Böhler-Uddelholm magert für Voest ab:
Mehr als 10 % der Jobs werden gestrichen

Schafft er die Milliarde oder doch knapp nicht? Eine Marke mit Symbolkraft: Gerne würde Voest-Generaldirektor Wolfgang Eder am 4. Juni noch einmal über 1000 Millionen Euro operativen Gewinn ausweisen. Das Geschäftsjahr 2008/09 (per 31. März) wird für längere Zeit die letzte Chance dafür sein. Und schon jetzt ist es so, dass der Rückblick die Aktionäre und Wirtschaftsauguren deutlich weniger interessiert als sonst.

Denn die Welt ist seither eine andere geworden, ganz besonders auch die Stahlwelt. Der Linzer Voestalpine-Konzern leidet wie die gesamte Branche unter massiven Umsatzeinbrüchen. Eder muss sparen, Mitarbeiter abbauen, Kapazitäten stilllegen.

Und nicht nur er. Eine Zeit lang sah es so aus, als könnte sich Edelstahl besser halten als gewöhnlicher Stahl. Doch inzwischen glänzt auch die Böhler-Uddeholm AG nicht mehr, die im Frühjahr 2007 von der Voest übernommen wurde und seither die Division Edelstahl bildet. „Auch unsere Aufträge sind stark zurückgegangen“, räumt Böhler-Boss Claus Raidl ein. „Außer bei den Energieproduzenten und den Flugzeugbauern spüren wir das in allen Kundensegmenten.“

Böhler besonders betroffen
Böhler trifft das Sparprogramm im Voest-Konzern sogar besonders hart. Weltweit müssen Jobs gestrichen, Niederlassungen zusammengelegt und Strukturen bereinigt werden. Die Belegschaft erfüllt das mit Unbehagen. Sie war über viele Jahre gewohnt, aus dem Vollen zu schöpfen. Ein Rekord­ergebnis jagte das andere. Nicht nur im Betriebsrat, auch im mittleren Management ist die Meinung zu hören, dass sich jetzt der Eigentümer aus Linz bei seiner jüngsten Akquisition besonders viel Geld für das Konzernergebnis holen will.

Von den weltweit über 15.000 Mitarbeitern, die im Vorjahr beschäftigt wurden, müssen „mehr als zehn Prozent“ den Böhler-Konzern verlassen, gesteht Raidl ein. Der Personalstand wird auf 13.000 bis 13.500 absinken. In Österreich werken zirka 4000 Leute für den Edelstahlproduzenten. Also wird es auch hierzulande mindestens 500 Mitarbeiter treffen.

Neuer Top-Job
Neu geschaffen wird nur ein Job, ein Top-Job. Zwischen die Mutter Böhler-Uddeholm AG und die Gesellschaften der größten Geschäftssparte, High Performance Metals, wird eine neue Zwischenholding eingezogen. Und für diese sucht Raidl einen Marketingvorstand von außen, der den gesamten Vertrieb von Edelstahlprodukten weltweit koordiniert. Die Funktion des Vorstandssprechers in der neuen Steuerungsgesellschaft wird wahrscheinlich Raidl selbst bis zu seinem Ausstieg Ende 2010 übernehmen. Voest-Chef Wolfgang Eder ist alles recht, was keine zusätzlichen Overhead-Kosten verursacht.

Von Andreas Lampl

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