Digital-TV: Bilder neuer Welten

Start frei für das digitale Antennenfernsehen DVB-T. In fünf Monaten werden die ersten analogen Sender abgeschaltet. Wie Sie umsteigen, worauf Sie unbedingt achten sollten – und welche Alternativen Sie haben.

Das Thema ist komplex.“ Das nennt man Ehrlichkeit. Gemeint ist das Thema des neuen digitalen Fernsehens mittels Hausantenne, also Digital Video Broadcasting-Terrestrial, kurz DVB-T samt MHP und EPG. Wie gesagt, komplex. Auch wenn derzeit versucht wird, den Fernsehzusehern in unzähligen Spots mittels fröhlich hüpfender TV-Geräte das Gegenteil einzubläuen.

Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der Österreichischen Rundfunksender Gesellschaft (ORS), einer 60-Prozent-Tochter des ORF (40 Prozent Medicur/Raiffeisen), weiß ganz genau, dass es nicht leicht sein wird, rund 40 Prozent der österreichischen Haushalte, die derzeit ORF und ATV mittels normaler Antenne empfangen, über die notwendige technische Umrüstung ihrer Fernseh-Empfangsanlagen zu informieren und zum Umstieg zu bewegen. Denn schon im März 2007 will die ORS die ersten analogen Frequenzen abschalten. Wer bis dahin nicht reagiert hat, muss künftig ohne Barbara Karlich und Armin Assinger weiterleben.

Um das zu verhindern, muss der Konsument, sofern er nicht über Kabel- oder Satellitenempfang verfügt, zumindest 40 bis 50 Euro in eine DVB-T-Empfangsbox investieren, die die digitalen Signale für den Fernseher aufbereitet. Oder er legt sich gleich ein kleines tragbares Fernsehgerät mit eingebautem Empfänger zu – jeweils verbunden mit dem positiven Effekt, dass das mühsame Justieren der Antenne, das Schneegestöber des Bildes oder das Rauschen des Tones der Vergangenheit angehört. Auch wird es in der digitalen Welt einen neuen Teletext geben und einen elektronischen Programmführer.

Das sind jedenfalls die derzeit gerne kommunizierten Vorteile. Allerdings, die Thematik ist doch etwas vielschichtiger. Denn abgesehen von der Verwirrung rund um zertifizierte und nicht zertifizierte Empfangsboxen, von Dachantennen, die möglicherweise ausgetauscht werden müssen, oder einer Bildqualität, von der selbst der verantwortliche ORS-Techniker zugeben muss, dass sie bei großen Flachbildschirmen mangelhaft sein kann, einmal eine einfache Frage: Was passiert, wenn Sie den Krimi auf ORF1 aufnehmen und gleichzeitig die Nachrichten auf ORF2 sehen wollen? Ganz einfach: Sie brauchen zwei Boxen.

Oder was machen Sie, wenn Sie während Ihres Urlaubs einmal das Programm ORF1, danach eine Sendung von ORF2 und schließlich noch etwas auf ATV aufnehmen wollen? Was bisher keinerlei Problem darstellte, bedarf in der neuen Fernsehwelt eines neuen Videorekorders mit DVB-T-Tuner oder eines etwas teureren Receivers mit Timer, der zusätzlich programmiert werden muss – oder Sie engagieren jemanden, der im richtigen Moment die DVB-Box umschaltet.

Das sind die Fragen, die die Konsumenten in den nächsten Monaten bewegen werden. Und vermutlich machen für Wagenhofer genau diese Probleme die Komplexität der Umstellung auf das neue digitale Fernsehen aus. trend hat für Sie alle technischen Vor- und Nachteile für Ihre Entscheidung zusammengestellt. Schließlich gibt es mit Kabel-TV oder dem digitalen Satellitenempfang auch Alternativen zum neuen Antennenfernsehen.

von Oliver Judex

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