Bildungsprogramm: Karriere an der Donau

Spätestens seit Helmut Kramer Rektor der Donau-Universität Krems ist, steht die Wachau nicht nur für Bilderbuchlandschaft und Weingärten, sondern auch für Weiterbildung auf hohem Niveau.

Das Wir-wählen-wen-wir-wollen-Syndrom ist kein rein amerikanisches Phänomen.“ Keine Wahl, keine Koalitionsverhandlungen, keine Politdiskussion ohne ein Statement vom gefragtesten Politologen des Landes, Peter Filzmaier. Er ist Professor für Demokratiestudien und Politikforschung an der Donau-Universität Krems. Derzeit wahrscheinlich der bekannteste, aber doch nur einer von vierzehn Departmentsleitern an der Uni in der Wachau.

Denn seit Helmut Kramer vor zwei Jahren sein Amt als Rektor in Krems angetreten hat, wurde die Donau-Uni völlig neu organisiert, mit dem Ziel, die Universität in wenigen Jahren zum führenden Kompetenzzentrum für universitäre Weiterbildung in Mitteleuropa zu machen. Man scheint am besten Weg zu sein.

Tertiäre Bildung. Als einzige staatliche Universität in Europa, die sich auf Weiterbildung spezialisiert hat, ist die Donau-Uni mit den besonderen Anforderungen berufsbegleitender Lehre betraut. Im vergangenen Jahr hat die Universität ihre Organisationsstruktur umgebaut und erweitert. Fünf Abteilungen wurden von vierzehn Departments abgelöst, in denen nun neunzehn Professoren und 124 wissenschaftliche Mitarbeiter in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Kommunikation und IT, Europäische Integration, Verwaltungs-, Politik-, Bildungs- und Kulturwissenschaften sowie Bauen und Umwelt lehren und forschen.

Mit dem neuen Team möchte die jüngste österreichische Universität ihren Know-how-Vorsprung auf dem Gebiet der universitären Weiterbildung ausbauen. Der vor gut einem Jahr eröffnete Campus Krems bietet den optimalen Rahmen für die Expansionspläne in Lehre und Forschung. Der Mitarbeiterstand an der Donau-Uni wurde seit Herbst 2005 von knapp 250 auf 320 ausgebaut. Künftig möchte die Universitätsleitung unter Kramer noch die internationale Ausrichtung der Universität forcieren, stärker auf individuelle Bedürfnisse der Studierenden zuschneiden und die Zusammenarbeit zwischen den Universitätsdepartments und externen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft weiter ausbauen.

Das Studienprogramm ist bereits voll kompatibel mit dem europäischen Universitätsraum im Sinne des „Bologna-Prozesses“, das Studium an der Donau-Universität Krems in allen EU-Staaten anerkannt. Viele Lehrgänge sind international zertifiziert. Ziel ist nun der konsequente Ausbau des englischsprachigen, auf europäische Anforderungen zugeschnittenen Weiterbildungsangebots. Darüber hinaus sollen die Kooperation und der Erfahrungsaustausch mit europäischen Universitäten und Unternehmen intensiviert werden. Als neu gewählter Vizepräsident der Donau-Rektoren-Konferenz, einer Vereinigung von 50 Universitäten aus 13 mittel- und osteuropäischen Staaten, wird Rektor Helmut Kramer die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Lehre und Forschung persönlich vorantreiben.

Maßgeschneidert. Besonderen Wert legt man in Krems auf die Praxisorientierung der Lehrgangsprojekte und unmittelbare Anwendbarkeit der vermittelten Inhalte. „Die Bearbeitung von Praxisprojekten der Studierenden in den Lehrgängen und Abschlussarbeiten ist ein wichtiger Trend. Auf diese Art übernimmt die Weiterbildung gleichzeitig eine Consulting-Funktion für das Unternehmen des Lehrgangsteilnehmers“, unterstreicht Ada Pellert, Vizerektorin für Lehre und Weiterbildung an der Donau-Universität, den praktischen Nutzen der Kremser Weiterbildungsprogramme.

