Die Karten mit dem Kick: Kreditkarten mit
Zusatznutzen werden immer beliebter

Kreditkarten mit Zusatznutzen werden immer beliebter. Üppige Rabatte und Jahresboni locken, und die Karten lassen sich sogar für wohltätige Zwecke einsetzen.

Von Franz C. Bauer

Die Idee klingt einigermaßen simpel: Man nehme eine Kreditkarte, präge darauf zusätzlich das Logo einer bekannten Marke, kombiniere das Ganze mit diversen Zusatzleistungen oder Rabatten – und fertig ist das Patentrezept namens „Co-Branded Card“. Diese Karten, ausgegeben von Kreditkartenorganisationen und Banken gemeinsam mit einem Partner aus Handel oder Dienstleistungssektor, haben in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, das Image der Kreditkarten zu wandeln und diese näher an die Konsumenten zu rücken: Aus einem exklusiven Zahlungsmittel für Globetrotter wurde auf diesem Weg eine selbstverständliche Erleichterung im Alltag. Für Konsumenten besonders erfreulich: Die Karten sind oft erheblich billiger als „klassische“ Kreditkarten, manche gibt’s sogar gratis. Gerade jetzt, zu Beginn der Reisesaison, wächst das Interesse an dem günstigen Plastikgeld.
„Das Schöne an dem Produkt ist, dass es für alle Beteiligten ­Vorteile bietet“, bestätigt Christian Scholz, MasterCard-Geschäftsführer für die Schweiz und Österreich, den Trend. Konsumenten können mit den Co-Branded-Karten – wie mit jeder „normalen“ Kreditkarte – weltweit zahlen. Die meisten Karten bieten üblicherweise (siehe Tabelle Seite 106) darüber hinaus das Standard-­Versicherungspaket des jeweiligen Ausstellers. Inkludiert sind dabei regelmäßig Reisegepäckversicherung, Reisehaftpflichtversicherung, Auslandskrankenversicherung und Unfallversicherung. Hinzu kommen noch – je nach Kooperationspartner – spezielle Vergünstigungen. „Sinn machen diese Karten vor allem, wenn es hier für Kunden erkennbare Vorteile gibt. Da müssen sich die Kooperationspartner schon etwas einfallen lassen“, erklärt Heimo Hackl, Vorstand des Visa- und MasterCard-Lizenznehmers Card Complete, das Prinzip. So bietet die Austrian Airlines Visa Card beispielsweise die Möglichkeit, jeden Umsatz direkt in Bonus-Flugmeilen umzuwandeln. Pro Euro Umsatz wird eine Meile gutgeschrieben.

Made in USA. Erfunden wurde dieses System – wenig überraschend – in den USA. Inzwischen haben sich allerdings zahlreiche andere, auch durchaus „exotische“ Branchen und Bereiche in das Geschäft eingeschaltet: Von der exklusiven Automarke bis zum Arbeiter-Samariter-Bund, vom Life Ball bis zu den Bundesforsten reicht die bunte Palette der Partner für die in Österreich angebotenen Co-Branded Cards.
Für diese Kooperationspartner bieten die Karten interessante Möglichkeiten, Kundenbindungsprogramme zu lancieren. Inhaber der Diners Club VinoCard erhalten beispielsweise am Jahresende einen fünfprozentigen Bonus auf ihre Einkäufe – und bis zu 20 Prozent Preisnachlass auf Events des dynamischen Weinhändlers Wein&Co. Studenten wiederum können mit ihrer Visa X JAM Card Events des Veranstalters DocLX zunächst gratis, ab dem zweiten Jahr um 50 Prozent ermäßigt besuchen. Sogar für wohltätige Zwecke lassen sich die Karten einsetzen. Die Diners Club Life Ball Card überweist ein halbes Prozent jedes Umsatzes an die Organisatoren des Schwulen-Spektakels Life Ball. Das Geld kommt der Aidshilfe zugute.

Zielsicher. Doch auch die Kartenorganisationen selbst profitieren, obwohl sie ihre Dienstleistungen für die Karten besonders knapp kalkulieren müssen. „Wir haben festgestellt, dass sich die Kreditkarten zu 58 Prozent in den Händen von Männern befinden. Aber ein großer Teil der Einkäufe wird doch von Frauen getätigt. Also haben wir uns mit einem Partner zusammengetan, der in dieser Zielgruppe besonders gut verankert ist“, erzählt Angela Sivatz, Sprecherin des Kartenvertreibers Pay Life. Gemeinsam mit dem Magazin „Woman“ gibt Pay Life die Woman Classic Card und die Woman Gold Card heraus – auf Wunsch jeweils als Visa- oder ­MasterCard. „Besonders interessant finde ich bei dieser Karte, dass es hier nicht um Punktesammeln oder Gutschriften am Jahresende geht, sondern dass das Erlebnis des Vorteils sehr unmittelbar ist: Den Rabatt bekommt man sofort, wenn man bei den Vertragspartnergeschäften einkauft.“ Was freilich nichts an der betrüblichen Tatsache ändert, dass der verbleibende Rechnungsbetrag – wenngleich mit bis zu vierwöchiger Schonfrist – ja doch irgendwann zu begleichen ist. Probleme machen die neu erschlossenen Kundenschichten – zumindest bisher – den Kartenfirmen aber keine. „Die Ausfallsrate ist nicht höher als bei normalen Karten“, weiß Card-Complete-Chef Hackl. Probleme mit massenhaften Kreditkartenausfällen wie in den USA wird es in Österreich also trotz der Flut an „Volkskarten“ nicht geben.

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