Die 100 reichsten Österreicher: Die Vermögen von Wlaschek, Meinl, Mateschitz und Co.

Warren Buffett hat seit Februar zwölf Milliarden Dollar verloren. Müssen wir uns jetzt um Österreichs Milliardäre und Multimillionäre Sorgen machen? Wie ist es den heimischen Superreichen im Jahr der schlimmsten Finanzkrise seit 1931 ergangen? Begleiten Sie uns diskret bei der jährlichen trend-Expedition durch Österreichs wirklich betuchte Gesellschaft.

Ach, es ist betrüblich: Mit dem reichsten Mann der Welt geht es rapide bergab. Warren Buffett, den das amerikanische Wirtschaftsmagazin „Forbes“ Mitte Februar auf 62 Milliarden Dollar taxiert hat, macht die größte Finanzkrise seit 1931 einigermaßen zu schaffen: Er verlor seither stattliche 12,5 Milliarden Dollar und ist womöglich gar nicht mehr der Reichste. Wie peinlich. Schuld daran ist der tiefe Fall des Aktienkurses seiner Investmentholding Berkshire Hathaway. Sorgen müssen wir uns aber um das Orakel von Omaha, wie Herr Buffett von seinen Jüngern ehrfurchtsvoll genannt wird, wohl kaum.

Schwer erwischt hat es zum Beispiel auch russische Oligarchen wie etwa den in Österreich gut bekannten Milliardär Oleg Deripaska. Der Russe hatte 17,54 Prozent von insgesamt 114 Millionen Aktien von Frank Stronachs Magna International gekauft. Der Kurssturz dieser Papiere in den letzten zwölf Monaten kostete Deripaska 438 Millionen Euro. Immerhin über 128 Millionen Euro kostete das Kursschlamassel an den Weltbörsen im selben Zeitraum Wolfgang Leitner, der über Stiftungen ein 26-Prozent-Aktienpaket am steirischen Andritz-Konzern hält.

Geradezu bescheiden wirken da die heftigen Kursverluste von Hannes Androsch. Mit seinem bwin-Aktienpaket verlor er knapp 4,2 Millionen Euro. Schlimmer kam es beim steirischen Chiphersteller AT&S, wo Androsch mit rund 5,5 Millionen Aktien beteiligt ist. Dieses Aktienpaket ist seit unserem letztjährigen Reichtums-Check um satte 37 Millionen Euro weniger wert. Trotz geschäftlicher Erfolge musste auch Attila Dogudan zur Kenntnis nehmen, dass seine börsennotierte Do & Co AG jetzt weniger Brötchen wert ist als ein Jahr zuvor. Dogudan, der selbst 3,89 Millionen Aktien an seinem Unternehmen hält, verlor auf dem Börsenzettel 25 Millionen Euro. Aber so erging es auch anderen: Hans Peter Haselsteiner, präziser seine Familienstiftung, ist zum Beispiel im selben Zeitraum um 77 Millionen Euro ärmer geworden, jedenfalls was seine Strabag-Aktien betrifft.

Sammelaktionen für Österreichs Superreiche wären dennoch völlig unangebracht. Die überwiegende Mehrheit wird unaufhaltsam reicher und reicher. Das gilt auch für Platz eins in unserem Ranking: die Familien Porsche und Piëch. An dieser Stelle müssen wir auf eine besondere Problematik unseres Reichenrankings hinweisen. So wie im amerikanischen „Forbes“-Magazin, der schweizerischen „Bilanz“ oder dem deutschen „Manager-Magazin“ tummeln sich in unseren Listen nicht nur Einzelpersonen. Das liegt daran, dass viele Superreiche ihr Vermögen steuergünstig in Privatstiftungen parken, und auch daran, dass große Unternehmen oft im Besitz eines ganzen Familienclans stehen. Ein gutes Beispiel sind die beiden reichsten Familien Österreichs: die Porsches und die Piëchs. Gemeinsam gehört beiden Familienstämmen Europas größter Autohändler (die Salzburger Porsche Holding), weiters hundert Prozent der Stammaktien der Stuttgarter Porsche SE (das sind 50 Prozent des gesamten Aktienkapitals) und über die „Porsche-Fabrik“ neuerdings auch 30,5 Prozent der VW-Aktien. Ein 50-seitiges Paragrafenwerk regelt Stimmverhalten und Vorkaufsrechte innerhalb der rund fünfzig Familienmitglieder bis in ausgeklügelte Details wie zum Beispiel die Frage, ob Adoptivkinder von Adoptivkindern noch Porsche-Abkömmlinge sind. Abstimmungen bedürfen einer Mehrheit von 66,6 Prozent der Stimmen, in besonderen Fällen sogar von 75 Prozent. Wie viel jedes der fünfzig Familienmitglieder am Gesamtvermögen hält, ist nicht im Einzelnen bekannt, Ferdinand Piëch behauptet, niemand besäße mehr als zwei Prozent. Fest steht nur, dass der Clan wieder um gut fünf Milliarden Euro reicher geworden ist und nach unseren Schätzungen derzeit ein Autoreich im sagenhaften Wert von 30,5 Milliarden Euro besitzt.

Trotz turbulenter Börsenzeiten konnten wir also feststellen: Österreichs 25 Euro-Milliardäre und der handverlesene Kreis heimischer Multimillionäre haben mehrheitlich ihr Vermögen wieder vergrößert. Ob diese Entwicklung in alle Ewigkeit so weitergeht, ist dennoch fraglich. Wie sagte doch der alte Bismarck: Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt. Letzteres wollen wir aber eher nicht glauben. Da seien die Überweisungen vom Stiftungsrat vor.

Von Karl Riffert Mitarbeit: Nadja Awadalla und Andreas Preuer

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