Die geheimen Tricks der Milliarden-Macher

Es gibt geheimnisvolle Orte auf der Welt, ein Dorf in Okinawa etwa oder das Tal der Hunzas in Pakistan, wo Menschen aus unerfindlichen Gründen uralt werden und wo das Motto gilt: Alles unter hundert wäre eine echte Enttäuschung. „Im Tal der Hunzas in Pakistan galten die Hundertjährigen als junge Burschen, weil viele Bewohner 120 und älter wurden“, sagt Christian Baha und bestellt leichten Fisch und Weißwein im Gourmetrestaurant Metropol, das seine Heimstatt in der Züricher Börsenstraße hat, in einem schönen Neubarock-Bau der Bank Clariden Leu. Der Züri-See ist hier ganz nah, die noble Bahnhofstraße, mehr als hundert Banken und das Luxushotel Baur au lac mit seinem uralten Gingkobaum am Seeufer, wo Hermann Hesse die Idee für seinen „Steppenwolf“ fand.

Superfund-Gründer und Schilling-Milliardär Christian Baha, selbst gerade einmal 39, hat Leute in alle Welt ausgeschickt, um das Rätsel der Langlebigkeit zu ergründen, und er hat auch gleich sein Leben geändert. Statt steuerschonend in Monaco zu residieren, wie die Gazetten noch immer schreiben, lebt er jetzt in einer Villa im Grünen hoch über dem See mit neuer Frau und seinem zweiten Baby. „Wie man Geld gut anlegt, weiß ich inzwischen“, lächelt Baha. „In den letzten Jahren wollte ich herausfinden, was ich meinem Körper geben muss, um langfristig gesund zu sein und lange zu leben. Die Antwort ist eigentlich simpel: gesund essen und trinken, viel Bewegung, und man muss mental gut drauf sein. Da hilft auch die gesunde Geldanlage.“

Für Baha erwies sich Letzteres als das geringste Problem: Die Geschichte vom Polizisten, der zum Milliardär und Eigentümer eines der fünfzig größten Managed-Futures-Hedgefonds der Welt wurde, ist in der Tat erstaunlich, und wir werden sie noch erzählen. Mit 370 Mitarbeitern in 28 Büros in 18 Ländern versucht Baha seit zwölf Jahren nicht nur sein eigenes, sondern auch das Geld von 50.000 Anlegern weltweit zu mehren, derzeit insgesamt 1,6 Milliarden Dollar. Früher führte das zu sensationellen Ergebnissen. Mit einem seiner Fonds fuhr Baha in zehn Jahren rund 600 Prozent Rendite für seine Anleger ein, und 1998 reihte die Reuters-Datenbank die Superfund-Quadriga AG zum Weltbesten ihrer Klasse (Jahresperformance damals: 62,5 Prozent). In den letzten drei Jahren will es freilich nicht mehr so klappen wie früher. Zwar schickte Baha inzwischen mehr als dreißig Fonds auf den Weg, die teilweise auch gut rentierten, seine drei bekanntesten und größten Zugpferde, Superfund A, B und C, bescherten den Anlegern jedoch wenig Freude (3-Jahres-Performance vor Abzug der Gebühren:
A: –21,6%, B: 0,75%, C: –3,07%). Das wird sich wieder ändern, sagt Baha unerschütterlich, es fehle bloß an klaren Trends, und die würden schon wieder kommen.

Geld machen ist eben eine Kunst und nicht immer einfach. Von vier Männern und vier Investmentwegen wollen wir in dieser Geschichte erzählen. Männer, die das Geld von Investoren mehrten und dabei selbst reich wurden oder gerade dabei sind, es zu werden. Alexander Schütz hatte als Student nichts als eine Idee und verwaltet heute mit seinem Fondshaus C-Quadrat 5,3 Milliarden Euro Kundengelder, das entspricht 70 Milliarden Schilling. Michael Tojner machte schon mit 23 als Eisverkäufer eine Million und ist heute Mehrheitseigentümer der größten österreichischen Private-Equity-Gesellschaft Global Equity. Und schließlich Kurt Stiassny, der als langjähriger UIAG-Chef das Kapital der UIAG-Eigner kräftig mehrte und seit Kurzem auf eigene Rechnung arbeitet.

Und noch einer ist gerade dabei, sich in die Riege der großen Milliardenmacher einzureihen: Stefan Zapotocky, der einstige Chef der Wiener Börse, hat gemeinsam mit Barbara Wösner-Sandberg die Bast AG gegründet. Im Hintergrund fungiert der ehemalige Erste- und Girozentrale-Generaldirektor Hans Haumer als Mitbesitzer und erfahrener Finanzmanager. Ziel der Bast AG: mit privatem Beteiligungskapital Unternehmenskäufe zu finanzieren – und daran gemeinam mit den Investoren prächtig zu verdienen. Noch ist Zapotocky mit seinen Partnern in der Aufbauphase, aber bald, so sagt er, „werden wir ordentlich von uns hören lassen“.

Von Karl Riffert

Avaaz sammelt nicht nur online Millionen von Unterschriften, sondern begleitet seine Kampagnen oft mit öffentlichen Aktionen. In vielen Fällen, gerade bei globalen Anliegen, ist das von Erfolg gekrönt.
 

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