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen - etwa bei Diskontern oder Textilketten - ein Umtauschrecht. Die Ware sollte aber samt Verpackung und diversen Schildern und natürlich unbeschädigt im Geschäft landen.

13. Muss man Weihnachtsgeschenke, die man per Post ins Ausland schickt, verzollen?

Hängt davon ab, in welches "Ausland“. Innerhalb der EU gibt’s da keine Probleme. Auch mit der Schweiz existiert ein Freihandelsabkommen. Wer aber Geschenke in andere Länder - etwa die USA - schicken möchte, sollte sich mit der Handelsabteilung der jeweiligen Botschaft in Verbindung setzen, um dem Beschenkten Probleme zu ersparen.

14. Darf man alkoholische Getränke aus dem Ausland geschenkt bekommen?

Hier gelten die Artikel 23 und 25 der Zollbefreiungsverordnung. Zollfrei sind ein Liter Spirituosen oder Schaumwein und zwei Liter nicht schäumende Weine. Bei Parfüm gilt eine Obergrenze von 50 Gramm, bei Eau de Toilette ist es ein Viertelliter.

15. Was dürfen Eltern ihren Kindern steuerfrei schenken?

Da sind der Großzügigkeit - zumindest steuerlich - keine Grenzen gesetzt. Doch neugierig ist der Fiskus schon: Schenkungen an Angehörige (z. B. zwischen Mutter bzw. Vater und Kind) sind ab einer Höhe von 50.000 Euro beim Finanzamt anzuzeigen, und zwar binnen dreier Monate ab Erwerb. Schenkungen von Grundstücken unterliegen der Grunderwerbsteuer. Für alle nahen Verwandten - also auch Geschwister, Neffen/Nichten, Cousins/Cousinen - gelten die gleichen Bestimmungen wie für Eltern und Kinder, ebenso für Lebenspartnerschaften.

16. Muss man von einer Reise mitgebrachte Weihnachtsgeschenke an der Grenze deklarieren?

Da macht der Zoll keinen Unterschied zwischen Weihnachtsgeschenk und "normaler“ Einfuhr. Die jeweiligen Freigrenzen sind der Homepage des Finanzministeriums zu entnehmen.

17. Wann muss ich ein Geschenk per Post abschicken, damit es den Empfänger rechtzeitig erreicht?

Da der 24. Dezember heuer besonders ungünstig, nämlich auf einen Montag, fällt, ist vorausschauende Planung gefragt. Einfache Pakete mit Empfängern innerhalb Österreichs müssen laut Auskunft der Post spätestens am 18. Dezember aufgegeben werden, damit sie rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum landen. Der Post-Expressdienst EMS schafft das bis 20. Dezember. Wenn die Pakete ins Ausland müssen, sollten Sie Sich schon beeilen. Innerhalb Europas ist nämlich der 3. Dezember der Stichtag. Wer das nicht schafft, muss auf den Paket-Expressdienst ausweichen, aber auch hier sollten Pakete bis 7. Dezember abgeschickt werden. Für den "Rest der Welt“ haben Sie die Frist schon versäumt, es wäre der 26. November gewesen. Hier funktioniert nur noch der Expressdienst (3. Dezember) - aber auch nur, wenn die jeweilige Zollbehörde keine Probleme macht.

18. Wie kann man Geschenke genau am 24. Dezember zustellen lassen?

Post und Paketdienste fallen da aus - zu spät! Die meisten Fahrradbotendienste schließen zu Mittag, bei rechtzeitigem Auftrag sollte sich das aber ausgehen. Bleiben noch Taxis, die auch am 24. rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

19. Kann man Wein und Spirituosen zollfrei ins Ausland schicken?

Für den Schenkenden ist das kein Problem - so pingelig der Zoll bei Alkoholsendungen nach Österreich ist, so großzügig ist er bei Sendungen ins Ausland. Es gelten keine Limits, allerdings sollten Sie sich über die Einfuhrbestimmungen des jeweiligen Empfängerlands informieren, sonst bekommt der Beschenkte Probleme.

20. Darf man aus dem Ausland ein Paket mit Zigaretten geschenkt bekommen?

So einfach lässt sich der Fiskus nicht austricksen! Wär ja noch schöner - Billig-Glimmstängel per Post! Da schiebt die Zollbefreiungsverordnung einen Riegel vor. Die Grenzen liegen hier deutlich niedriger als bei einem "Selbstimport“ aus Niedrigpreisländern. 50 Zigaretten oder 25 Zigarillos (weniger als drei Gramm leicht) oder zehn Zigarren oder 50 Gramm Rauchtabak, mehr erlaubt der Zoll bei einer Lieferung durch Post oder Paketdienste nicht.

21. Schenkt man zu Weihnachten Blumen?

Da spricht nichts dagegen - vor allem als Mitbringsel bei Einladungen. Ein Weihnachtsstern ist zwar nicht besonders originell, aber in jedem Fall passend. Ebenfalls zur Jahreszeit passen Misteln, eine traditionelle Weihnachtsdekoration, die, über Türstöcken angebracht, gegen Blitzschlag und böse Geister helfen soll. Wer mit bösen Geistern weniger Probleme hat: Misteln sind hübsch und halten getrocknet praktisch unbegrenzt.

22. Darf man Fremden steuerfrei Geldgeschenke machen?

Grundsätzlich ja, doch lassen sich hier leicht diverse Umgehungstatbestände konstruieren. Daher gelten hier engere Grenzen: Meldepflichtig sind Beträge von 15.000 Euro und mehr, die innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren fließen.

23. Gelten die Kurzparkzonen auch am 24. Dezember?

Zwar ist der 24. Dezember für einige Berufsgruppen ein arbeitsfreier Tag, doch es handelt sich heuer um einen Werktag - also: leider ja. Sie müssen Parkscheine ausfüllen (oder in Kurzparkzonen Parkuhren benützen).

24. Bis wann kann man am 24. Dezember noch Geschenke kaufen?

Wenn Sie die Antwort auf diese Frage tatsächlich interessiert, dann sollten Sie zunächst einmal Ihr Zeitmanagement einer Feinjustierung unterziehen. Aber: Natürlich können Last-Minute-Junkies auch am 24. Dezember noch Geschenke kaufen. Grundsätzlich müssen alle Geschäfte an diesem Tag spätestens um 14 Uhr schließen. Wer sogar diesen Zeitpunkt verpasst, der kann nur noch Blumen oder Schokolade schenken, denn Blumen- und Süßwarengeschäfte dürfen bis 18 Uhr offen halten. Und dann schnell noch zum Christbaumstand, denn der macht erst um 20 Uhr dicht. Das sollten Sie im nächsten Jahr aber besser planen!

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