Die tüchtigsten Teams des Jahres 2008: Die
Crème de la Crème der Fondsgesellschaften

Selbst die Sieger erinnern sich nur mit Schaudern an das Anlagejahr 2008: heftiger Gegenwind in allen Sektoren, ab September dramatische Turbulenzen. Letztendlich kamen selbst die Besten ziemlich ramponiert ins Ziel. Da sämtliche Finanzmärkte gleichzeitig einbrachen, konnte man nirgendwohin ausweichen. Schlussendlich mussten die Fondsgesellschaften auch noch Rückflüsse in Rekordhöhe verkraften, denn viele Anleger gaben ihre Anteilsscheine zurück.

Selbstverständlich gab es auch 2008 Fondsgesellschaften, die besser als alle anderen mit den widrigen Umweltbedingungen zurande kamen und infolgedessen wesentlich geringere Verluste produzierten. Doch die mit den Morningstar Fund House Awards ausgezeichneten Fondsgesellschaften sehen heuer weniger strahlend aus als in früheren Jahren. Auf den ersten Blick mag sich der Anleger mehr für die Prämierungen einzelner Depots interessieren – schließlich kauft er ja Fonds und keine Fondsgesellschaften. Doch das greift zu kurz.

Die meisten Banken und Vermögensberater legen dem Kunden eine ziemlich schmale Angebotspalette vor. Bei den Banken handelt es sich meist um hauseigene Produkte, während sich die Vermögensberater in der Regel auf wenige Fondshäuser beschränken, bei denen sie höhere Provisionen und Gebühren lukrieren. Dass sich das Angebot nur selten mit den Namen auf den Morningstar-Siegerlisten deckt, liegt auf der Hand.

Müde und gute Gaule
Wer in diesen Rankings weit oben steht, hat wohl überdurchschnittlich viele gute Pferde im Rennen. Ein Fund House Award signalisiert, dass in der betreffenden Fondsgesellschaft ordentlich gearbeitet wurde. Alerdings: Auch Sieger haben den einen oder anderen müden Gaul im Stall – und diesen sollte man tunlichst meiden. Zum heurigen esamtsieger – also zum besten Multi Asset und House – wurde Threadneedle gekürt: Die 1994 gegründete britische Fondsgesellschaft erzielte mit ihren 34 in Österreich angebotenen Fonds das beste Ergebnis und qualifzierte sich obendrein als bestes großes Aktienfonds-Haus. „Es war ein schwieriges Jahr, aber wir haben wohl einiges richtig
gemacht“, meint Werner Kolitsch, Regional Manager für Österreich und Deutschland.

Man habe sich bereits Mitte 2008 konservativ aufgestellt, sei aber dem gewählten Investmentprozess treu geblieben: „Wir betreiben aktives Management und verfolgen einen fundamentalen Ansatz.“ Darüber hinaus habe man wichtige Fondsmanager über die Jahre im Unternehmen halten können. Kolitsch: „Wir haben viel in offenbar helle Köpfe investiert.“ Jedenfalls ist es den Briten gelungen, nach jahrelanger Absenz wieder in die Siegerliste zurückzukehren – was der frühere Hauptkonkurrent, die deutsche DWS, nicht schaffte.

Eindrucksvolles Debüt
Ein eindrucksvolles Debüt im österreichischen Morningstar-Ranking gelang der WestLB Mellon Asset Management, einem 2006 gegründeten Joint Venture der deutschen WestLB mit der BNY Mellon Asset Management Group in New York. Die Fondsgesellschaft erreichte Platz eins als bestes Rentenfonds-Haus, lag in der Gesamtwertung auf Platz zwei und rangierte in der Aktienliga auf dem dritten Rang.

Als einziger österreichischer Sieger im heurigen Morningstar-Wettbewerb qualifizierte sich Volksbank Invest mit neun Rentenfonds als beste Fondsgesellschaft im Sektor „Small Fixed Income Fund Houses“. Für Maurice Jiszda, Chef der Fixed-Income-Mannschaft, war erfolgsentscheidend, dass man Versuchungen widerstanden habe, die Erträge künstlich aufzupeppen: „Wir haben keine ABS oder CDOs in Rentenfonds hineingeschmuggelt.“ Der Hintergrund: Jiszda hatte die Aussagekraft der Bewertungen durch Ratingagenturen schon längere Zeit bezweifelt. „Wenn irgendein Emittent mit Triple-A-Rating ein Prozent und mehr bietet als der Triple-A-Emittent Deutschland, dann kann da etwas nicht stimmen“, meinte er. Für seine Zurückhaltung wurde Jiszda hausintern immer wieder kritisiert – letztendlich behielt er Recht.

Keine Jubelstimmung
Mathias Bauer, Chef der Raiffeisen Capital Management, die unter den großen Rentenhäusern auf Platz zwei landete, freut sich zwar über das gute Ergebnis, zum Jubeln ist ihm angesichts der Finanzkrise allerdings nicht zumute. Seiner Meinung nach stehen der Branche einige knifflige Aufgaben ins Haus: „Die Fondsindustrie ist in den letzten Jahren immer mehr zu einer Getriebenen geworden. Künftig werden wir uns wieder stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren müssen – wir sind in Wahrheit Dauerdienstleister, wir müssen uns täglich für die Fondsanleger einsetzen.“ Genau das dürfte der Branche allerdings ziemlich schwerfallen, da rundum Personal gekürzt wird. Bauer: „Natürlich muss man aufwandseitig dagegenhalten, wenn 20, 30 oder 40 Prozent der Erträge einbrechen. Aber mit weniger Mitarbeitern wird es uns allen schwerfallen, hohe Qualität zu erreichen.“ Wer dieses Kunststück dennoch schaffen wird? Im März 2010 werden die Rankings der besten Fondsgesellschaften darüber Auskunft geben.

Von Reginald Benisch

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