Für Anleger, die das Risiko nicht scheuen:
Sogar das Jahr 2009 bietet Aktien-Chancen

Für geduldige Anleger, die das Risiko nicht scheuen, bietet sogar das Jahr 2009 Chancen. trend sagt Ihnen, wie Sie auch in einem hartnäckigen Bärenmarkt zum Börsenbullen werden können.

So wirklich angenehm fühlt es sich ja nicht an, was wir da derzeit erleben: Kurssturz an den Börsen, düstere Wolken am Konjunkturhimmel, Endzeitstimmung in der Finanzszene. Hellhörige vernehmen bereits die Hufe der apokalyptischen Reiter. In diesem Umfeld soll man Aktien kaufen?

„In der Geschichte der Aktienbörsen hat es in den letzten 150 Jahren erst viermal vergleichbare Situationen gegeben, in denen die Kurse um jeweils rund 50 Prozent abgestürzt sind“, sinniert Herbert Perus, Manager des Raiffeisen-Top-Dividende-Aktienfonds. „Bisher ist es zweimal gut gegangen.“ Nach der legendären „Panic of 1907“ (der ersten großen Bankenkrise an der Wall Street, die übrigens ebenfalls durch eine spekulative Blase ausgelöst worden war) brauchte der Dow-Jones-Index nur knapp zwei Jahre, bis er die Verluste wieder wettgemacht hatte.

Knapp länger dauerte das Comeback der Börse nach dem Ölpreisschock Anfang der 1970er-Jahre. Zwar halbierte sich der Index auch damals, doch nach zweieinhalb Jahren lagen die Anleger wieder im grünen Bereich.
> Dem Absturz 1929 folgten hingegen weitere Kursverluste, die sich über drei Jahre hinzogen. Erst 1954 – also exakt ein Vierteljahrhundert später – erreichte der Dow Jones wieder den Wert, den er vor dem 1929er-Crash hatte. Dazwischen stürzte die Weltwirtschaft in die schlimmste Depression aller Zeiten.

Macht bisher also zwei zu eins für die Optimisten. Und jetzt? „Ich glaube nicht an die Depression“, zeigt sich Perus optimistisch, dass auch die aktuelle Baissephase bald vorbei ist. Für Anleger hieße das: Die Zeit der Schnäppchenjagd beginnt. Vorsichtiger gibt sich Friedrich Mostböck, Chefanalyst der Erste Bank. „Wir sehen zwei Szenarien. Variante eins: Wir erleben gerade eine vorübergehende Rezession, die sich über drei bis vier Quartale zieht. Die Gewinnschätzungen der Unternehmen würden 2009 nicht mehr zurückgenommen, um die Jahresmitte käme es zu einem Drehen der Börsen.“ Worauf sich Anleger dann einstellen können: starke Kursschwankungen in den nächs­ten Monaten, insgesamt aber eine „deutlich zweistellige“ (Mostböck) Performance der Börsen.

Variante zwei: Wir steuern auf eine Rezession zu. Dann erfasst die Abwärtsspirale im kommenden Jahr weitere Branchen. Die Stimmung bleibt negativ, Analysten müssen die Gewinnprognosen der Unternehmen weiter zurücknehmen. „Dann wird es im kommenden Jahr weitere Kursverluste geben“, meint Mostböck, der die Chancen für die beiden Szenarien mit fünfzig zu fünfzig angibt. Davon, dass es zu weiteren Rücknahmen der Gewinnschätzungen kommt, geht Birgit Kuras, Chefanalystin der Raiffeisen Centrobank, aber ohnedies aus. „Wir haben die Gewinnprognose für die Aktien im ATX für das kommende Jahr bereits um zwölf Prozent reduziert, und es wird sicher mehr“, so Kuras. „Meiner Ansicht nach sind die Gewinnerwartungen derzeit immer noch viel zu hoch.“ Doch ein Katastrophenszenario ergibt sich daraus ihrer Meinung nach nicht. „Die Finanzkrise ist zwar nicht ausgestanden, aber in ihrer Wirkung auf den Markt kann man sie abhaken. Kann schon sein, dass es noch zu Problemen kommt, aber in den Kursen ist schon sehr viel vorweggenommen.“ Vor allem die Wiener Börse als kleiner Markt kam ja besonders heftig unter die Räder. Lägen aber erst einmal die Bilanzen für das laufende Jahr vor, dann würden auch die Anleger langsam wieder sichereren Boden unter den Füßen verspüren.

Der Schluss, den sie daraus zieht, klingt fast schon ermutigend: „Für die Wirtschaft wird das nächste Jahr sicher sehr schwierig, aber ich kann mir gut vorstellen, dass wir an den Börsen bereits eine deutliche Erholung sehen.“ Für risikofreudige Anleger bedeutet dies: Die kommenden Monate bringen trotz kurzfristiger Gefahren wieder Einstiegsmöglichkeiten – allerdings mit Einschränkungen. „Gefahr besteht überall dort, wo Staatshilfen nötig sind“, warnt Monika Rosen, Chefanalystin im Bank Austria Asset Management. Zwar würden die betreffenden Unternehmen gerettet, dabei blieben aber die Interessen der Altaktionäre auf der Strecke. Nach wie vor gefährdet sieht sie die Finanzbranche und die Autohersteller. „Interessant ist hingegen defensiver Konsum, aber auch Pharma. Da wird es trotz Konjunkturflaute nicht so schlecht laufen.“ Spannend könnten aber auch die ersten Monate des neuen US-Präsidenten werden. Manche Analysten halten es für möglich, dass Terroristen oder „Schurkenstaaten“ Barack Obama testen und einen Konflikt vom Zaun brechen. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit führt dies regelmäßig zu einem drastischen Anstieg der Erdölpreise – gut für Ölkonzerne und deren Zulieferer.

Gute Chancen sieht Fondsmanager Perus im neuen Jahr vor allem für zwei Strategien: den Value-Ansatz, also wertorientiertes Investieren in Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis, und die Suche nach Aktien mit hohen Dividenden. „Die Dividende ist ein guter Indikator dafür, wie es einem Unternehmen wirklich geht“, so Perus. Unternehmen, die in der Lage sind, regelmäßig Ausschüttungen vorzunehmen, wiesen laut Perus über längere Zeit eine bessere Performance auf als der Branchendurchschnitt. „Wenn ein Unternehmen jetzt noch nachweisbar eine Dividende liefern kann, weiß man, dass es relativ zur Konkurrenz gut dasteht.“ Gefährlich sei dabei aber die Momentaufnahme. „So manche Finanzinstitution, die momentan noch mit hohen Dividendenrenditen geführt wird, zähle ich zu den Absturzkandidaten“, warnt Perus. Sein Rat für Anleger: „Momentan ist konservatives, mittel- bis langfristiges Investment angesagt.“

Von Franz C. Bauer

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