Ein weiterer Trend in der Lehre ist die gezielte Abstimmung der Weiterbildung auf individuelle Bedürfnisse der Studierenden. Diesem trägt die Universität durch die Modularisierung der Lehrgänge Rechnung. So wird eine immer größere Zahl von Lehrgängen in mehreren Varianten mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten und unterschiedlicher Dauer angeboten. Die Studierenden können eine ihren Bedürfnissen entsprechende Variante – vom Certified Program bis zum Master-Lehrgang – wählen oder auch Module individuell zusammenstellen. Wer eine Kurzvariante oder einzelne Lehrgangsmodule absolviert hat, kann sich diese bei einem späteren Upgrade zum Master anrechnen lassen. Dieses „Baukasten-System“ wird im kommenden Studienjahr weiterentwickelt und in allen Fachrichtungen forciert werden.

Darüber hinaus erweitert die Donau-Universität Krems mit „Summer“ und „Winter Schools“, Kurzlehrgängen und Seminaren ihr Angebot an gezielter, geblockter Weiterbildung. „Die Bedeutung der Weiterbildung für Entscheider nimmt stark zu. Einerseits sind die Wissensbasierung der Organisationen und die rasante Entwicklung neuer Technologien dafür verantwortlich, andererseits die längere Erwerbstätigkeit“, so Pellert. „In verschiedenen Berufsabschnitten und Lebensphasen brauchen berufstätige Menschen immer wieder ein Wissens-Update, um in ihrem Job auf dem letzten Stand zu bleiben.“

Künftig möchte die Donau-Universität Krems ihren Aufgabenbereich, der derzeit auf postgraduale Studien beschränkt ist, auf tertiäre berufsbegleitende Weiterbildung auf allen Ebenen ausdehnen. „Wir sehen uns als Partnerin für maßgeschneiderte Programme für Unternehmen und ihr Human Resource Management und werden dies weiter forcieren“, so das Ziel von Rektor Kramer.

Mehr Forschung. Im Einsatz von innovativen Bildungstechnologien ist die Donau-Universität Krems Vorreiter. Von Beginn an setzte die Weiterbildungsuniversität auf interaktive Lehr- und Lernformen. Mit dem vor Kurzem gegründeten Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien wurde ein Schwerpunkt auf den Ausbau der E-Learning-Infrastruktur gelegt. Die existierenden Kommunikationsplattformen für Studierende, Mitarbeiter und Vortragende sollen künftig durch Weblogs und E-Portfolios ergänzt werden, um Lehr- und Lernprozesse auf zeitgemäße Art zu unterstützen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Donau-Universität Krems schwerpunktmäßig der Forschung in den Gebieten (bio)medizinische Technologie, Präventivmedizin und psychosoziale Medizin, neue Lernarchitekturen, Wissens- und Informationsmanagement, Usability und solares Bauen gewidmet. Ein breites Spektrum. Die Forschungsaktivitäten sollen in den kommenden Jahren intensiviert und erweitert werden, wobei der Schwerpunkt weiterhin auf dem angewandten Bereich liegen wird. „Grundlagenforschung ist nicht unser vorrangiges Aufgabengebiet. Als unternehmerische Universität möchten wir durch praxisnahe Forschung die Lehre unterstützen und Projekte für Partner aus der Wirtschaft umsetzen“, sagt Kramer. Zentrale gesellschaftliche Fragen spiegeln sich in den neuen Forschungsschwerpunkten der Donau-Universität Krems wider: Lebenslanges Lernen, das Altern der Gesellschaft, der Wandel der öffentlichen Verwaltung und Fragen des Sicherheitsmanagements stellen Herausforderungen dar, zu deren Bewältigung die Donau-Uni mit praxisorientierten Projekten beitragen möchte. Dabei sollen Synergien zwischen den vierzehn Universitätsdepartments intensiv genutzt werden, um Lösungsansätze zu finden, die Sichtweisen unterschiedlicher Disziplinen wie Medizin, IT und Wirtschaftswissenschaften integrieren.

Politologe Filzmaier bietet ab Frühjahr 2007 in Krems übrigens einen neuen viersemestrigen Lehrgang zur politischen Kommunikation an und hat dafür Lektoren wie "ZiB 2"-Moderator Armin Wolf, Marktforscher Wolfgang Bachmayer, Peter Hajek und Werner Beutelmeyer oder Ex-ORF-General Gerhard Weis gewonnen. Das provokante Lehrgangsmotto lautet in leichter Abwandlung eines Bruno-Kreisky-Zitats: „Lernen Sie Politik!“
von Martina Forsthuber

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