Die Angst im Job geht in der Krise um:
So retten Unternehmer & Mitarbeiter den Job

Konjunktur und Stimmung sind im Keller: Jobkiller mit der Lizenz zum Streichen gehen um. Tipps zur Krisenbewältigung für beide Seiten: wie Sie in harten Zeiten Ihren Job behalten und sich als Unternehmer trotz Krise nicht zu Tode sparen.

„Das Grundübel unter Top-Managern und Unternehmern ist die Tendenz, bei Schönwetter gerne an die Öffentlichkeit zu gehen, aber sich in der Krise sofort einzuigeln“, klagt Wolfgang Rosam, Inhaber der Agentur Change Communications. „Aber gerade jetzt muss der Chef auftreten, nicht der Unternehmenssprecher
oder die PR-Agentur.“ Je offener man agiert, desto besser. Alles muss auf den Tisch, und zwar in ganz konkreten Zahlen: Wie viel wurde in Island abgelegt, wie viel mit der Lehman-Pleite versenkt. Keine konkreten Zahlen zu nennen bedeutet Spekulationen Tür und Tor zu öffnen und damit Kunden und Mitarbeiter massiv zu verunsichern.

Die Wahrheit sagen
Als AUA-Vorstand Alfred Ötsch noch im Frühjahr versicherte, die Fluglinie sei gesund, stabil und brauche keinen Partner, war er ziemlich weit von der Wahrheit und auch von der Erkenntnis entfernt, dass die Menschen Ehrlichkeit und Transparenz nicht nur vertragen, sondern sogar ein Recht darauf haben. Krisenkommunikation muss zudem wichtige Fragen klar beantworten: Was tun wir konkret? Für welche längerfristige Zukunft lohnt es sich, diese Krise gut zu bewältigen? Wie verbinden wir das mit der Identität und Haltung des Unternehmens? Wie werden wir weiter kommunizieren?

Kontrollen einbauen
Gerade die Krise bringt fehlende Korrekturmechanismen ans Tageslicht. Wo konnten sich Führungskräfte oder auch Aufsichtsräte über lange Zeit ungehindert und ungeniert selbst bedienen? Nicht nur Eigentümerinnen wie Christine de Castelbajac, sondern auch Mitarbeiter schätzen das Gefühl der Sicherheit, dass die Firma nie wieder von einem Einzelnen oder ein paar wenigen ausgeweidet werden kann.

Lösungsorientiert handeln
Nicht nur in anderen Abteilungen nach den Problemen suchen, sondern fragen, wo kann ich in meiner Abteilung etwas vorantreiben und positiv verändern. Wer proaktiv ist, hat die besten Chancen, nicht auf der Kündigungsliste zu landen. Gefragt sind Chefs, die Zuversicht ausstrahlen, keine Jammerer!

So retten Mitarbeiter den Job
„Überlegen Sie: Was ist der Worst Case für mich persönlich?“, rät Frank Boos von der Beratergruppe Neuwaldegg. „Ist es der Jobverlust, muss die nächste Frage lauten: Wie sieht die Alternative aus? Selbst wenn ich im Unternehmen bleibe, hilft mir dieses Wissen über meine weiteren Möglichkeiten.“ Wenn die eigene Stelle abgebaut würde – was wären andere geeignete Berufsbilder? So ein Szenario zu haben entschärft die Dramatik und bringt in Handlungshaltung.

Jetzt heißt es, Augen und Ohren offenzuhalten, um Entwicklungen, die für die eigene Situation bedeutsam sind, möglichst früh aufzunehmen. Besonders wichtig ist es daher, sich nicht zurückzuziehen, sondern im Gegenteil viele Kontakte zu pflegen und das eigene Netzwerk zu erweitern.

Machen Sie sich unentbehrlich! Schärfen Sie Ihr Fähigkeits und Problemlösungsprofil. Entwickeln und vertiefen Sie das Besondere an Ihnen und Ihren Fähigkeiten im Sinne von Kernkompetenz und Problemlösungserfahrung. Präsentieren Sie mehr Antworten und weniger Fragen.

Loyalität zeigen
„Wichtig ist jetzt Loyalität, auch den scheidenden Chefs gegenüber, denn das schätzen sogar die Nachfolger. Aber Loyalität darf niemals bis zur Selbstverleugnung gehen, das ist Dummheit“, warnt Change-Communications-Experte Wolfgang Rosam. Vor allem aber sollte man jetzt Bereitschaft zu besonderem Einsatz zeigen: wenn nötig den Urlaub verschieben und auch abends oder am Wochenende zur Verfügung stehen. Wer den Bleistift um 17 Uhr fallen lässt, hat schlechte Karten.

Sinnvoll weiterbilden
Gehen Mitarbeiter in unbezahlte Bildungskarenz, kann dies zu einer vorübergehenden finanziellen Entlastung des Unternehmens beitragen. Wirtschaftspsychologe Bartuska rät aber zu einer genauen Abwägung der Risken: „Wenn es eine Ausbildung ist, die dem Unternehmen eine Qualifikation verspricht, die es in einem Jahr gut brauchen kann, ist das jederzeit eine Möglichkeit, ansonsten könnte es eher nach Flucht aussehen.“

Avaaz sammelt nicht nur online Millionen von Unterschriften, sondern begleitet seine Kampagnen oft mit öffentlichen Aktionen. In vielen Fällen, gerade bei globalen Anliegen, ist das von Erfolg gekrönt.
 

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