Die 25 besten Wellness-Hotels: Welche
Betriebe ihr Geld wirklich wert sind

Wirtschaftskrise hin, Überkapazitäten her. Immer mehr Wellness-Betriebe buhlen um Kundschaft. Allein 2009 kamen 63 neue Herbergen hinzu. Aber welche Häuser sind wirklich ihr Geld wert? trend nahm – in Kooperation mit dem Relax Guide – die Branche unter die Lupe und fand in fünf Kategorien die besten Hotels des Landes: die Top-Adressen für den Stressabbau.

Von Karl Riffert

Gerhard Altenbergers Wohl und Wehe hängt ganz vom Wellness-Bedürfnis ab. Acht Millionen Euro hat der Hotelier gemeinsam mit seinem Bruder innerhalb weniger Jahre in den familieneigenen Krallerhof gesteckt, um daraus einen erstklassigen Wellness-Tempel zu machen. Dann kam die Weltwirtschaftskrise, und die Angst ging um in der Branche. Aber ­siehe da, das Wellness-Phänomen erweist sich als zäh. „Überall sparen die Gäste, beim Essen, bei der Zimmergröße, aber nicht im Spa“, sagt Altenberger. „Man leistet sich lieber eine 150-Euro-Massage als ein Glas Rotwein mehr. Es ist erstaunlich.“

So erstaunlich aber auch wieder nicht. Für die meisten Menschen ist der Druck auf vielen Ebenen des Lebens gestiegen: Patchworkfamilie, immer höher geschraubte berufliche Anforderungen, Verunsicherung durch die wirtschaftliche Lage – bis hin zu den alltäglichen Verkehrsstaus. Das Bedürfnis nach Entspannung, nach Runderneuerung für den Körper wächst und hat 2009 rund 3,3 Millionen Gäste in die 956 österreichischen Wellness-Hotels geführt. Stress erzeugt steigende Nachfrage nach Entschleunigung und allerlei Therapien wie Schokolade- und Dampfbädern, Ayurveda-Massagen und Lava-Saunen.

Doch was heute Wellness genannt wird, ist fast so alt wie die Zivilisation und scheint ein tiefes menschliches Bedürfnis zu sein. Die erste bekannte Wellness-Welle tauchte bei den Römern im dritten Jahrhundert auf, als Thermen große Mode wurden. Die Therme des Caracalla in Rom umfasste immerhin 140.000 Quadratmeter. Kritiker warnten alsbald vor Volksverdummung durch Baden, vor der Lebenseinstellung der Müßiggänger. Aber die Thermen wurden dadurch sogar noch populärer und hatten schließlich sogar die ganze Nacht geöffnet.

WELLbeing und FitNESS
Die moderne Wellness-Welle geht auf den amerikanischen Arzt Halbert Dunn zurück, der 1950 die Begriffe Wellbeing und Fitness zu einem neuen Kunstwort verband. Dunn war ein intelligenter Präventivmediziner, der dagegen polemisierte, dass Ärzte sich stets mit Krankheiten und kaum mit der Gesundheit beschäftigen. Dunns Motto: durch eine gesundheitsbewusste ­Lebensweise subjektives Wohlbefinden zu erreichen.

Die Light-Version dieser Idee schwappte dann Ende der achtziger Jahre auf die österreichische Hotellerie über, die sich davon Unabhängigkeit von schlechtem Wetter, bessere Auslastung und höhere Ausgaben der Gäste versprach. Dieser Plan ging auch auf, wie eine Studie der Österreich Werbung zeigt, wenn auch mit ­Nebenwirkungen. Tatsächlich sind Wellness-Urlauber bereit, tiefer in die Tasche zu greifen, derzeit geben sie im Schnitt 124,50 Euro pro Tag aus – die teuren Massagen und Behandlungen noch nicht eingerechnet. Während „normale“ Urlauber nur zu 26 Prozent Vier- und Fünfsternehäuser wählen, sind es bei den Wellness-Freunden stolze 62 Prozent. Der typische Wellness-Urlauber ist übrigens weiblich (siebzig Prozent Frauenanteil), bleibt zwischen drei und vier Tagen, ist zwischen 40 und 59 Jahre alt, gebildet (31 Prozent haben einen Hochschulabschluss) und zahlungskräftig.

Hohe Schulden durch Investitionen
Ob der Drang der heimischen Hotellerie zum Wellness-Business sich wirklich auszahlt, ist allerdings nicht gesichert. Denn die ohnehin chronisch hoch verschuldete Branche steht dadurch unter enormem Investitionsdruck, die Abhängigkeit von den Banken wächst zusätzlich. Allein 2009 inves­tierte die Branche rund 200 Millionen Euro in den Ausbau oder die Erneuerung ihrer Spa-Anlagen. „Wellness-Hotels sind nicht profitabler als normale Hotels“, postuliert Sepp Schellhorn, Präsident der Österreichischen Hoteliersvereinigung. In seinem eigenen Haus in Goldegg verzichtet Schellhorn seit Jahren erfolgreich auf teures Wellness-Klimbim. „Mein Vater hatte schon Rieseninvestitionen geplant, ich habe aber noch rechtzeitig die Reißleine gezogen.“

Zehn Prozent kommen zum Relaxen
Deutlich positiver sieht Petra Stolba, die Chefin der Österreich Werbung, das ungebremste Wachstum der heimischen Wellness-Tempel. „Gesundheits- und Wellness-Tourismus hat in Österreich noch großes Potenzial, besonders bei Gästen aus unseren östlichen Nachbarländern. Wir schätzen, dass bei etwa zehn Prozent der 127 Millionen Nächtigungen im Vorjahr Wellness das entscheidende Motiv war.“

„In Summe war es für den österreichischen Tourismus eine sehr gute Entwicklung“, meint auch Relax-Guide-Herausgeber Chris­tian Werner, der Gottseibeiuns vieler Hoteliers, der seit zwölf Jahren alle einschlägigen Betriebe kritisch unter die Lupe nimmt. „Viele Betriebe haben sich allerdings übernommen, getrieben von der Industrie und von unsinnigen Prognosen mancher Zukunftsforscher. Hotelier zu sein ist halt ein verdammt harter Job.“

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